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Ausgabe November 2003
Die Ikonen der Seele - Magie, Ritual und Aufstellung

Andreas Krüger arbeitet mit einer besonderen Form des Familienstellens, die er “Ikonen der Seele” nennt.

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Jens Brambach - Heilpraktiker mit den Schwerpunkten Homöopathie, Psychotherapie und Familien- und Strukturaufstellungen - beschreibt, worin sich diese Aufstellungsmethodik von anderen unterscheidet.
Die Aufstellungsmethode ist ein Werkzeug, das man für die unterschiedlichsten Arbeiten verwenden kann. Im Wesentlichen wird die Fähigkeit der Stellvertreter zur repräsentierenden Wahrnehmung genutzt, d.h. ihre Fähigkeit, Symptome der Teile eines Systems, für die sie aufgestellt werden, zu empfinden. Dann wird durch die Arbeit im Feld nach guten Lösungen gesucht, die oft eine erstaunliche Fernwirkung haben.

Orakel- und Wirkaspekte von Magie
Aufstellungsarbeit ist Arbeit mit Magie. Magie ist die Arbeit und Einflussnahme über die Form. Dabei arbeitet sie mit verborgenen Kräften. Magie hat einen Diagnose- oder Orakelaspekt und einen Wirk- oder Machtaspekt. Beim Orakelaspekt schauen wir auf die Formen, in denen sich die verborgenen Kräfte ausdrücken, wie z.B. bei der Astrologie oder der symbolischen Deutung von Krankheitssymptomen, oder wir stellen Formen zur Verfügung wie z.B. bei Tarotlegesystemen, Knochenorakel, Invokation oder auch die Aufstellung von Stellvertretern. Beim Wirkaspekt beeinflussen wir den Fluss dieser Kräfte durch Veränderungen in den repräsentierenden Formen, wie z.B. durch Manipulation an der Voodoopuppe, Arbeit mit inneren Bildern, Affirmationen, andere Rituale oder die Arbeit mit Stellvertretern bei Aufstellungen.

Die Ikonen der Seele
Die Ikonen der Seele sind ein Aufstellungsformat, welches von Andreas Krüger entwickelt wurde. Hierbei nimmt der rituelle Teil der Aufstellung sehr viel mehr Raum ein als die Bewusstwerdung verborgener Beziehungsgeflechte. Man könnte sagen, die Ikonen der Seele sind ein Ritual, das eine Aufstellung enthält, während eine herkömmliche Familienaufstellung eine Aufstellung ist, in der Rituale stattfinden. Andreas Krüger sagt selbst: “Mein einziges Ziel ist es, den Klienten zu seinem Wunder zu führen.” So geht es bei dieser Arbeit darum, ein klares und starkes Bild - eine Ikone - vom Wunder im Klienten zu errichten, das ihm hilft, diesen Zustand zu erreichen.

Der Ablauf
Der Klient schildert sein Problem. Dann wird er nach Familienmitgliedern gefragt, die ein ähnliches oder allgemein ein schweres Schicksal hatten. Man fragt ihn, was wäre, wenn sein Problem verschwände, welches Gefühl dann da sein würde: Das ist sein Wunder. Aufgestellt wird der Klient, seine Eltern, die relevanten anderen Familienmitglieder mit schwerem Schicksal und das Wunder. Der Stellvertreter für das Wunder wird angewiesen, sich innerlich eine Skala vorzustellen von -10 (vollständige Abwesenheit des Wunders) bis +10 (volle Realisierung des Wunders). Während der Aufstellung kann das Wunder sich frei bewegen und gibt auf Anfrage immer den aktuellen Wert auf der Skala an. Dies gibt die grundlegende Orientierung für die Arbeitsrichtung. Die Familienmitglieder werden mit Blickkontakt in einer vorläufigen Ordnung aufgestellt. Der Klient geht jetzt von einem zum anderen, gibt in einem Rückgaberitual das Schwere, das er für den jeweiligen Ahnen getragen hat, zurück und empfängt dessen Segen. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, dann liegt der Skalenwert des Wunders in den meisten Fällen bei +8 bis +10. Danach werden dem Klienten seine Ahnen in den Rücken gestellt und das Wunder ihm in einigem Abstand gegenüber. Rechts und links dieser Reihe werden Stellvertreter für homöopathische Mittel aufgestellt, deren Thematik sich aus dem Aufstellungsverlauf erschlossen hat. Jetzt geht der Klient in kleinen Schritten auf sein Wunder zu, und wenn er stockt, schaut er sich um, ob eines der aufgestellten Mittel ihm Unterstützung bieten kann. Die Aufstellung bzw. das Ritual endet, wenn der Klient sein Wunder in die Arme geschlossen hat.
Eine besondere Variation ist die zusätzliche Aufstellung des Schattens. Wenn der Klient eine Eigenschaft bei anderen leidenschaftlich ablehnt, insbesondere bei einem nahen Familienmitglied, dann stellt man einen Repräsentanten für diese abgelehnte Eigenschaft wie z.B. “die Feigheit” oder “der Prolet” ins Feld. Der Schatten verwandelt sich fast immer in eine kraftvolle Ressource.

Die Verwirklichung des Wunders
Dieses Bild, diese Ikone trägt der Klient jetzt in sich. Es kann nun seine Kraft im Leben entfalten. Gelöst von den Verstrickungen im Familiensystem und mit geklärten Ressourcen kann der Klient der Verwirklichung seines Wunders entgegengehen.

Lesetipps:
Brambach, J. u. Krüger, A.: Ikonen der Seele - Prozessorientierte Homöopathie und Aufstellung. In: Wiest, F. u. Varga von Kibéd, M. (Hrsg.) Das Feld der Ähnlichkeiten. Heidelberg (Carl-Auer-Systeme), S. 164-180
Brambach, J.: Die Familie als Kraftquelle. In: Raum und Zeit, Nr. 125, Mai-Juni 2003, S. 40-47
Brambach, J. Ikonen der Seele. In Berliner Heilpraktikernachrichten Nr. 2/2002


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