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Beitragsreihe 2018 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Der Regenwurm

Den Sandwurm reiten und mit Kentauren Liebe machen

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H. Schäfer: Um wen oder was geht es heute?

Andreas Krüger: Ich möchte heute über ein Mittel reden, das in letzter Zeit mit großer Kraft in mein Leben getreten ist, mit dem ich Menschen helfen konnte, denen ich jahrelang vorher nicht helfen konnte. Es geht um das Mittel helodrilus caliginosus – der Regenwurm. Natürlich habe ich in meiner Praxis auch Misserfolge – der Patient kommt nach vier Wochen wieder und nichts ist passiert. Ich lasse ihn testen und es kommt raus, dass ich der richtige Behandler bin, ich sollte mit ihm am besten traumorientierte Traumtherapie machen. Aber nach dem zweiten Mittel geht es ihm wieder schlechter, ich gebe ihm ein neues Mittel und nach drei Wochen ist wieder nichts passiert. Manchmal dauert es zwei bis drei Jahre, der Patient kommt immer wieder und testet nach, dass ich der Richtige bin, aber alles, was ich ihm gebe, hilft nicht. Natürlich ist das auch für mich frustrierend und früher hätte ich auch die Flinte ins Korn geworfen, aber heute reicht es mir, durch die Aufforderung des Tests des Energiesystems des Menschen hier am Ball zu bleiben. Und es ist eine Erfahrung, dass sich Treue, selbst wenn der Erfolg erst einmal ausbleibt, echt auszahlt.

Wie sieht ein konkretes Beispiel aus?
Was ich jetzt beschreibe, ist mir schon oft passiert. Und wenn es diese Treue nicht gegeben hätte und ich nahe dran war aufzugeben, dann hätte ich ja auch nicht helfen können.

Ein Patient kommt nach drei Jahren wieder, in denen er furchtbare Rückenschmerzen hatte. Er hatte als Kind eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule, Scheuermann genannt, die Wirbelsäule ist degeneriert. Der Rücken steht auch für seine gesamte Lebenssituation. Er traut sich nicht aufrecht zu sein. Ihm fehlt der aufrechte Gang. Er läuft gebückt. Er hat manchmal die Angst, wenn er aufrecht wäre, würde er geschlagen werden. Wenn er seine Brust heraus reckt, würde er die Aggression seiner Umwelt herausfordern. Obwohl er aufgrund seiner Rückenschmerzen und dem Gebückt-Sein schon Cranio-Sacral-Therapie, Neuraltherapie und Fango ausprobiert hatte, half nichts. Eines seiner Hauptprobleme ist, dass er in sich eine große sinnliche Kraft fühlt, die aber durch eine sehr vehemente katholische Erziehung völlig niedergedeckelt ist. Und wenn jemand so verpanzert ist, dann fehlt natürlich diese autonome Pulsation, von der Wilhelm Reich sagt, es ist der Ausdruck aller Lebendigkeit. Wenn Lebendigkeit unverpanzert ist, wie bei einem Baby, dann pulsiert sie einfach. Bei ihm gab es diese chronischen Rückenschmerzen, diese völlig unterdrückte Pulsation, dieses starke sinnliche Verlangen und dann diese moralische Unterdrückung: Kirche und Familie. Und so tritt er an mich heran und bittet, dass ich ihn traumorientiert behandeln soll. Er erzählt mir von einem Traum, der ihn völlig faszinierte. Er war noch nie in seinem Leben so glücklich, wie nach diesem Traum. Als ich nachfragte, sagte er, in diesem Traum wäre er ein Kentaur und galoppierte über griechische Bergwipfel. Als er dann eine kleine Herde von Kentaurenstuten sieht, merkt er, wie die Hormone hochsteigen, und er denkt: „Oh, mein Gott, wenn jemand von diesem Traum wüsste…“ Er schämte sich im Traum für seine Kraft. Trotzdem hat er mit den Stuten Liebensspiele angefangen und er sagte, dass er sich im Traum die Augen zugehalten hat, weil er sich diese Liebesspiele nicht ansehen konnte. Als er erwachte, war er so glücklich und so in seiner Kraft und real so pulsierend, wie er es in seinem Leben noch nie erlebt hatte.

