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Ausgabe Mai 2018
Allergien der Atemwege. ...von Frank Henning

Ein therapeutischer Ansatz verschafft schnelle Linderung

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Im Zusammenhang mit Allergien werden häufig folgende Fragen gestellt: Wie entstehen Allergien - und warum? So fragen Forscher wie etwa Molekularbiologen. Welche Medikamente gibt es dagegen? Was kann ich verordnen? So fragen Mediziner. Wie kann ich mich von der Allergie befreien? So fragen Betroffene.

Aufgabe des Immunsystems ist die Abwehr aller körperfremden Stoffe – nicht nur Bakterien und Viren, sondern auch Staub, Proteine, Chemikalien und natürlich Pollen. Die Haut lässt viel durch, was eigentlich nicht in den Körper gehört (z.B. Lösungsmittel in Farben, die auf die Finger kommen), die Schleimhaut noch viel mehr (z.B. Lösungsmittel, die man einatmet).

Das Immunsystem des Allergikers ist nicht etwa krank; auf 99 Prozent aller Stoffe reagiert es völlig normal und angemessen. Es ist nur übermäßig empfindlich, z.B. auf bestimmte Pollen. Wodurch wird das ausgelöst? Das Immunsystem hat beim Lernen einen „Fehler“ gemacht: Es reagiert auf den Pollen so, als wäre es ein Virus! Aber warum? Neueste Forschungen deuten darauf hin, dass bei dieser Form der Allergien nicht eine Störung des Immunsystems vorliegt, sondern die Ursache im Autonomen Nervensystem zu suchen ist. Das heißt: Psychotherapie, in erster Linie gezielte Entspannungsverfahren, sind besser wirksam als Medikamente, weil sie eine Veränderung und Entwicklung im Menschen bewirken; wenn man das Medikament absetzt, ist der Zustand unverändert wie vorher, eher noch schlechter. Nach einer guten Psychotherapie ist der Zustand „allergiefrei“ über Jahre stabil, ohne dass man ständig zum Psychologen muss ...

Wenn ein sensibler Mensch – die meisten Allergiker sind hochsensible Menschen – sich allzu sehr an „die Welt“ anpassen muss, wenig Freiraum für sich selbst hat, angestrengt und schnell arbeiten muss, überfordert wird mit Dingen, die er eigentlich nicht mag, dann ist eine Allergie eine (vom Unterbewusstsein gesteuerte) Methode, Grenzen zu setzen gegen eine übergriffige Umgebung. Keine gute Methode, da sie doch den Allergiker selbst deutlich mehr belastet als die Umgebung. Aber sie funktioniert! Der Allergiker wird eher in Ruhe gelassen.
Eine Allergie ist also eine übermäßig heftige Reaktion auf ständige Grenzverletzungen, die auf drei unterschiedlichen Ebenen stattfinden können: auf der biologischen Ebene, der seelischen und der mentalen. Was wird uns alles untergejubelt, auf allen drei Ebenen! Wir müssen lernen, Grenzen zu setzen. Wer sich nicht permanent gesellschaftlichem Anpassungsdruck unterwirft, ist für Allergien schon weniger empfänglich; Individualisten und Eigenbrötler bekommen seltener eine Allergie.

Die Sichtweise der Mediziner, den Menschen in seinem Erleben und seinen Reaktionen auf seine Biomoleküle und Rezeptoren zu reduzieren, ist wenig angemessen und hilfreich, weil sie die Seele ausblendet. Wenn wir eine Allergie behandeln wie eine Phobie – und hier gibt es inzwischen sehr wirksame Behandlungsmethoden, Interventionsmethoden, die die Phobie gut kurieren – dann löst sich die Allergie auf. Lernen und durchführen kann diese Methode jeder NLP-Practitioner und jeder Hypnotherapeut; seit 10 Jahren bilde ich Heilpraktiker in diesem Verfahren aus. Wenn kein gravierendes Problem im Wege steht, wie z.B. eine Depression, eine Sucht oder starker Stress, lässt sich z.B. eine Birkenpollenallergie in 3 bis 5 Sitzungen kurieren, ebenso Katzen- und Pferdehaarallergien. Während dieser Therapie lernt der Klient, sich zu zentrieren, körperlich zu sich zu kommen; und er lernt, sich abzugrenzen gegen eine übergriffige Umgebung. Dann ist die Allergie überflüssig, da ihr sekundärer Krankheitsgewinn auf eine andere Art und Weise sichergestellt wird. Und das Autonome Nervensystem kommt wieder ins Gleichgewicht, sodass für das Immunsystem Pollen wieder Pollen und Tierhaare wieder Tierhaare sind – harmlose Eindringlinge, die regulär entfernt werden können, das Normalste von der Welt. Damit dieser Prozess vollständig innerhalb einer (der dritten) Sitzung abgeschlossen werden kann, sind bestimmte Bedingungen erforderlich: ein tiefes Vertrauen, sich führen zu lassen, und eine sorgfältige Vorbereitung (die ersten beiden Sitzungen). Sind beide Bedingungen erfüllt, kann dieses Verfahren meiner Erfahrung nach in über 95 Prozent der Fälle zum Erfolg führen. Seit 1996 habe ich über 120 Klienten in meiner Praxis mit diesem Verfahren behandelt.

