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Jahr: Artikel der Ausgabe Januar 2011
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Mystik ist ganz einfach
Sie ist zugleich Ursprung und höchste Form der Wahrnehmung von Wolf Schneider Mystik wurde oft als das Herz oder die Wurzel der Religionen benannt. Sie ist jedoch eher das verleugnete Herz und die verkannte Wurzel. Denn die meisten Religionen haben sich von Herz und Wurzeln entfernt, oft bis zur Unkenntlichkeit. Wenn ich die Worte eines Mystikers lese oder höre, spüre ich die Wahrheit darin. Anders gesagt: Ich spüre, dass ich einer von ihnen bin. Seltsamerweise geht mir das bei Texten von Laotse, Rumi, Meister Eckart, Thomas Merton und Osho ähnlich, obwohl diese Menschen doch sehr verschiedenen Kulturen entstammen. »Das Meerwasser schmeckt überall salzig«, hat jemand zu dieser transkulturellen Konstante einmal gesagt. An welchem Ozean auch immer man davon kostet, überall schmeckt es salzig. Es gibt ja nur ein Weltmeer, aus dem stammen wir – wir Menschen und auch alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Deshalb hat unser Blut genau denselben Salzgehalt wie das Weltmeer. Wir können unsere Herkunft aus dem Meer nicht verleugnen.
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