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Harmonisches Familienleben. ...von Katja Rückspieß


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Jedes Elternteil, welches eine Bindung zu seinem Kind hat, und sei sie noch so klein, liebt sein Kind und wünscht sich das Beste für es. Dies gilt auch für Eltern, welche aus reinem Unvermögen heraus ein Verhalten an den Tag legen, welches offensichtlich ihrem Kind schadet. Aber auch den Durchschnittseltern, welche keine sonderlichen Probleme haben und ein recht normales und ruhiges Leben führen, fällt es zuweilen schwer, ihren Kindern das zu geben, was sie sich für sie wünschen. Warum ist dies so?

Die drei wichtigsten Faktoren, welche Eltern im Alltag scheitern lassen:
Zum einen liegt es daran, das die meisten Menschen der heutigen Zeit, und Eltern somit eingeschlossen, ihre natürliche Entwicklung der Selbstfindung nicht vollzogen haben. Das heißt, sie wissen selbst nicht genau, wer sie sind, was sie können und was sie wollen. Sicherlich haben einige eine mehr oder weniger deutliche Ahnung davon, aber keiner lebt sein volles Potential und ist sich in allem sicher. Diese allgemeine Unsicherheit zeigt sich dann natürlich auch in einer Unsicherheit, was der Umgang mit den Kindern betrifft. Es fällt ihnen schwer, ihren Willen zu formulieren und sie haben wenig Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten.
Ein zweiter Grund ist der, dass Eltern - und gerade die Mütter - es besonders schwer haben. Warum? Weil wir in einer Gesellschaft leben, in welcher von ihnen alles abverlangt wird und sie, selbst wenn sie einen Partner haben, oft alles allein machen müssen. Wir haben zu funktionieren und so haben wir auch als Mütter zu funktionieren. Wir müssen regelrecht alles allein schaffen, denn sonst sind wir keine guten Eltern. Dies suggerieren oder fordern sogar Außenstehende. Sowohl Familie, Freunde, als auch Zeitungen, Medien, Ärzte, Politiker und und und. Und dann sind da noch unsere eigenen Anforderungen, alles richtig zu machen. Aber da stellt sich schon die nächste große Frage: Was ist richtig?
Und da gelangen wir zum dritten wichtigen Faktor, warum es vielen so schwer fällt, ein einfaches und harmonisches Familienleben zu haben. Denn von allen Seiten strömen die widersprüchlichsten Informationen auf uns ein. Der eine sagt dies, der andere sagt das. Und da wir zutiefst verunsichert sind, verunsichern uns diese Informationen meist noch mehr. Wir suchen dann ein Konzept, versuchen einer roten Linie zu folgen und stellen irgendwann fest, dass es doch so nicht klappt. Denn wir haben vergessen, dass wir es sind, welche am besten wissen, was gut für unser Kind ist. Wir haben vergessen, dass all das Wissen darüber, was wichtig und gut ist, schon in uns ist. Und natürlich fehlt den meisten die Erfahrung und das Vorbild. Denn wer wächst heute noch in einer Großfamilie auf, in welcher es immer jüngere Kinder gab und man es im Alltag einfach mitbekommen hat, wie der Umgang mit Babys, Kleinkindern und später auch Jugendlichen ablaufen kann. Unsere Vorbilder sind heutzutage leider oft Fernsehserien oder andere Medien. Welche, selbst bei guten Absichten, nie ein vollständiges und natürliches Bild zeigen können.

Einen Zustand von innerem Frieden finden.
Wie können wir aus dieser Unsicherheit, aus den Disharmonien, Konflikten und latenten Gefühlen von Unwohlsein, Frust und Angst herauskommen und in einen Zustand von inneren Frieden, Harmonie, Leichtigkeit und gutem Gefühl kommen? Nun, der erste und sehr wichtige Schritt ist der, dass du dir einmal wirklich klar machst, was du eigentlich willst. Formuliere es ruhig so genau wie möglich und am besten schreibst du es dir auf. Die wenigsten von uns wissen, was sie wollen. Sie haben meist nur eine grobe Richtung und halten sich an die Vorgaben der anderen oder ihrem Weltbild.

