aktuelle Seite: ARTIKEL   

Leben eben. ...von Katja Neumann


art94462
© fotoyou - Fotolia.com

Vergrößern hier klicken.
Verstehe einer diese Welt! Diese ganzen Warums und Wiesos und den Sinn des Ganzen. Und dann noch wir mittendrin. Mensch. Anstatt zu staunen, bewundern und demütig zu danken, für das, was uns Schönes umgibt, machen wir platt, was sich platt machen lässt. Und was sich nicht platt machen lässt oder sich zumindest nicht unterwirft, das wird verfolgt und im Zweifelsfall vernichtet. Natur genauso wie Glauben, Religionen und Rituale. Oder Ratten zum Beispiel. Ich mag Ratten. Ich bewundere ihren Gleichmut ob der Dinge, die um sie rum und mit ihnen geschehen, sie überleben einfach. Ich hab das nicht so ausgeprägt, ich muss doch hin und wieder nach Gründen suchen, Menschen zu mögen und mich erinnern, dass ich freiwillig und gerne hier bin. Nicht im Speziellen natürlich, aber so ganz im Allgemeinen.

„Der Mensch ist die sinnloseste Spezies, er verehrt einen unsichtbaren Gott
und misshandelt eine sichtbare Natur! Ohne zu wissen, dass diese Natur die er misshandelt, der unsichtbare Gott ist, den er verehrt!“(Hubert Reeves, kanadischer Astrophysiker+ Autor)


Das Dilemma der Ungläubigkeit
Wir können eigentlich ganz liebenswert sein, großmütig und stark, Großes erschaffen und Kleines auch, ganz laut und ganz leise und Wunder vollbringen. Wenn wir wollen. Eigentlich sind wir toll. Wären da nicht die Jahrhunderte, die hinter uns und auf uns liegen, all das, was so in unseren Zellen abgespeichert ist wie Zwiebelschichten, manchmal auch wie Betonplatten, viele übereinander und die uns in uns festhalten: im Schmerz und in der Angst und dem fehlenden Glauben, das alles gut wird. Irgendwann vor langer Zeit haben wir die Anbindung verloren. Nein, nicht verloren, nur so unendlich vergessen. Das Gott-Sein an sich ist ja immer noch in uns, wir sind und bleiben Mikrokosmen im Makrokosmos, in dem einen von vielen. Egal wie sehr wir uns anstellen, das ist die gute Nachricht. Nichts geht je verloren.
Als ich still in den Raum fragte, worüber ich schreiben soll bzw. darf diesmal, las ich innerhalb von wenigen Minuten zwei Zitate und ein kurzes Interview, die alle genau in meinen Gedankenstrom funkten. Eines davon haben Sie zuvor schon gelesen. Das andere macht ebensolchen Sinn:

„Die Verschmutzung des Planeten ist nur die Spiegelung im Außen von einer psychischen Verschmutzung im Inneren, ein Spiegel für die Millionen von unbewussten Menschen, die keine Verantwortung für ihren inneren Raum übernehmen.“ (Eckhart Tolle)

Das ist der Stand der Dinge, so sieht es aus. Nicht zu übersehen, dass es gerade nicht so gut läuft für Mutter Erde. Und wir sind es, die das tun. Das bedeutet, wir können auch damit aufhören. Jetzt sofort. Jeder Einzelne. Nicht darauf warten, dass irgendwer da oben das richtet, weder da oben in der Politik (kurz gelacht) noch ein Gott, der über uns richtet. Schelm ist, wer so was glaubt. Dass da jemand vorbeikommt und repariert, was wir angestellt haben. Verantwortung bleibt Verantwortung.
Was Mensch abhandengekommen ist, ist die unbedingte Verbindung zwischen Glauben und Spiritualität und dem Schutz der Natur, unserem Lebensraum. Und dass das ganz viel mit Glück und Zufriedenheit zu tun hat. Zufriedene Menschen haben einen Rundumblick auf alles, was ist. Sie sind nicht gleichgültig, sie glauben an sich und an Wunder und sie sind dankbar. Wir sind es wohl gerade nicht, stattdessen verteilen wir alles in einzelne Schubladen, zerpflücken und zerlegen in Einzelteile, was mal ein Ganzes war und schauen nicht mehr in alle Schubladen gleichzeitig. Wir trennen Gesundheit vom Geist, unsere innere Einstellung von unserem äußeren Verhalten, lernen in der Schule, aber nicht fürs Leben, das muss wann anders stattfinden (wann eigentlich?), Nahrung hat nichts mehr mit Medizin zu tun (dafür haben wir ja Pillen) und unsere Gedanken nichts mehr mit unserer Wirklichkeit. Wir haben oft nichts mehr mit uns selbst zu tun und wissen es meist leider nicht einmal. Es ist in Cafés ganz gut zu sehen, wenn Menschen ganz weit weg von sich sind (ein so treffender Begriff), sie reden laut und wichtig z.B. über ihren Job, sie füttern ihr Ego mit der gemeinten Kompetenz (wirklich was davon haben tut nur ihr Arbeitgeber, die Firma dankt). Aber es hat nichts mit ihrem Wesen zu tun, nicht mit ihrer Essenz und Existenz.

