aktuelle Seite: ARTIKEL   

DMSO - ein vielseitiges, natürliches Hausmittel. ...von Hartmut Fischer


art94652
© c-chez-marc - Fotolia.com

Vergrößern hier klicken.
DMSO! Manche verwenden es mit großer Begeisterung. Andere haben schon einmal etwas davon gehört, sind aber unsicher, es auszuprobieren. Für die Unschlüssigen und für jene, die das Mittel garnicht kennen, hat KGS den Naturwissenschaftler und Heilpraktiker Hartmut Fischer gebeten, diese Substanz und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in einem kurzen Referat zu erläutern.

DMSO, ausgesprochen Dimethylsulfoxid, ist eines der am besten erforschten Heilmittel neuerer Zeit und dementsprechend in großen Teilen der Welt ein beliebtes, preisgünstiges und bewährtes Hausmittel. Auch in Praxen und Kliniken wird diese medizinisch breit einsetzbare Flüssigkeit äußerlich und innerlich bei verschiedensten Erkrankungen genutzt. DMSO vereint in wundervoller Weise drei wichtige „Persönlichkeiten“ in sich: Es ist erstens ein seit fast 60 Jahren in Expertenkreisen anerkanntes, hochwirksames Mittel für die Behandlung von Entzündungen, Degenerationen, Verletzungen und Immunschwäche. Zweitens ist DMSO der beste Kombinationspartner für die Wirkungsverbesserung anderer Heilmittel und Therapiemethoden. Und drittens ist diese Flüssigkeit das beste Lösungsmittel für die Gewinnung von ganzheitlichen Pflanzenauszügen.
Die therapeutischen Haupteinsatzgebiete für DMSO sind Symptome/Erkrankungen des Bewegungsapparates inklusive Verletzungen, Organentzündungen, Allergien, Vor- und Nachbehandlungen von Operationen, Neurodegeneration, Durchblutungsmangel/Sauerstoffmangel, Entzündungen im HNO-Bereich, uvm.

Woher kommt DMSO?
DMSO ist eine simple organische Schwefelverbindung, die sich überall in der Natur in Spuren findet – im Boden, in der Luft, im Wasser. Es wird von allen Pflanzen aufgenommen und vor allem in Bäumen gespeichert. Die Substanz ist Teil des globalen Schwefelkreislaufs und entsteht aus der Stoffwechseltätigkeit des Meeresplanktons. Die Mikroorganismen „verdauen“ vulkanischen Schwefel zu organischen Schwefelverbindungen, hauptsächlich DMS (Dimethylsulfid). Eine überaus wichtige Leistung, die für das Leben auf dem Planeten unerlässlich ist. Der gesamte Organismus von Tieren und Menschen enthält Schwefel in gebundener Form, hauptsächlich in den Eiweißmolekülen des Binde- und Stützgewebes. Pharmazeutisch zertifiziertes DMSO für den therapeutischen Einsatz wird heutzutage, aufgrund der großen Nachfrage, industriell durch Oxidation von DMS mit Wasserstoffperoxid gewonnen.

Grundregeln für die Handhabung und Anwendung von DMSO
Das Wesen eines jeden Hausmittels ist, dass man es intuitiv und kreativ in verschiedensten Situationen und Intensitäten anwenden kann. Für die sichere Handhabung und virtuose Verwendung von DMSO als Hausmittel benötigt man zunächst ein paar einfache Informationen, da es sich nicht um ein Fertigarzneimittel handelt, sondern es frei verfügbar und individuell einsetzbar ist.
Die Substanz wird üblicherweise entweder als pures DMSO Ph. Eur. in pharmazeutischer Reinheit gekauft und dann zu Hause bei Bedarf sinnvoll verdünnt oder direkt in Form von anwendungsfertigen Mischungen bezogen. Reines DMSO ist bei Raumtemperatur eine klare Flüssigkeit, die jedoch schon unterhalb von 18,5 °C fest wird, also gefriert. Deshalb sollten die Flaschen immer warm, jedoch lichtgeschützt, gelagert werden, denn in fester Form ist es für unsere Zwecke nicht anwendbar. Wenn DMSO im Winterhalbjahr geliefert wird, ist es in der Regel in der Flasche gefroren. Lagerung bei Raumtemperatur oder auf dem Heizkörper „macht“ es wieder flüssig. Im Unterschied zu Wasser bleiben bei dem Gefriervorgang des DMSO glücklicherweise die Flaschen heil.

