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Ausgabe April 2003
Sitzt der wahre Herrscher im Bauch?

Die Hara Awareness Massage

art15
Kopf und Bauch - angeblich getrennt. Dem Bauch wird in unserer Zivilisation wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das ist in diesem Artikel anders: Andrea Drohla hat einige interessante Informationen über den Einfluss der Bäuche auf unsere angeblich so neutralen Köpfe zusammengetragen und stellt mit der Hara-Massage eine Massageform vor, die sich auf den Bauch konzentriert.

Fragt man Menschen, gleich welcher Kultur oder Kontinent, nach dem Sitz der Gefühle, Leidenschaft und Intuition, zeigen sie alle auf den Bauch. Kein Wunder, dass der Bauch zum „Nabel der Welt“ oder „Symbol des Lebens“ erklärt wurde. In der westlichen Tradition stand lange Zeit fest: Der Kopf ist das alleinige Entscheidungszentrum. Eindrücke aus den anderen Körperregionen werden hier verarbeitet und zu Entscheidungen verdichtet. Wir haben aber schon lange geahnt: Der Bauch hat ein Eigenleben, das an unseren Entscheidungen maßgeblich beteiligt ist.
Aber thront der Kopf nicht über dem Körper? Tatsächlich ist es umgekehrt: Der Bauch trifft die Entscheidungen und leitet sie dann an das Kopfhirn weiter. Rund um die Eingeweide befinden sich über hundert Millionen Nervenzellen. Diese Ansammlung von Neuronen gleicht in punkto Zelltypen, Rezeptoren und Botenstoffen haargenau unserem Gehirn im Kopf. Im Forschungsgebiet Neurogastroenterologie, so nennt man die Forschung rund um die Nervenzellen im Bauch, treffen die Wissenschaftler auf immer neue Erkenntnisse. So kommentiert Michael Gershon, Chef des Departments für Anatomie und Zellbiologie der Columbia University in New York: „Da ist ein Gehirn in unserem Bauch.“ Man hat nachgewiesen, dass zwischen Bauch und Gehirn 90 % der Verbindungen von unten nach oben verlaufen, d.h., dass das Gehirn weitaus mehr Informationen aus dem Bauch erhält als umgekehrt.

Sitzt also der „wahre Herrscher“ im Bauch?
Die neuesten Forschungen belegen, dass unsere psychische Verfassung sehr eng mit dem Verdauungssystem gekoppelt ist. Das Bauchhirn produziert an die 40 verschiedenen Nervenbotenstoffe und reguliert diese äußerst exakt. Diese Moleküle sind wie Wörter in der Sprache der Nervenzellen. Wann immer der Darm kontrahiert oder entspannt, sobald er Nervenbotenstoffe ausschüttet oder Immunzellen zur Arbeit schickt, werden diese Daten quasi über eine Standleitung, den Vagusnerv, nach oben geleitet. Im Kopf übersetzen wir das dann in gute oder schlechte Laune, in Wohlbefinden oder Müdigkeit, Vitalität oder Heiterkeit. Das Bauchhirn arbeitet autonom. Es fühlt, denkt und erinnert sich, ja, es kann sogar psychisch erkranken und Neurosen entwickeln. Diesen Umstand können die Wissenschaftler sich nur damit erklären, dass ein Säugling als erste Aufgabe im Leben trinken und verdauen muss.
Die Neurogastroenterologie ist auch den Wurzeln der Intuition auf der Spur. Sie behauptet, dass Intuition bedingt ist durch die enge Wechselwirkung des Kopfes und des “Bauchgehirns”, die exzellent miteinander verbunden sind. Diese geben uns dann zu einer Sache entweder „ein gutes Gefühl“ oder lassen uns eher „etwas mulmig“ fühlen.
Wie wir uns fühlen, wie gesund wir sind, wie viel Energie wir haben und auch, wie wir unser Leben gestalten, hängt also zum großen Teil von der Befindlichkeit unseres Bauches und unserem Verhältnis zu ihm ab. Deshalb tun wir gut daran, ihm mehr Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und Liebe zu schenken.