Lichtblicke
Ich habe kurz entzückt überlegt, nach Buthan umzusiedeln, nachdem ich oben bereits erwähntes interview gelesen habe. Es gibt dort einen Glücksminister! Dr. Ha Vinh Tho ist verantwortlich für das Bruttonationalglück dort. Er sagt über die drei Grundpfeiler, die er lehrt: „Glück ist eine Fähigkeit die man lernen kann, es geht darum, Selbstreflektion, Achtsamkeit zu stärken, Sozialkompetenz für ein liebevolles Miteinander und einen verantwortungsvoller Umgang mit der Natur für ein nachhaltiges Leben.“So wie die alten Naturvölker verbindet er ganz selbstverständlich alles miteinander, sozusagen ohne Luft zu holen, es gibt keine Abtrennung zwischen innen und außen. „Deutschland ist aus wirtschaftlicher Perspektive das viertstärkste Land“, sagt er weiter. „Beim World Happiness Report liegt es jedoch nur an sechzehnter Stelle.“ Die Diskrepanz zwischen dem, was Deutschland wirtschaftlich leiste und wie wohl sich die Leute dabei fühlen, sei also bemerkenswert. „Eigenschaften wie Kreativität und Mitgefühl wird in unserem veralteten Schulsystem keinerlei Stellenwert beigemessen. Derzeit verbrauchen wir 1,5 Erden, wenn alle so leben würden wie wir in Deutschland, sogar 3!“ (entnommen aus Interview im Neon 18. März 2018)
Wir sind also vergleichsweise reich, fortschrittlich und zivilisiert, aber bei dem Thema Zufriedenheit und Glück nicht wirklich weit gekommen. Eher werden wir immer leerer innen drinnen. Aber wir hängen fest im Hamsterrad, anstatt nach innen zu schauen, glotzen wir auf unser Handy, wo wir gehen und stehen, und glauben, der noch größere Flat Screen könnte uns eventuell doch noch ein bisschen glücklicher machen.
Im Amazonasgebiet gibt es Völker, die haben kein Vokabular für gestern, Vergangenheit, morgen oder Zukunft. Es gibt nur das Jetzt. Sie haben auch keine Zahlen, es geht, wenn überhaupt, darum, ob genug von etwas da ist oder nicht. Und ihre Medizin wächst direkt vor der Tür - also noch… Es sollen sehr glückliche Menschen sein und wirklich wundern tut es mich nicht, denn schon die Vorstellung, dass ihre Kinder ohne Noten aufwachsen, macht mich glücklich und neidisch zugleich.

Ver-Antwort-ung
Wir leben natürlich in einem andern Umfeld, wir haben andere Herausforderungen als ein Volk im Amazonas, aber wenn wir ein klein wenig in unserem ganz alltäglichen Geschehen zurückkehren zu dieser schlichten Frage: „Gehe ich gerade mit der Natur? Mit der da draußen wie mit meiner inneren?“ Dann ist das jedes Mal sowohl eine hoch spirituelle als auch hoch politische Haltung. Jedes Mal, wenn ich einkaufen gehe, entscheide ich mich für oder gegen Pestizide, für oder gegen Verpackung, Tüten, Tierversuche, Tierleid usw. und damit auch immer für oder gegen meine eigene Gesundheit. Automatisch. Und unsere Kaufkraft ist eine nicht zu unterschätzende Macht. Je mehr wir wieder zurückkehren zu natürlichen gesunden Lebensmitteln, Kosmetika, Wasch- und Putzmitteln etc., also je weniger wir uns vergiften, desto weniger unterstützen wir monopolisierende gierige Firmen, eine Zerstörung der Umwelt und gleichzeitig kann Seele wieder höher schwingen. Nur dann haben wir eine Chance, wieder in unsere höchstmögliche göttliche Ordnung zu kommen, SO sind wir eigentlich gemeint! - Dass, was es in Massen und vor allem billig gibt, verklebt Körper, Geist und Seele. Das kann man wohl als Faustregel sagen. Fastfood, Industriezucker, Glutamat, Süßstoff+Co., kommerzielle Nachrichten, Computerspiele, Dogmen usw. wirken energetisch ähnlich: Es macht dumpf, die Energiekörper, die Zirbeldrüse, alles verklebt/verstopft und schwingt nur noch auf niedrigem Niveau, der Kanal ist nicht mehr frei, die Anbindung so schwach, dass wir sie kaum noch spüren, uns selbst nicht mehr spüren. Wer einmal weg ist von dem ganzen Chemiekram, weiß, wovon ich rede, und möchte nie wieder zurück. Es ist wie ein Erwachen aus einer tiefen Trance. Matrix eben, möchtest Du die rote oder blaue Pille…(ich hoffe, alle kennen den Film, wenn nicht, bitte gucken).

Es geht nicht darum, dass jeder alles richtig macht und jeder darf selbst entscheiden, an wen oder was er glaubt, aber wie können wir ignorieren, dass wir auf einem wundervollen lebenden und gebenden Planeten sitzen? Gerade jetzt der Natur beim Aufblühen zuzuschauen ist wie jedes Jahr ein Wunder. Das ist heilig! Ich wünsch mir so sehr einen Glückminister, da das aber wohl noch ein bisschen dauern wird, vermute ich, können wir doch den Job übernehmen, jeder ein bisschen, alle gemeinsam, oder? Das wünsch ich mir, das wäre schön. Danke.

Katja Neumann ist Heilpraktikerin und arbeitet seit vielen Jahren mit uralten schamanischen Heilweisen in ihrer Naturheilpraxis im Prenzlauer Berg. Sie veranstaltet Workshops wie z.B. Schamanisches Reisen lernen.
Weitere Infos: www.katja-neumann.de


19.05.2018, 12-16.30 Uhr (70 EUR) + regelmäßige Gruppen
Weitere Infos: www.katja-neumann.de
Kontakt: 030-43734919

web: http://www.katja-neumann.de