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Ausgabe Oktober 2013
Yoga im Knast


Dieter Gurkasch sitzt 25 Jahre im Gefängnis, nachdem er bei einem Raubüberfall einen Menschen auf grausame Weise tötete, aus dem Knast ausbrach, eine Revolte in dem berüchtigten Gefängnis Santa Fu anzettelte und anschließend mehrere Jahre in Isolationshaft verbrachte. Eine Schießerei mit der Polizei überlebte er nur aufgrund der Massage seines freigelegten Herzens im Krankenhaus. Wie durch ein Wunder bekam er sein Leben zum zweiten Mal geschenkt. Doch erst als ihm im Gefängnis durch Zufall ein Buch über Yoga in die Hände fällt, eröffnet sich ihm ein unerwarteter Weg der Versöhnung und des Neuanfangs. Trotz der Häme und des Spotts beginnt er mit der „Mädchengymnastik“ und entdeckt, dass seine Wut und der Hass in ihm schwinden. Er lernt, sich zu öffnen, Trauer zu empfinden und sich auch seiner gewalttätigen Vergangenheit zu stellen. Diese Erfahrungen möchte er mit anderen Menschen teilen und beginnt noch während seiner Zeit in Santa Fu, seine Mitgefangenen in Yoga zu unterrichten. „Es war immer wie eine kleine Auszeit und brachte mich mental auf eine andere Ebene“, beschreibt ein ehemaliger Häftling und Teilnehmer der Yogagruppe Santa Fu die gemeinsamen Yogastunden. Seit seiner Entlassung aus der Haft folgt Dieter Gurkasch seinem Ziel, Yoga in Gefängnisse zu bringen und Häftlingen so bei der Resozialisierung zu helfen.

DIETER GURKASCH, Leben Reloaded, Wie ich durch Yoga im Knast die Freiheit entdeckte, geb., mit Schutzumschlag, 256 Seiten, farbige Abb., ISBN: 978-3-424-63084-8, 18,99 Euro, Kailash Verlag


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