Es ist darauf zu achten, das reine DMSO in zertifizierter Pharmaqualität Ph. Eur. möglichst in Braunglasflaschen zu beziehen, weil es von Kunststoffoberflächen unerwünschte Stoffe ablöst. Dazu gehören etwa UV-Stabilisatoren, Weichmacher, Formtrennmittel, Monomere, u.a. Deshalb sollte man auch bei der Handhabung von reinem DMSO, zum Abmessen, Mischen, Abfüllen, möglichst Glas-, Porzellan- oder Metall-Hilfsmittel verwenden. Ist dies aus bestimmten Gründen nicht möglich, so werden die Kunststoffartikel, wie zum Beispiel Einwegspritzen, Pipetten, Sprühköpfe oder Flaschen, vor der eigentlichen Verwendung mit reinem DMSO „gespült“, das heißt, eine kleine Menge davon eingefüllt und diese erste Füllung verworfen. Für Infusionen und Injektionen mit DMSO wird aus denselben Gründen ausschließlich in Glasapparaturen auf 15% vorverdünntes, steriles DMSO verwendet, welches für Ärzte und Heilpraktiker in Ampullenform in manchen Apotheken beziehbar ist.

Das flüssige DMSO wird selten pur angewendet. Lediglich punktuelle, lokale Einsätze, etwa bei Herpes, Aphten, Warzen, Pickel, kleinen Narben, mit Hilfe eines Holzwattestäbchens, das man zuvor in das reine DMSO eintaucht, sind üblich. Ansonsten wird das Mittel für die äußerliche und innerliche Anwendung mit unterschiedlichen Verdünnungsflüssigkeiten gemischt, je nachdem, welche Kombination das Anwendungsziel synergistisch unterstützt.
Bei Verletzungen, Sehnenentzündungen, Muskelverhärtungen, Gelenkentzündungen u.a. hat es sich bewährt, das DMSO mit 12%iger Magnesiumchloridlösung zu verdünnen und zwar auf ca. 30 - 60%. Das heißt, es werden 3 bis 6 Teile DMSO mit 7 bis 4 Teilen der Magnesiumchloridlösung gemischt. Ein Beispiel: Sie wollen für die äußerliche Behandlung einer Gelenkentzündung 100 ml einer 60%ige DMSO-Mischung herstellen. Dazu werden 60 ml DMSO und 40 ml Magnesiumchlorid-Lösung in die Flasche gefüllt - Ganz einfach. Weitere sinnvolle Verdünnungsflüssigkeiten für DMSO sind Procain-Lösung 2%, bei Schmerzen, Neuralgien, Sensibilitätsstörungen; Kolloidale Silber-Lösung bei Infektionen; Eigenurin bei Neurodermitis, Schuppen, Rosacea, OP-Narben, Falten (Kosmetik/Anti-Aging). Eine Mischung mit DMSO und isotonischem, sterilfiltriertem Tiefseewasser findet Anwendung an oder auf Schleimhäuten, z.B. als Augentropfen, Nasen- und Ohrentropfen, Mundspülungen, Einläufe und ebenso für die Faltenbehandlung. Dabei werden grundsätzlich an Beinen und Füßen sowie Armen und Händen höhere DMSO-Konzentrationen eingesetzt als am Rumpf oder am Kopf und im Gesicht. Mischungen für die Anwendung auf Schleimhäuten enthalten ca. 15% DMSO. Die DMSO-Augentropfen schließlich, haben die niedrigste Konzentration mit 3% DMSO-Gehalt in isotonischer Lösung.

Bei allen äußerlichen Anwendungen ist es sehr wichtig, dass sich keine Kosmetika, Sonnenschutzmittel, Lotionen etc. dort auf Hautarealen befinden, wo DMSO eingesetzt werden soll! Solche müssen vorher zwingend gründlich abgewaschen werden! Verschiedenste industrielle Zusätze in Kosmetika aller Art, werden von DMSO in tiefere Hautschichten transportiert und können dort beispielsweise Unverträglichkeiten/Allergien auslösen!
Weiterhin ist zu beachten, dass DMSO aufgrund seiner therapeutischen Wirkungen bei manchen Menschen typische Effekte hervorrufen kann. Dazu gehören vorübergehende Hautrötungen bei äußerlichen Anwendungen (aufgrund der Durchblutungsverbesserung), vorübergehender Kopfdruck, Schwindel (aufgrund der Gefäß erweiternden und damit Blutdruck senken Wirkung), vermehrte Speichelbildung (aufgrund der Verbesserung der Parasympathikus Aktivität) oder die Geruchsbildung (durch Abgabe des DMSO-Abbauproduktes Dimethylsulfid DMS über die Ausatemluft, ähnlich wie beim Knoblauch). Aufgrund der Transportverbesserung von Stoffen ähnlicher Molekülgröße durch DMSO, können auch synthetische Medikamente wie Schmerzmittel, Cortisone, manche Antibiotika u.a. in ihrer Wirkung verstärkt werden. Dieser Effekt wird in der Medizin schon lange Zeit hilfreich zur Dosisreduktion solcher Arzneimittel genutzt. Teilweise sogar zur kompletten Ausschleichung oder auch in Sucht- und Entwöhnungskliniken. Diese Thematik sehe ich jedoch eher in professionellen Händen aufgehoben. Ist man sich als Privatanwender von DMSO unsicher bezüglich möglicher Wechselwirkungen zu dauerhaft verwendeten Arzneimitteln, so sollte man zumindest mit niedrigen Mengen beginnen, das DMSO also zunächst nur tropfenweise einsetzen.