Ich kann mir schwer vorstellen, noch an die Homöopathie zu glauben, wenn jahrelang nichts passiert.
Dieses Beispiel hat mich gelehrt, dass die Homöopathie – auch wenn es Jahre dauert – sich an einem Punkt festmacht. Wenn ich dieses Symptom finde, dass mein Patient sich als Halb-Mensch-halb-Tier empfindet – als Fabelwesen Kentaur – dann werde ich ihm helfen können. Als ich im Repetitorium nachschaute, gab es nur ein Mittel: den Regenwurm. Das fand ich spannend, denn der hat ja diese pulsierende, sich vorausdehnende und zusammenziehende Bewegung. Und dann stand in dem Fachbuch, der Arzneimittellehre „Synoptische Referenz Homöopathie“ von Frans Vermeulen, eben diese Symbiose von Mensch und Tier – der Mensch als Mischwesen. So habe ich ihm dieses Mittel gegeben, wonach er vier Wochen lang die erotischsten Kentaurenträume hatte, die man nur haben kann. Als er nach vier Wochen wieder kam, waren 95% seiner Rückenbeschwerden verschwunden. Als er mehr über den Kentaur wissen wollte, sagte ich ihm, dass es sein Krafttier sei. Der Kentaur ist das Krafttier und der Regenwurm ist der Zünder für das Kentaurische im Menschen. Dann habe ich ihm Gedichte und Bilder von Kentaurum gegeben, weil ich mich mein Leben lang selbst mit Kentauren beschäftige.

Was hat ein Regenwurm mit einem Kentaur zu tun?
Kentauren waren ja große Krieger. Chiron, der Kentaur, war der Lehrer aller Heiler. Manche Astrologen sagen, dass man am Stand des Chiron etwas über die Qualität des Heilers aussagen könnte. Inzwischen habe ich bei all meinen Patienten mit chronischen Rückenschmerzen den Regenwurm getestet und herausgefunden, dass viele Kollegen bei chronischen Rückenschmerzen den Regenwurm einsetzen. Das scheint eine bewährte Indikation zu sein. Ich möchte allen Lesern ans Herz legen: Wenn es sich um Rückenschmerzen innerhalb einer Unterdrückungsstruktur handelt, dann nicht Staphysagria, sondern Regenwurm. Dahingehend habe ich mich mit dem Thema Rückenschmerzen beschäftigt und herausgefunden, dass unser Gesundheitssystem am meisten für die Behandlung von Rückenschmerzen zahlt – noch mehr als für die Behandlung von Krebs und Psychose. Vielleicht ist ja der Regenwurm die Rettung für Pulsation.

Fazit?
Ich liebe Fantasieromane und mein Lieblingsplanet ist der Wüstenplanet „Dune“, der auch verfilmt wurde. In diesem Film gibt es magische Wesen: Sandwürmer. Sie sind die magischsten Wesen in dem ganzen Universum. Diese Sandwürmer sehen aus wie riesige Regenwürmer. Letztens hatte ich einen Patienten, der von einem Drachen träumte, der keine Flügel hatte, der aber wie ein riesiger Wurm durch eine Wüste flüchte. Ich fragte ihn, ob er „Dune, der Wüstenplanet“ kennt. Er kannte ihn nicht und ich erzählte ihm, dass es in diesem Buch diese riesigen Sandwürmer bei den Fremden gibt, die in dieser Wüste leben. Diese Wesen heißen Dünendrachen oder Wüstendrachen. Und dann habe ich ihm auch „den Regenwurm“ gegeben, der ihm bei seinen Hüftbeschwerden geholfen hat, denn das ist ja auch eine Störung der Pulsation. Gesundheit ist Pulsation und ich glaube, dass der Regenwurm eins der wichtigsten Mittel ist, Traumata und andere Dinge zu behandeln, um gestörte und unterdrückte Pulsation wieder herzustellen, Daher: Der Regenwurm, auf dass wir alle wieder pulsieren.


Andreas Krügerist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanische Heilkunst. Mehr über ihn unter: andreaskruegerberlin.de


Buchtipp:
Heiler und Heiler werden
Andreas Krüger / Haidrun Schäfer
Klappenbroschur, 144 Seiten
ISBN 978-3-922389-99-6, EUR 14,80
edition herzschlag im Simon+Leutner Verlag