Hara-Massage
Eine Möglichkeit, mit dem Bauch Kontakt aufzunehmen, ist die Hara Awareness Massage. “Hara” ist japanisch und steht für “Bauch”. Es ist also eine Massageform, die sich auf den Bauch konzentriert. Der Hara-Punkt liegt etwa vier Finger breit unterhalb des Bauchnabels und wird als Quelle aller Lebenskraft bezeichnet. Wenn man dort zentriert und geerdet in sich selbst ruht, ist man angekommen. Es ist der magische Kraftplatz innerhalb des Körpers. Die japanischen Samurai nutzen seine entspannte Kraft und sein Bewusstsein für den Schwertkampf. Die Hara-Awareness-Massage nutzt ihn zur Selbstheilung.
Osho, spiritueller Lehrer und Initiator der Hara Awareness Massage, beschreibt das Hara so: „Dies sind die drei Zentren: Hara - fünf Zentimeter unterhalb des Bauchnabels, Herz und Kopf. Der Kopf ist die äußerste Grenze - wenn du am weitesten von deinem Wesen entfernt bist, bist du im Kopf. Wenn du näher an deinem Wesen bist, bist du im Herzen. Wenn du genau im Zentrum deines Wesens bist, so bist du im Hara. Und nur durch das Hara verschwindet Angst. Nur durch das Hara lebst du zum ersten Mal authentisch, ehrlich, ohne Angst. Und dieses Leben muss gelebt werden...“
Die Hara-Massage wurde von Anando Würzburger in Köln entwickelt. Sie wirkt dabei auf verschiedenen Ebenen. Zum einen bewirkt sie Erdung und Zentrierung. Der Körper wird für einen gesunden, natürlichen Energiefluss geöffnet, so dass die kosmische Lebensenergie durch ihn wirken kann. Auf der anderen Seite wirkt sie auf die Psyche. Emotionale Wunden und Traumata erzeugten im Laufe unseres Lebens Blockaden im Körper. Durch die Hara-Awareness-Massage können diese Verhaltensmuster verstanden und losgelassen werden. Nicht zuletzt bringt die Hara Awareness Massage die Aufmerksamkeit vom Kopf weg zum Bauch: Dort, wo der wahre Herrscher sitzt. Denn wer will schon die wichtigsten Entscheidungen verpassen?
Andrea Drohla bietet die Hara-Awareness-Massage in Einzelsessions an. “Bei der Massage beginne ich zunächst auf dem Rücken und an den Beinen und nähere mich dann behutsam dem Hara-Zentrum an. Meine Hände ertasten, wo zu viel und wo zu wenig Energie fliesst. Durch bewusste Berührung können im Unterbewusstsein festgehaltene Bilder aufgelöst werden und die Energie kann wieder frei fliessen.”Wem diese Massageform gefällt, der kann eine 9er Sitzungsserie buchen, in der ein tiefer Transformationsprozess möglich ist. Die 9er Sitzungsserie besteht aus jeweils drei Sitzungen:
* Erdung: In den ersten drei Sitzungen geht es um Erdung, die Aufnahmefähigkeit der Kraft von Erdenergie, um das Hara zu stärken und zu nähren.
* Nabel: In und um den Bauchnabel liegen Erinnerungen und übernommene Energiemuster der Mutter aus Schwangerschaft und frühester Kindheit. Durch bewusste Berührung auf feinster energetischer Ebene wird der Loslösungsprozess unterstützt.* Zentrum: In den letzten drei Sitzungen wird ein tiefer Kontakt zum Bauch möglich. Du entdeckst die „Stille im Sturm“ in deinem Zentrum.
Die Serie wird durch begleitende, einfach auszuführende Körperübungen unterstützt, die man täglich zu Hause ausführen kann.


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