Fragen zur Allergie
Zur Vorbereitung kann der Allergiker sich einmal folgende Fragen stellen:Was läuft mir da über die Leber? Was würde ich mir gern vom Hals halten?Ich habe keine Luft zum Atmen. Was rückt mir zu dicht auf die Pelle? Wovon will ich mich befreien? Wo muss ich mich richtig verbiegen, damit alles gut läuft?
Die Gemeinheit dabei: Die Allergie bricht oft morgens früh aus, wenn man entspannt im Bett liegt – ebenso wie viele Probleme, die man tagsüber glaubt im Griff zu haben, gerne nachts auftauchen und einen um den Schlaf bringen. Also hat man sie nicht wirklich im Griff sondern glaubt das nur! Man hat sie nur gut verdrängt, und nachts sind sie dann da. Emotional steckt hinter einer Allergie meist das Problem, Nähe und Distanz zu anderen Menschen nicht gut regulieren zu können. Oft werden Menschen gerade auf die Dinge allergisch, die sie gerne mögen, wie z.B. Birken, Katzen oder Pferde.

Fallbeispiele aus eigener Praxis:
1. Eine Chemielehrerin, 70 Jahre alt; sie bezeichnet sich selbst als „sehr kopflastig“. Ihre Birkenpollenallergie trat erstmals mit 30 Jahren auf, als sie ihre mündlichen Prüfungen ablegen sollte; sie stand sehr unter zeitlichem Druck, und musste neben dem Studium auch schon halbtags arbeiten. Als sie pensioniert wurde, kam noch ein allergisches Asthma dazu; das hat sie mit einer Hyposensibilisierung erfolgreich kurieren können, die Allergie aber blieb. Noch nie hatte sie psychotherapeutisch behandeln lassen; wir kamen aber gut voran, und nach 3 Sitzungen war ihreAllergie verschwunden. Gerade als die Birken in voller Blüte standen!

2. Eine Frau, Mitte 40, mit 3 Kindern. Ihre ältesten Töchter, 14 und 16 Jahre, sind leidenschaftliche Reiterinnen; wenn sie aus dem Stall kommen und sie Pferdehaare „herumliegen“ sieht, wird sie angespannt und ängstlich, und die Pferde-Allergie bricht sofort aus. Nach der zweiten Sitzung konnte sie sich (vorsichtig!) wieder an Pferdehaare gewöhnen, z.B. ließ sie die Reithose ihrer Tochter über Nacht auf dem Küchenstuhl liegen. Wenn sie dann morgens in die Küche ging, ohne daran zu denken, passierte nichts – trotz der Pferdehaare. Nach der 3. Sitzung ging sie selbst in den Stall, begutachtete einige Pferde – und kaufte eins von ihnen! Sie konnte es streicheln, auch bürsten, am Schluss sogar selbst reiten - die Pferdeallergie war verschwunden! Die Töchter waren happy – ein eigenes Pferd!

Frank Henning ist Hypnotherapeut und NLP-Lehrtrainer.
Er unterrichtet seit 2000 an verschiedenen Instituten die Phobie- und die Allergiebehandlung mit NLP und Hypnose.
In seine Praxis in Charlottenburg kommen Menschen mit Allergien, Phobien und Panikattacken.
Weitere Infos: www.institut-für-gesundheitsförderung.de


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