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Benediktenkraut

Es ist besonders geeignet für Frauen mit Neigung zu Osteoporose, da es die Aufnahme von Mineralstoffen aus der Nahrung fördert.

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Das Benediktenkraut (Carduus benedictus/Cnicus benedictus) hat zahlreiche weitere Volksnamen: Kardobenediktenkraut, Benediktendistel, Benediktenkarde, Benediktenwurz, Bitterdistel, Bernhardinerwurzel, Bornwurz, Distelkraut, Heildistel, Spinnendistel oder Natternkraut. Wie viele Heilpflanzen gehört es zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae, Compositae). Benannt wurde es nach dem heiligen Benedikt; der Sage nach soll er den Vergiftungsversuchen seiner Ordensbrüder widerstanden haben. Die distelähnliche, einjährige, krautige Pflanze erreicht eine Höhe von rund 30 Zentimetern. Ihre wehrhaften Blätter sind mit einem Stachelsaum umgeben. Zu Heilzwecken wird das getrocknete Kraut verwendet. Gesammelt wird bei zunehmendem Mond von Juni bis September, am besten kurz vor der Blüte, denn dann ist der Bitterstoffgehalt am höchsten. Wild wachsend kommt die Distel nur im Mittelmeergebiet ab einer Höhe von 1000 Metern vor, bei uns kann sie jedoch angebaut werden.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Das Benediktenkraut enthält Bitter-und Gerbstoffe sowie ein ätherisches Öl. Wegen seiner Bitterstoffe gilt es zu Recht als Heilmittel bei Verdauungsstörungen, denn diese regen die Magensäfte an, sind galletreibend, verbessern den Appetit und lindern Magen-Darm-Beschwerden. Daher ist die Pflanze Bestandteil vieler Bittertees und Tonika.

So hilft das Benediktenkraut Ihnen als Frau
Neben der traditionellen Anwendung bei Verdauungsschwäche steht das Benediktenkraut in dem Ruf, die Aufnahme von Eisen und anderen Mineralstoffen aus der Nahrung zu ver¬bessern, weshalb es zur Osteoporose-Prophylaxe empfohlen wird. Seine magenstärkende und darmregenerierende Wirkung ist zudem nach oder während einer Chemotherapie hilfreich. Das mag einer der Gründe sein, weshalb das Kraut bereits im 17. Jahrhundert als Krebsheilpflanze gepriesen und verehrt wurde – ein weiterer ist ihre krebsfeindliche und das Tumorwachstum hemmende Wirkung. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass die in ihr enthaltenen Stoffe bestimmten Bakterien wie Staphylococcus aureus und Streptokokken das Leben schwer macht.

Rezept: Benediktenkrauttee
1 Teelöffel getrocknetes Benediktenkraut mit 200 ml kohendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen lauwarm und ungesüßt trinken. Zur Förderung der Verdauung vor oder nach den Mahlzeiten jeweils 1 Tasse trinken.

Tipp der Autorin zur Verwendung des Benediktenkrauts:
Bei familiärer Veranlagung steigt das Osteoporoserisiko mit den Wechseljahren deutlich an, daher der Rat, in regelmäßigen Abständen eine Teekur über 4-6 Wochen mit diesem Tee durchzuführen.

Darauf sollten Sie achten: Da die Sekretion von Magensäure durch Bitterstoffe angeregt wird, sollten Menschen mit Neigung zu Übersäuerung nicht zu viel von dem Tee trinken. Das gilt auch, wenn Sie unter einer Allergie gegen Korbblütler leiden. Als homöopathisches Mittel ab C30 besteht jedoch keine Gefahr einer allergischen Reaktion.


Veröffentlichung des Buchauszugs mit freundlicher Genehmigung des Verlags Knaur MensSana.

Buchtipp:
Dorit Zimmermann: Frauen Heilkräuter, Wohlfühlen, gesund bleiben und heilen mit der Kraft heimischer Pflanzen
Verlag Knaur MensSana, München 2018, 192 Seiten, 19,99 Euro