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Ausgabe März 2009
Neues wagen!

Wenn etwas Wesentliches verändert werden soll, dann ist die innere Einstellung dazu entscheidend - von Raimar Ocken

art290315
Alle Jahre wieder, so auch sicherlich in diesem, starten viele Menschen mit guten Vorsätzen in die kommenden Monate. Und wenn das Jahr beendet ist, ist festzustellen, dass sich nur wenig oder gar nichts verändert hat. Wo liegt der Fehler?
Den Menschen ist sozusagen von Hause aus der Wunsch nach Wachstum und Veränderung inne. Dabei spielt sich Wachstum zum Anfang des Lebens hauptsächlich auf der materiellen (körperlichen) Ebene ab. Im Laufe des gesunden Lebens wandelt sich dies und der geistige Bereich tritt in den Vordergrund. Wir wachsen sozusagen vom primär körperlichen zum primär religiösen oder mystischen Menschen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Veränderung: a) wir lassen uns treiben und das Schicksal entscheiden, was uns widerfährt und wie wir leben oder b) wir gestalten unserer Leben aktiv mit. Ich betone hier „mit“, denn es ist uns nicht gegeben, alles selbst zu bestimmen, da wir Teil eines Systems sind, und dieses System bestimmt uns ebenfalls. Das ist notwendig, denn wenn jeder tun und lassen könnte, was er will, würde es kein harmonisches Ganzes geben, sondern nur Chaos.


Wollen Sie in diesem Jahr wirklich etwas Neues wagen? Dann gehen Sie in sich, halten Sie eine Weile Innenschau und spüren Sie nach, welcher Art Ihre Ängste sind und wo sie sitzen. Probieren Sie zum Beispiel „Ich sehe und werde gesehen“ aus. Das geht folgendermaßen: Sie gehen in ein Geschäft, weil Sie etwas kaufen möchten, und sagen deutlich hörbar „guten Tag“ und schauen den Menschen an, den Sie ansprechen. Sie können auch den Mann von der BSR grüßen, der gerade die Mülltonne von Ihrem Haus fortholt. Die Briefzustellerin, den Jungen, der Ihren Briefkasten mit Reklamezetteln vollmüllt. Sagen Sie zu Ihrem Chef, Ihrer Zeitungsfrau, Ihrer Ärztin, Ihrem Pastor …, dass Sie ihn/sie mögen, wenn es so ist. Bedenken Sie bitte: Es sind die kleinen Dinge, die uns nähren und durch das Leben führen, nicht die großen.


Wagen Sie Neues, verändern Sie Ihre innere Einstellung zum Leben im Allgemeinen und zu sich selbst im Speziellen. Mögen Sie sich wirklich oder ist Ihr Auftreten nur gespielt, um sich selbst zu belügen und andere zu beeindrucken? Erarbeiten Sie sich die innere Haltung, die besagt, dass Sie okay sind und es Ihnen zusteht, dass es Ihnen gut geht und Sie glücklich sein dürfen, ohne dafür etwas Besonderes geleistet zu haben – einfach so, weil Sie sind, wie Sie sind, ungeschminkt, ungestylt, uncool. Wenn Sie das lernen wollen, dann müssen Sie eventuell auch etwas anderes Neues ausprobieren: Trennen Sie sich von allen Menschen, die nicht wollen, dass es Ihnen gut geht, die Ihr Wachstum behindern. Das ist keine leichte Übung, denn unter Umständen ist das (fast) Ihr ganzer Freundes- und Verwandtenkreis. Warten Sie bei Ihren Veränderungswünschen nicht darauf, dass jemand Ihr Leben für Sie in Ordnung bringt. Warten Sie nicht darauf, dass Sie gerettet werden – denn das muss in der Regel teuer bezahlt werden – oder dass der große Geldsegen ins Haus kommt. Seien Sie aktiv. Wagen Sie Neues.



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