DMSO verstehen
Mit Hilfe eines schönen Experiments kann man verstehen wie DMSO wirkt und warum es gerade im Körper von Tieren und Menschen durch seine bloße Anwesenheit außergewöhnlich vielfältige, harmonische Effekte erzielt. Und das geht so: Nacheinander werden zwei Tropfen Wasser und zwei Tropfen DMSO in die Handfläche zueinander getropft - fertig. In dem Moment, in dem das DMSO sich mit dem Wasser (welches symbolisch für unser Körperwasser steht) vermischt, ist eine intensive Wärmeentwicklung spürbar. Ein außergewöhnliches Naturphänomen, welches uns zeigt, dass DMSO in der Lage ist, die Wasserstoffbrücken-Bindungen zwischen den Wassermolekülen aufzulösen – die zuvor gespeicherte Bindungsenergie wird in Form von Wärme abgegeben. Das verblüffende Experiment kann man natürlich auch, auf dem Rücken liegend, im Bauchnabel ausführen, anstatt in der Hand. Dies ist zugleich die simpelste DMSO-Therapie mit welcher wir zugleich die erste Narbe eines jeden Menschen „entstörend“ behandeln.
Der Mensch stellt eine wässrige Lösung dar und alle biochemischen und biophysikalischen Vorgänge, die unseren Organismus am Leben erhalten, sind abhängig von der Anwesenheit des Körperwassers, genauer ausgedrückt, von der Intaktheit der Wasserhüllen auf und an allen Strukturen, die etwas mit Transport, Metabolismus und Wirkung von Stoffen zu tun haben. Dazu gehören beispielsweise Membrankanäle, Gefäßwände, Enzyme, Rezeptoren, etc. Wie aus dem Experiment gelernt, ist DMSO aufgrund seiner Molekülstruktur und -polarität in der Lage, mit dem Körperwasser biophysikalisch zu kommunizieren und im umfassenden Sinne als Kanalöffner zu fungieren. Und zwar in jede (Transport-)Richtung. Die praktische Erfahrung zeigt, dass dadurch Stoffwechsel, Entgiftung und Immunleistung deutlich angeschoben sowie chronifizierte Prozesse oder Therapieblockaden durchbrochen werden.
In umfangreichen medizinisch-biologisch-wissenschaftlichen Forschungen, die sich in einigen zehntausend veröffentlichten Artikeln zum Thema zeigen, konnten unter anderem folgende Wirkungen des DMSO nachgewiesen werden: Entzündung hemmend, Schmerz lindernd, Wundheilung fördernd, Ödeme reduzierend, Narben glättend, Bindegewebequalität verbessernd, Gefäß erweiternd, Muskeln relaxierend, Radikal löschend, Blutviskosität verbessernd, Sauerstoffsättigung verbessernd, Konzentration fördernd, Zellfunktion und Zelldifferenzierung fördernd. Es ist weiterhin Zell schützend, z.B. bei Frost, Bestrahlung, mechanischen Einwirkungen und Zellbildung anregend.

