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Ausgabe Juli 2018
Naturretreat. ...von Petra Hinze

Die Verbindung mit der Natur und den Bäumen

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Seit Jahrtausenden ehren und hüten Medizinmänner, Heiler, Schamanen und Wissende die Erde als Mutter. Sie achten die Erde als lebendes Wesen. Sie wissen um die Kraft, die in Mutter Erde steckt. Die Pflanzen und die Bäume bieten uns ein zu Hause, Schutz und unsere Nahrung. Heilende Pflanzen und Kräuter stehen uns helfend zur Seite. Alles stellt uns die Erde bedingungslos zur Verfügung. Alles, was aus der Natur hervorkommt, ist perfekt. Da gibt es keinen Mangel, es ist so wie es ist - in ihrer Ordnung, der Anordnung, in Symbiose. Alles bedingt einander. Es ist der Mensch der es anders möchte. Doch warum möchte er es anders? Gab und gibt es nicht den Rhythmus der alles bestimmt, uns den Halt und die Orientierung schafft, die wir uns wünschen?

Mit der Christianisierung, der Ausbreitung des Christentums, wurde weltweit bewusst versucht, die Verbindung zur Natur zu unterbinden. Es sollte keine höheren Götter als die des Christentums geben. Mit der Zeit entfernten sich viele Menschen von dem Rhythmus der Natur, bei einigen ist diese Verbindung geblieben, oft im Geheimen. Je mehr der Fortschritt und die Wissenschaft Einzug hielt, umso mehr wurden Körper, Geist und Seele getrennt. Dabei sind wir die Natur selbst. Viele Menschen besinnen sich zurück zu alten Werten, zu altem Wissen. Sie praktizieren ein Verbunden-sein mit sich und mit den Kräften der Natur. Auch in einer Großstadt wie Berlin sind wir von solchen Kräften umgeben. Es gibt dort auch Orte der Kraft mit Bäumen, die schon mehr als 500 Jahre alt sind, wie zum Beispiel die Eichen. Eichen haben die Qualität, uns von innen heraus zu stärken, sie können uns Halt geben. Bäume gehören zu den größten Lebewesen auf der Erde. Sie teilen mit uns Menschen ihre aufrechte Gestalt. Außerdem dienen sie uns als Baumittel, Feuerholz, Heilmittel, Nahrung, sie produzieren Atemluft und im Sommer spenden sie uns ihren kühlen Schatten. Jede Baumart hat ihren eigenen Charakter. Im Laufe der Zeit entwickelt sich bei einigen Bäumen sogar eine greifbare Identität. Besonders bei alten Exemplaren kann man den Baumgeist spüren. Dieser Baumgeist hat einen besonderen Zugang zu den Kräften. Für die keltischen Druiden - die Eichenkundigen - war der Wald Heiligtum, Arbeitsplatz und Lehrmeister zugleich.

Lass die Natur dein Heiler sein!
Um mit der Natur in Kontakt zu kommen, ist es ratsam sich an einen stillen Ort zu begeben. Sie begeben sich also in ein Natur-Retreat. Man braucht nicht spirituell bewandert zu sein, jeder spürt die Kraft, wenn er einen Waldspaziergang unternimmt - meist kommt man erfrischter und geordneter zurück. Vielleicht kennst du einen Ort, an dem du dich geschützt fühlst. Schaue deine Umgebung, die Pflanzen und die Bäume an. Wie sind Rinde, Krone und die Blätter beschaffen? Trete dann bewusst mit diesem Baum in Verbindung. Sei offen, frei von Vorurteilen, vollkommen neutral, und du wirst Zeichen erhalten. Die Fähigkeit dazu trägst du in dir, denn uns liegt die Erfahrung von unseren Vorfahren im Blut. Je öfter du diese Art der Kommunikation durchführst, umso mehr wirst du diese Fähigkeit in dir wachrütteln.

Wissende sind immer in die Natur gegangen und haben mit diesen Kräften gesprochen und um Heilung gebeten. Wenn der Nordamerikaner, Rolling Thunder, mit der Erde sprach, sagte er nicht: „Mir geht es nicht gut, bringe mich in Ordnung!“, sondern er versuchte folgende Botschaft zu überbringen: „Mein Körper, meine Seele und mein Geist sind aus dem Gleichgewicht und ich brauche Deine Hilfe, damit es mir wieder besser geht.“ Die Natur hat dann diese klare Botschaft, kann sich nun ausrichten und für dich wirken.

Die Natur hat ihre eigene Sprache. Sie spricht uns an mit allem, was sie hervorbringt. Unsere Vorfahren haben im Laufe der Jahrtausende die Baumsprache entdeckt und anwenden gelernt. So suchten sie die Birke für Flexibilität auf. Unter Eichen wurde das Gericht gehalten. Unter Linden wurde getanzt, und in vielen Dörfern entdeckst du vor den alten Gaststätten daher die Lindenbäume. Die Linde ist auch ein Baum für die Liebe. Die Ulme steht für Schutz - Stücke von ihr wurden in die Kleidung eingenäht. Die Buche galt bei vielen Völkern als “Weise Frau des Waldes“. Beschriftete Tafeln aus Buchenholz gelten als Namensgeber für unsere heutigen Bücher. Der Apfelbaum war usrprünglich ein Attribut der „Großen Göttin“ und galt als Symbol für die Erde, die Liebe und Fruchtbarkeit. Erst viel später wurde sie mit der Sünde in Verbindung gebracht. Aus dem Harz der Nadelbäume kann man sich Wundpflaster herstellen, und so gibt jeder Baum seine Kraft, seine Weisheit und stellt sie dir zur Verfügung.

Literaturquelle: Im Haus des Mondes - Jason Elias, Bäume für die Seele - Erwin Thoma

Petra Hinze
ist Heilpraktikerin für Psychotherapie & Ritualleiterin.
Infos unter www.petra-hinze.de


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