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Ausgabe Januar 2005
Heilende Liebe und heilendes Tao

In unserer Gesellschaft bleibt wenig Raum für das weibliche Yin-Prinzip, so dass oft ein Ungleichgewicht entsteht. Julia Nitzsche über Möglichkeiten der taoistischen Übungen.

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Yin und Yang
Auch wenn einige Bereiche der chinesischen Medizin wie Akupunktur, Qi Gong oder Tai Chi in unserer Kultur Verbreitung gefunden haben, ist die Integration in den Alltag nicht selbstverständlich. Ein Bestreben der östlichen Weisheitslehren ist die Harmonie von Yin und Yang. In unserer Gesellschaft ist das aktive Yang-Prinzip sehr ausgeprägt. Frauen haben gelernt, ihren Mann zu stehen und vernachlässigen oft die weiblichen Seiten. Emanzipation und Frauenpower haben nichts mit Weiblichkeit zu tun, sondern bewirken eine Verstärkung der Yang-Qualitäten. Für die heutigen Frauen ist es ein herausfordernder Balanceakt, zwischen Beruf, Familie, Partnerschaft, Kindern und Alltag ein in sich ruhendes, nährendes Lebensgefühl zu entwickeln. Die häufigste Folge eines aktiven Frauenlebens in unserer Gesellschaft ist Krankheit. Frauen spüren aufgrund ihrer energetischen Beschaffenheit ihre Erschöpfung und schwindende Gesundheit eher als Männer. Statistisch gesehen gehen Frauen fünf Mal häufiger zum Arzt als Männer. Das energetische Ungleichgewicht, in dem die Frauen heute viel stärker leben als 30 Jahre zuvor, kann von der westlichen Medizin nicht ausbalanciert werden. Pillen können keine Energie balancieren oder Lebenskraft wieder auffüllen. Mit taoistischen Übungen ist es möglich, das weibliche Yin-Prinzip zu stärken.

Emotionen und Organe
Aufgrund der energetischen Beschaffenheit sind Frauen empfänglicher und offener für Disharmonien aus der Umwelt. Die Folgen äußern sich in Form von Unausgeglichenheit, Reizbarkeit und Empfindlichkeit. In Redensarten findet man die Zuordnung von Emotionen und Organen: Da läuft die Laus über die Leber, das geht mir an die Nieren, das verschlägt einem den Atem oder das will ich nicht schlucken. Der Taoismus kennt u.a. folgende Zuordnungen: Ärger=Leber, Angst=Niere, Mutlosigkeit=Lunge, Sorgen=Magen/Milz. Es gibt mehrere Übungen, um uns von negativen Energien in unseren Organen zu befreien. Die taoistische Übung des inneren Lächelns zum Beispiel gibt uns die Möglichkeit, in Kontakt und Zwiesprache mit unseren Organen und Emotionen zu treten. So können wir durch ein liebevolles Lächeln unsere Organe mit positiver Energie nähren. Eine andere Übung ist “die sechs heilenden Laute”. Sie ermöglicht, durch heilende Laute angespannte und gestaute Energie loszulassen und uns mit heilender Energie zu füllen.

Sexualenergie
Für Frauen und Männer bietet das Universal Tao separate Übungen zur Harmonisierung und Stärkung der Sexualenergie, das Ching Chi. Beide Geschlechter haben unterschiedliche Arten von Ching Chi. Die männliche Sexualenergie wird von den Taoisten als Feuer bezeichnet, was heiß und aktiv seinen Weg nach außen sucht. Das weibliche Ching Chi ist eher wie Wasser, was ruhig und kühl ist und vom Feuer erhitzt werden möchte. Mit den Übungen des Universal Taos können wir lernen, mit unserer Sexualenergie individuell umzugehen, denn sie ist die Basis für unsere Kreativität und Heilung.Die Übungen lehren uns Frauen, unser Ching Chi zu bewahren, zu transformieren und zu kultivieren. Dies hilft uns, mehr Energie zur Verfügung zu haben und unsere positiven Emotionen zu nähren. Frauen berichten von einer positiven Veränderung auf physischer Ebene, was den monatlichen Zyklus und die damit verbundenen Beschwerden angeht. Durch das Reinigen unserer negativen Emotionen brauchen wir uns bei der Menstruation weniger zu entgiften, was als angenehm empfunden wird. Auch weibliche Übergangsphasen im Leben wie Schwangerschaft, Stillzeit, Abstillen, Fehlgeburten oder Klimakterium können mit den Übungen des heilenden Taos ausbalanciert und harmonisiert werden. In Bezug auf ihre eigene Sexualität erleben die Frauen eine verfeinerte Selbstwahrnehmung, einen neuen Zugang zu Themen wie Lust/Unlust sowie ein positiveres sexuelles Erleben. Es ist ein königinnenhaftes Gefühl, in den eigenen Ovarpalast zu atmen und das Pulsieren der Ovarien zu spüren.

Tan Tien
Die taostischen Praktiken helfen Menschen in jedem Lebensalter, einen tieferen Zugang zu sich und seinem Körper, seinen Gefühlen und Seelenzustand zu bekommen. Die Taoisten bezeichnen das untere Tan Tien – den Bereich um den Bauchnabel – auch als zweites Gehirn. Es ist sehr wichtig, dieses Gehirn zu stärken und wahrzunehmen – die Taoisten sprechen von “warmhalten”. Wir Frauen sind von Natur aus unserer Mitte meist näher als Männer. Auch spielt sich in unserem Unterleib physisch deutlich mehr ab durch Menses und Schwangerschaft. Daher fällt es Frauen leichter, sich mit diesem zweiten Gehirn zu verbinden. Die taoistischen Praktiken helfen uns, die Verbindung zu unserem Tan Tien zu stärken und unserem Frausein eine Basis zu geben.
Buchtipp: Maneewan und Mantak Chia: Das Tao der heilenden Liebe, Ansata-Verlag


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