DMSO als Auszugsmittel für Heilkräuter
Ein weiterer wichtiger Aspekt der besonderen Flüssigkeit ist die Möglichkeit, auf einfachste Weise hochkonzentrierte Auszüge aus jeglichen Naturmaterialien herstellen zu können. Dazu gehören Kräuter, Blüten, Kerne, Wurzeln, Rinde, Moose, Weihrauch, Propolis, Holz u.a. DMSO ist in der Lage sowohl Wasser lösliche als auch Fett lösliche Stoffe sehr gut aufzunehmen und ist in dieser Hinsicht als Natursubstanz einzigartig. Hinzu kommt noch die Wundheilung fördernde Eigenschaft des DMSO, welche man von Alkohol sicher nicht erwarten kann. Ganz zu schweigen von dem unguten Gefühl, wenn wir pflanzliche Mittel mit Alkohol für Kinder verwenden wollen
.
Frische oder getrocknete Kräuter oder andere Materialien werden dafür in einem Weck-Glas oder einem Erlenmeyer-Kolben mit reinem DMSO Ph. Eur. überschichtet, abgedeckt und für ein bis zwei Tage stehen gelassen. Ab und zu kann man umschwenken. Fertig. Sie werden feststellen, dass die Farbintensität der flüssigen Phase in diesen Mischungen sehr viel schneller und stärker sichtbar wird, als wenn man Alkohol als Auszugsmittel verwendet. Aufgrund der idealen Lösungseigenschaften erzielt man mit DMSO als Auszugsmittel einen ganzheitlichen Extrakt, in dem das komplette Spektrum der Pflanzeninhaltsstoffe erscheint. Die Mischungen können abfiltriert oder dekantiert und in Pipettenfläschchen abgefüllt werden (Glas- oder Porzellanrichter).

Es ist zu beachten, dass nur Auszüge, die mehr als 50% DMSO enthalten, „stabil“ sind, also lagerfähig im Sinne von Schutz gegen mikrobielle Verkeimung. Hat man für einen Auszug getrocknete Kräuter benutzt, so ist die DMSO-Konzentration im flüssigen Auszug sicher größer als 90%. Hat man dagegen Frischpflanzen eingesetzt, so kann der DMSO-Gehalt, je nach Pflanzenwasser-Menge und Gewichtsverhältnis zwischen Kräutern und DMSO, bei ca. 80 - 90% liegen. Eine Nachverdünnung mit Wasser kann dann also höchstens noch im Verhältnis 2:1, besser 3:1 erfolgen, wenn der DMSO-Pflanzen-Auszug haltbar sein soll und nicht direkt aufgebraucht wird. Die DMSO-Pflanzen-Auszüge können, wie ihre „alkoholischen Kollegen“ auch, sowohl äußerlich als auch innerlich verwendet werden.

DMSO als Partner anderer Hausmittel und Therapien
Zusammen mit vielen weiteren, natürlichen Mitteln ergibt sich mit DMSO zusammen ein Gesundheitswerkzeugkasten, der individuell zusammengestellt werden kann. Je nach persönlichen Vorlieben, therapeutischen Notwendigkeiten und Anwendungszielen. DMSO ist mischbar oder kombinierbar, zum Beispiel mit (+)-Milchsäure (siehe Dr. Fryda), Äpfelsäure (Gallefluss), Basensalzen, Aminosäuren (Kognition, Immunleistung, Konzentration), Vitaminen, Enzymen, Chelatmitteln, Oxidantien (Wasserstoffperoxid, Chlordioxid, Ozon, Artemisinin), Lugol’sche Lösung, Bengalrosa, Hämatoxylin, Furfural, Borax, Grapefruitkern-Extrakt, MSM, u.v.a
.
DMSO ist also das Dachmittel in der Hausapotheke genauso wie im Praxisrepertoire von Ärzten und Heilpraktikern. DMSO, der Vermittler zwischen fett- und wasserlöslichen Strukturen, kann jede andere Therapieform optimieren. Als universeller Kanalöffner wirkt es darüber hinaus ganzheitlich, kann uns also auch im geistig-seelischen Bereich dienen, bei der Verbesserung kognitiver Fähigkeiten und Konzentration, emotionale Stabilisierung oder Erweiterung für Traum, Meditation oder Hypnose. Zahlreiche Anwenderberichte bestätigen dies immer wieder. So ist es nicht verwunderlich, dass DMSO auch Einzug in die psychotherapeutische Arbeit gefunden hat.

Dr. Hartmut Fischer, Naturwissenschaftler und Heilpraktiker, lernte in den 90er Jahren den Pflanzenmedizin-Pionier Kuno Lichtwehr kennen, und wandte sich von da an der Naturheilkunde zu.

Kenntnisse auf zahlreichen Fachgebieten führten in eigener Praxis schnell zu einem effektiven, natürlichen „Gesundheitswerkzeugkasten“.
Er veröffentlichte in 2012 „Das DMSO-Handbuch“.

Dr. Fischerbietet unter anderem Seminare zum Thema DMSO & Co. an. Ebenso betreibt er eine kostenfrei zugängliche Internet- und facebook-Seite mit jeweils zahlreichen Informationen wie z.B. Bezugsquellen, Leserbriefe mit Anwender-Berichten, FAQ’s, spezielle Anwendungen, Seminare. Weitere Informationen unter www.pranatu.de, www.facebook.com/PraxisinstitutNaturmedizin