Aber was willst du? Was willst du für dich, für dein Leben? Was willst du für deine Kinder. Jetzt und in Zukunft? Wie willst du mit deinen Kindern zusammenleben? Wie willst du mit deinem Partner zusammenleben?

Sei mutig und ehrlich dabei. Beantworte die Frage in der Freiheit, dass alles möglich ist. Du wirst feststellen, dass du bei manchen Punkten weit von deinem Wollen entfernt bist. Sei nicht zu streng mit dir und bekomme kein schlechtes Gewissen. Es war alles gut und richtig und es wird immer alles gut und richtig sein. Denn du bist Herr deines Lebens und kannst jederzeit alles, wirklich alles ändern.

Lösungswege
Du stellst fest, dass du willst, dass die Familienessen harmonisch vonstatten gehen. Und du merkst, dass es eben nicht so ist. Du fragst dich warum und merkst, dass es vor allem daran scheitert, dass deine Kinder ziemlich zappelig sind, oft schon früh den Tisch verlassen wollen und auch mehr kleckern als dir lieb ist. Du weißt, dass du noch so viel meckern kannst, es ändert sich nichts. Dies scheint also kein effektiver Weg zu sein.

Nun frage dich: Warum ist es dir so wichtig, dass sie am Tisch bleiben? Was stört dich daran, dass sie auf ihren Stühlen hin und her rutschen? Und was stört dich am Kleckern? Vielleicht stellst du hier schon fest, dass es dich eigentlich nicht wirklich stört, wenn sie zappeln. Aber da du es in deiner eigenen Kindheit immer gehört hast, hast du dies einfach ungeprüft übernommen. Mit dieser Erkenntnis kann, jetzt auf gleich, dieser Spannungspunkt einfach wegfallen. Aber was ist mit dem frühen Verlassen des Tisches. Schließlich wünscht du dir ja ein harmonisches Essen und dazu gehören doch auch die Kinder, oder? Aber ist es denn harmonisch, wenn sie gezwungen am Tisch bleiben? Nein. Also probierst du es einfach mal aus und lässt bei den nächsten Mahlzeiten jeden aufstehen, wenn er dies wünscht. Die Kinder nutzen dies und sobald sie fertig sind mit essen, verlassen sie den Tisch. Und nun? Nun sitzt du mit deinem Mann am Tisch und kannst dich mit ihm unterhalten. Durch die wegfallende Spannung kannst du die Gelegenheit nutzen, dich harmonisch mit deinem Mann zu unterhalten. Und noch etwas stellst du fest: Deine Kinder haben gar nicht mehr das Bedürfnis, sofort den Platz zu verlassen, auch sie nutzen nach und nach die Gelegenheit, etwas vom Tag zu erzählen. Ganz von allein. Und die Kleckergeschichte? Naja, Kinder sind Kinder. Trotzdem hast du wahrscheinlich keine Lust, immer ewig zu putzen. Und das ist eigentlich der störende Punkt. Auch dafür hast du eine gute Idee. Warum solltest du die Kleckerei sauber machen? Soll doch jeder seinen Platz selber sauber machen, dann kann jeder so viel kleckern, wie er will. Klar wird am Anfang auch deswegen gemurrt, aber es spielt sich ein. Dies sind einige Möglichkeiten von vielen, wie du dein Ziel erreichen kannst. Sei kreativ und offen.

Dieses Beispiel spricht gleich alle oben genannten Faktoren an. Erstens formulierst du, was du willst und du lernst dich kennen, indem du fragst: warum? Zweitens fängst du an, die Lösung in dir zu finden. Denn wenn du dich ganz persönlich fragst, was dich denn tatsächlich stört und was du denn eigentlich wirklich willst, dann findest du die Lösung. Und eigentlich kannst du sie nur selber finden. Alles, was von außen kommt, kann Inspiration sein, Ideen liefern und Möglichkeiten. Aber wie es für dich und deine Beziehung zu deinen Kindern richtig und gut ist, dass kannst nur du entscheiden. Und drittens: Meinst du, du bist jetzt eine Vorzeigemutter, welche alles im Griff hat? Natürlich nicht. Denn du lebst schließlich nicht für die anderen. Du lebst für dich. Du kannst es nie allen Menschen rechtmachen und du brauchst es auch keinem Menschen rechtmachen. Du brauchst es nur dir rechtmachen. Und in dem Moment, in welchem du für dich gehandelt hast, für dein Ziel ein glückliches Leben zu führen, in dem Moment warst du perfekt, so perfekt wie ein Mensch nur sein kann.

