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Ausgabe Dezember 2009
Nada Yoga - Yoga des Klangs
Das tiefe Erleben von Musik und Yoga. Aus dem Buch
von Barbara Irmer und Carmen Mager


„Klänge, Mantras und indische Musik sind ein hörbarer Ausdruck der feinen inneren Schwingungen, die sich den Meistern des Yoga und der Musik in vielfacher Form offenbart haben.“

Nada Yoga bedeutet Hinwendung zum inneren Klang, den wir in der Stille der M

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Nada Yoga führt vom Erleben der klingenden Welt durch Hinwendung nach innen zur Wahrnehmung mystischer Klänge und letztlich zur Erfahrung von innerer Stille in der Meditation. Dies ist ein Ansatz aus dem Tantrismus, der durch das intensive Erleben über die Sinne zur Verinnerlichung und letztlich zur Versenkung führt.

Die indische Philosophie erklärt, dass die gesamte Welt aus Nada, dem Schöpfungsklang hervorgeht, dem nicht-manifestierten Ton in einem rein transzendenten Zustand. Brahman ist das Absolute, welches in sich ruhend existiert. Brahman, der göttliche Ursprung, zeigt sich in seiner ersten Manifestation durch Nada, den „Strom des Bewusstseins“, der immerwährend durch die gesamte Schöpfung strömt. Aus Nada geht als kinetischer Aspekt des Absoluten Shabda, das Göttliche Wort, hervor, welches aus Schwingung besteht und durch seine Kraft die begrenzten Reiche des raum-zeitlichen Universums hervorbringt. In der indischen Tradition wird dem Phänomen des Klangs eine sehr große Bedeutung beigemessen. Nada ist der Urklang, die Urschwingung der Schöpfung. Alle weiteren Phänomene der Schöpfung sind aus Nada hervorgegangen und vereinigen sich hier auch wieder.

Die Nada Yoga Praxis spricht Menschen auf körperlicher, emotionaler und geistig-spiritueller Ebene an und kann von Anfang an in die Yogapraxis integriert werden. Die Rezitation von Mantras, das gemeinsame Singen und Chanten, die Meditation über eine einzige Silbe, das Lauschen auf Klänge in der Natur, das kontemplative Hören und Spielen von Instrumentalmusik sowie das Lauschen auf innerlich wahrgenommene Klänge sind Aspekte des Nada Yoga, die zur Verinnerlichung führen. Die Freude, die man beim Musizieren und Tönen erlebt, ist eine Tür zur Herzensqualität. Nada Yoga führt den Übenden in der tieferen Praxis bis zur Meditation und Versenkung.

Klänge und Musik sprechen uns auf einer Ebene an, die durch andere Übungsweisen kaum berührt wird. Oft erleben Menschen - auch vollkommen Ungeübte und musikalische Laien - durch einfaches Singen und Tönen oder beim Lauschen auf Musik und Klänge eine tiefe Berührung der Seele. Viele beschreiben dieses Erleben als ein Gefühl von Harmonie und Einssein, vom Einklang mit sich selbst und mit dem, was sie umgibt. Im Nada Yoga wird der Geist durch die Konzentration auf den Klang fähig, feinere „Schwingungsebenen“ wahrzunehmen und sich mit ihnen zu verbinden. Dies ist ein Weg, um Ananda, Glückseligkeit, zu erlangen.

In der Nada Yoga Praxis geht es darum, der Stimme einen authentischen Ausdruck zu erlauben, keineswegs um die Anpassung an äußere Ideale. Jede Stimme ist einzigartig und mit anderen Stimmen nicht vergleichbar. Ihr Klang ist authentisch und ansprechend, wenn das Herz mitschwingt. Eine technisch perfekte Stimme, die ohne Hingabe eingesetzt wird, kann beeindrucken und dennoch ein Gefühl der Leere hinterlassen. Das Erspüren der Körperräume, das spielerische Entdecken der Klänge und die Wahrnehmung der Körperschwingungen stehen in der Nada Yoga Praxis im Vordergrund. Dadurch können alle Resonanzräume auf harmonische Weise in den Stimmklang integriert werden. Die Singenden haben das Gefühl, mit der eigenen Stimme in Einklang zu kommen – und so innerlich mit sich selbst.

Buchtipp: Barbara Irmer, Carmen Mager: Nada Yoga – Hinwendung zum inneren Klang, Theseus Verlag. Die Autorinnen Barbara Irmer und Carmen Mager sind erfahrene Benefi-Yoga®-Lehrerinnen und Therapeutinnen am Europäischen College für Yoga und Therapie (ECYT) in Berlin und im Kloster Gerode im Südharz und unterrichten seit Jahren Nada Yoga.


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