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Ausgabe September 2003
Körper - Seele - Selbst

Über den Körper die Seele heilen: großer Körperpsychotherapie-Kongress in Berlin

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Im September findet in Berlin zum zweiten Mal der große Kongress der Deutschen Gesellschaft für Körperpsychotherapie (DGK) statt. Dr. Manfred Thielen informiert über Ziele und Inhalt.
Nach dem sehr erfolgreichen Kongress der DGK 1998 mit über 700 TeilnehmerInnen kommen nun erneut renommierte Pioniere und VertreterInnen der Körperpsychotherapie wie Gerda Boyesen, Albert Pesso, Malcolm Brown, Tilmann Moser, Wolf Büntig, Hilarion Petzold u.a. nach Berlin. Mit 100 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden bietet der Kongress einen umfassenden Überblick über den gegenwärtigen Stand der Körperpsychotherapie in Deutschland.

Vier thematische Schwerpunkte
Methodenvielfalt: Die Entwicklung der Körperpsychotherapie begann vor nunmehr über 80 Jahren und hat heute zu einer differenzierten Vielfalt der angewandten Interventionen geführt. Darüber soll ein fruchtbarer Diskurs stattfinden. Von welchem Menschenbild wird dabei ausgegangen? Welche Anregungen können die Praktiker für ihren Therapiealltag mitnehmen?
Metatheorie und Gesellschaft: Unter den sich verändernden gesellschaftlichen und politischen Bedingungen postmoderner Zeiten entstehen neue Herausforderungen an die theoretischen und praktischen Grundlagen der Körperpsychotherapie. Wie sieht Arbeit am und mit dem Körper unter der zunehmenden Bedeutung des Virtuellen und des Vorrangs der Oberfläche aus? Welche Konsequenzen hat die Perfektionierung des Images und der Verlust der Tiefe?
Körperbezogene Entwicklungspsychologie: In den vergangenen 25 Jahren hat die moderne Säuglingsforschung viele frühe Annahmen der Körperpsychotherapie bestätigt. Die Erfahrungen der prä- und perinatalen Psychologie und der Babytherapien haben sie bereichert. Diese Innovationen haben auch Auswirkungen auf die paradigmatischen Grundlagen und die Praxis der Körperpsychotherapie.
Transpersonale und philosophische Reflexionen: Die Auseinandersetzung der Körperpsychotherapie in Zeiten der Selbstbezogenheit und der narzisstischen Aufblähung erfordert einen weiten Blick auf die historischen, philosophischen und aktuellen Entwicklungen auch in anderen Kulturen und Traditionen. Was bedeuten heute Begriffe wie Essenz, Seele, Sein, Selbst? Gehört umfassende Bezogenheit nicht zu den besseren Möglichkeiten der menschlichen Spezies?
Darüber hinaus werden in einer speziellen Diskussionsrunde am 20.9.03, 18-19.45 Uhr Fragen der Wissenschaftlichkeit der Körperpsychotherapie erörtert. Die Körperpsychotherapie hat eine lange wissenschaftliche Tradition. Der gegenwärtige Stand der empirischen Forschung wird vorgestellt und diskutiert. Gerade in Zeiten der “evidence based medicine and psychotherapy” ist diese Auseinandersetzung von großer berufs- und wissenschaftspolitischer Relevanz.

Das Spektrum der Referenten
Die DGK war im Vorfeld des Kongresses bemüht, möglichst viele Richtungen und Schulen des körperpsychotherapeutischen Feldes zusammenzuführen. Dieses Engagement hatte den Erfolg, dass Vertreter der neo- und reichianischen Richtungen mit VertreterInnen der Konzentrativen Bewegungstherapie, der Integrativen Leibtherapie, der Funktionellen Entspannung und der tiefenpsychologischen Tanztherapie zusammen kommen werden. Es sollen sowohl die bereits überwiegenden Gemeinsamkeiten als auch die noch bestehenden Unterschiede deutlich werden. Der Kongress wird deshalb ein weiterer Schritt sein, die Körperpsychotherapie als ganzheitliches und eigenständiges Psychotherapieverfahren weiter zu profilieren.