Unsere Vergangenheit
Wir sind alle geprägt von unserer Vergangenheit, unserer Kindheit und auch von der Vergangenheit unserer Ahnen. Tief in uns stecken die letzten Jahrhunderte, in welchen die Grundsätze herrschten, dass wir von grundauf verdorben seien und zum Besseren erzogen werden müssen. Bei Bedarf mit Gewalt. Wir haben zu gehorchen, wir haben zu funktionieren. Wir als Individuum sind wertlos und beliebig austauschbar. Wir wurden unterdrückt und wurden unserer Natur beraubt. Wir tragen dieses schwere Erbe in uns und es erweckt und nährt unsere Ängste. Seit einiger Zeit findet eine Zeit des Erwachens statt und es ist wundervoll. Aber es ist nicht zu leugnen, dass wir unser Erbe immer noch leben. Es ist an der Zeit dieses abzulegen. Und wieder zu uns zu finden. Denn auch ein anderes Erbe steckt in uns. Es gab auch Zeiten vor diesen dunklen Kapiteln unseres Seins. In welchen wir eins waren mit uns selbst. Eine Zeit, in welcher wir sicher wussten, was gut für uns ist, wer wir sind, was wir können und was wir wollen. Eine Zeit in welcher wir natürlicherweise bedingungslos geliebt haben und in allem und jeden das Gute gesehen haben. Auch dieses Wissen lebt in uns und wir können es jederzeit hervorholen. Dann können wir eine Welt erschaffen, in welcher jeder frei ist und sein Glück leben kann. Eine Welt, in welcher es keine Elternratgeber mit irgendwelchen Konzepten, Regel und Richtlinien gibt. Weil sowieso klar ist, dass jede Mutter und jeder Vater aus sich heraus wissen, was gut und richtig für seine Kinder ist. Eine Welt, die wieder voll ist von wunderbaren Vorbildern, weil wir wieder in Gemeinschaften leben und keine Mutter mehr allein auf sich gestellt ist.

Der Weg
Liebe Eltern, ich sage euch: Ihr könnt die Welt verändern! Ihr habt die einzigartige Macht und Verantwortung, auf gleich zwei Arten eine neue Realität zu schaffen:

1. Auf die Art, wie es jeder Mensch kann: In dem ihr euch wandelt und so lebt, wie ihr leben wollt. Und ihr Entscheidungen trefft, welche euch ein Leben führen lassen, in welchem ihr glücklich, gesund, voller Lebensfreude und Leichtigkeit und in Freiheit seid.

2. Auf die Art, auf welche es nur Eltern können und Menschen, welche Kinder in ihrer Entwicklung begleiten: Indem sie den Kinder das vorleben, was sie sich für ihre Kinder wünschen. In dem sie die Kinder gleichwürdig und mit Respekt behandeln. Sie ernst nehmen und ihnen sowohl die Sicherheit wie auch die Freiheit geben, sich zu entfalten. Wir sind Beschützer und Begleiter unserer Kinder. Wir können mit ihnen zusammen die Welt entdecken und ihnen unseren Erfahrungsschatz vermitteln. Und ebenso, wie sie von uns lernen, so können wir von ihnen lernen, in einer ständigen, inspirierenden, kreativen und bereichernden Wechselbeziehung mit ihnen. Das ist das Ziel und das ist der Weg.


Katja Rückstießist Heilpraktikerin und Physiotherapeutin
Weitere Infos: zu Ihrer Arbeit finden Sie auf www.heilpraktiker-berlin-pankow.de
und im Blog: du-veraenderst-die-welt.jimdo.com