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Film: The Rider


Nach einem beinahe tödlichen Rodeo-Unfall muss sich der junge Cowboy Brady Blackburn (Brady Jandreau) mit der Tatsache abfinden, dass er nie wieder reiten kann, er stürzt in eine existentielle Identitätskrise: Immerhin definiert ihn nicht nur seine Umwelt, sondern vor allem auch er selbst als Sioux-Nachkomme sich vornehmlich über seine Arbeit mit Pferden. Schwer wiegen der abschätzige Blick seines Vaters, der Abschied von seinen enttäuschten Fans und das Fehlen des einzigartigen Gefühls der Freiheit, das ihn auf dem Rücken eines Pferdes durchströmt. In atemberaubenden Bildern der Wildnis South Dakotas erzählt The Rider von zerbrochenen Träumen und verlorenen Identitäten. Authentisch und einfühlsam hält der Film die Balance zwischen zärtlicher Poesie, archaischen Mythen und der rauen Lebenswirklichkeit im amerikanischen Heartland. Der tief berührende Film basiert auf den wahren Leben seiner Darsteller. „The Rider“ wurde in Cannes mit dem Art Cinema Award sowie mit dem Werner Herzog Filmpreis ausgezeichnet, der Mut, Entschlossenheit und Visionen honoriert. In dem Film geht es darum, wie man(n) sich in einer von klassischen männlichen Werten dominierten Gesellschaft behaupten kann, selbst wenn man(n) aufgrund der äußeren Umstände nicht länger an den traditionellen Männlichkeitsritualen teilnehmen kann. Die Filmemacherin Chloé Zhao hat für ihren einfühlsamen und bildgewaltigen Neo-Western „The Rider“ Laiendarsteller gesucht, die vor der Kamera mehr oder weniger ihre eigene Geschichte nachspielen. Gestoßen ist sie dabei auf den jungen Pferdeflüsterer und ehemaligen Rodeo-Champion Brady Jandreau - ein indianischer Cowboy, der nach einem schweren Sturz eigentlich gar nicht mehr selbst aufs Pferd steigen sollte, geschweige denn Rodeoreiten darf.

Film „The Rider“, Regie: Chloé Zhao, Darsteller: Brady Jandreau, Tim Jandreau, Lilly Jandreau, Cat Clifford


ab 21. Juni 2018 in den Kinos