Das Kongress-Programm:
Da sich der Kongress mit einem sehr umfangreichen Detailprogramm präsentiert, können wir hier nur einen groben Überblick geben. Sämtliche Veranstaltungen finden in der FU Berlin im Hörsaalgebäude des Fachbereiches für Wirtschaftswissenschaften statt: Garystr. 21 in Berlin Dahlem

.Vorkongress-Workshops
Do. 18.9., 9-14 Uhr
Hier stellen sich neben den oben erwähnten noch weitere Ansätze vor: Ulrich Holzapfel –Hakomi -Therapie; Barbara Bayerl/Christine Möller – Konzentrative Bewegungstherapie; Ursula Batholomew-Günther – Funktionelle Entspannung; Siegmar Gerken – Core Energetik; Thomas Busch – Körperorientierte Psychotherapie und Borderline-Thematik; Ilse Schmidt-Zimmermann/Gustl Marlock – Unitive Körperpsychotherapie; Susanne Bender – tiefenpsychologisch fundierte Tanztherapie und Konrad Oelmann – Bioenergetische Analyse.

Der Hauptkongress
findet von Do., den 18.9.03, nachmittags ab 16 Uhr bis So., den 21.9.03, 14 Uhr statt. In Vorträgen, Diskussionsrunden (Panels) und Workshops werden die verschiedenen Themenschwerpunkte behandelt.

Do. 18.9., 16.30 –17.30:
Die Vielfalt der körperpsychotherapeutischen Methodik wird von Thomas Busch in einem Plenarvortrag erörtert. Anschließend wird die Thematik in zwei Panels von Hilarion Petzold, Ulrich Sollmann, Frank Röhricht, Tilmann Moser, Ulfried Geuter und Helga Krüger-Kirn vertiefend diskutiert.

Fr., 19.9., ganztägig
Motto: “Metatheorie und Gesellschaft” Gustl Marlock eröffnet mit einem Plenarvortrag (9-10 Uhr). In weiteren Panels werden Ilse Schmidt-Zimmermann, Cornelia Götz-Kühne, Margit Grossmann, Andreas Wehowsky, Ulrich Sollmann und Markus Fußer verschiedene Aspekte der Thematik diskutieren.Von 20-22 Uhr werden Gerda Boyesen, Malcolm Brown, Tilmann Moser, Albert Pesso und Hilarion Petzold ihre persönliche Entwicklung zur Gründung einer eigenen Richtung der Körperpsychotherapie darlegen – dies wird ein weiteres Highlight des Kongresses werden.

Sa., 20.9., ganztägig
Schwerpunkt Körperbezogene Entwicklungspsychologie. Manfred Thielen (9-10 Uhr) führt in die Thematik ein, die danach in vier Panels vertieft werden soll: 1. Prä-, peri – und postnatale Perspektiven: Ludwig Janus, Wolfgang Milch, Hans- Joachim Maaz. 2. Entwicklungspsychologische Perspektiven der Säuglings- und Bindungsforschung: Sabine Trautmann-Voigt, Reinhard Weber, Michael May. 3. Autonomieentwicklung und Psychomotorik: Ute-Christiane Bräuer, Jonny Kiphard, Ruth Künzler. 4. Körperpsychotherapeutische Perspektiven in der Arbeit mit Säuglingen und Kindern: Franz Renggli, Amara Eckert, Alfred Köth.

So., 21.9, ganztägig
Thema Transpersonale und philosophische Reflexionen. Wolf –E. Büntig (9-10 Uhr) wird die Thematik mit seinem Vortrag eröffnen. Danach (10.15-11 Uhr) folgt ein Vortrag von Joachim Galuska, Direktor der Heiligenfelder Kliniken in Bad Kissingen. Weitere Teilnehmer: Sigmar Gerken, Bettina Schroeter und Halko Weiss.

In vielen weiteren Workshops und Vorträgen werden renommierte und erfahrene KörperpsychotherapeutInnen ihre Ansätze, innovative Behandlungstechniken und kritische Reflexionen ihrer Arbeit vorstellen. Zu ihnen gehören: Ruppert Lorusso (Core-Energetik), Dorethea Fuckert (W. Reich-Institut), Paula Diederichs (Schreiambulanz),Volker Knapp-Diederichs (KIT), Margit Koemeda-Lutz (Bioenergetik),Karin Schreiber-Willnow (KBT), Thomas Loew (Funktionelle Entspannung), Ralf Vogt (Analytische Körpertherapie), Gisela Bast (Biosynthese, Almaas-Arbeit), Lisa Zimmermann (Körperpsychotherapie),Werner Roggenbuck (Körperpsychotherapie u. Tara - Rokpa- Prozess), Joachim Vieregge (Körper- u. Systemtherapie), Ulrich Küstner (KBT u. Tara- Rokpa- Prozess), Lothar Hahn (Essentielles Theater), um nur einige zu nennen.


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