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Ausgabe April 2018
Peace Food. Von Ruediger Dahlke


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Studien zeigen, wie sehr der Konsum von Tierprotein auf breiter Grundlage gesundheitlich schadet. Übergewicht und Diabetes II sind nur die gut sichtbare Spitze eines gewaltigen Eisberges, dessen wahres Ausmaß uns bisher - wie bei Eisbergen üblich - zu sieben Achteln verborgen blieb. Nun aber ist zunehmend deutlich geworden, welch dramatisches Elend da unter der Wasseroberfläche herangewachsen ist. Die Fakten sind hart und klar: Wir richten uns zugrunde, wenn wir tierisches Eiweiß zu uns nehmen.

Natürlich ist es erschreckend, jetzt - nach Jahrzehnten anderslautender Propaganda - zu hören, wie dramatisch Milch(produkte) und Fleisch den direkten Weg in Krebs und obendrein auch noch Osteoporose pflastern. Das ist das genaue Gegenteil von allem, was uns die Milch-, Fleisch- und überhaupt Lebensmittelindustrie über Jahrzehnte predigte, was Kinder schon in der Schule lernten. Aber es ist nie zu spät umzudenken: In Ländern mit äußerst geringem Milchkonsum wie Nigeria ist Osteoporose praktisch unbekannt, in Ländern jedoch mit noch höherem Konsum als in den deutschsprachigen - etwa Finnland - ist sie eine Volksseuche. Aber auch Studien aus einem einzigen Land wie den USA ergeben, dass dort lebende buddhistische Nonnen bei veganer, d.h. tierproteinfreier Ernährung keine Anzeichen von Osteoporose zeigen, wohin ihre gleichaltrigen amerikanischen Geschlechtskolleginnen mit der US-typischen Tiereiweißmast damit ein großes Thema haben. Aber es wird noch viel schlimmer, wenn wir uns anschauen, wie sich das Brustkrebsrisiko mit Fleischessen und Milchtrinken erhöht und auch das für Prostatakrebs.

Natürlich bleibt bei all dem auch die seelische Beteiligung wichtig, aber es ist nur die eine Seite der Medaille, die andere ist und war immer der Körper, jenes Haus, in dem die Seele seit unserer Empfängnis lebt. Hier gilt der Satz der Heiligen Theresa von Avila: „Lasst uns gut sein zum Körper, damit die Seele gern in ihm wohne.“ Dazu müssen wir dem Körper natürlich auch geben, was er braucht und ersparen, was ihn belastet und schädigt wie Fleisch, egal von welchem Tier, und Milchprodukte, egal welch wohlschmeckende Form sie annehmen können. Für mich persönlich ist es zum Beispiel gar kein Verzicht, Milch wegzulassen, sie hat mir seit dem späten Abstillen nie mehr geschmeckt, aber ein Butterbrot zu einem knackigen Apfel oder ein verführerisch angerichtetes Mousse au Chocolat lacht mich immer noch hin und wieder an.

Nun habe ich aber in Bergen von Studien, die ich für Sie und mich durchgeackert und in „Peace Food“ zusammengefasst habe, gelesen und verstanden, was gerade Milch(produkte) anrichten können durch die darin enthaltenen Wachstumsfaktoren wie IFG-1, die nach der Kindheit und Jugend und damit abgeschlossenem Körperwachstum offensichtlich das Wachstum von Krebs fördern. Die Cholesterin-erhöhende und damit Gefäß-schädigende Wirkung kommt wie bei Fleisch noch hinzu. All das hat mir das Umdenken erleichtert und meinen Entschluss gefördert, mir und meinem Körperhaus so etwas in Zukunft zu ersparen. Es hat mich gefreut zu hören, dass Ex-US-Präsident Bill Clinton nach Lektüre derselben Studien auch denselben Schluss daraus zog und seine Ernährung auf vegane Kost umstellte, um - wie er sagte - seine Enkelkinder noch zu erleben. Der bis dahin leidenschaftliche Burger-Fan hatte schon mehrere By-Pass-Operationen hinter sich. Diese sind aber niemals erfolgreich im Sinne von Hemmung der Verkalkungsprozesse oder gar Rückgängigmachung von Gefäßverschlüssen, sondern reparieren nur zeitweilig einzelne Blockaden, aber alles bleibt im bereits erreichten Zustand. Konsequent gesunde, d.h. in diesem Fall Tierprotein-freie Kost kann aber nicht nur die Arteriosklerose aufhalten, sondern sogar Verschlüsse wieder rückgängig machen. Eine Studie des US-Arztes Caldwyn Esselstyn belegt das sogar mit Röntgenbildern.

Wir können uns all das und noch mehr ersparen und dabei auf allen Ebenen ungeheuer gewinnen. Anstatt große Mengen hochwertiger Kohlenhydrate an Tiere zu verfüttern, um kleine Mengen tierischen Eiweißes zu produzieren, könnten wir - wie ich aus persönlicher Erfahrung weiß - mit tierproduktfreier Ernährung unser Leben enorm voranbringen. Allein wenn wir nicht mehr all die Angst mitessen, die im Fleisch gequälter und unter extremer Todespanik geschlachteter Tiere steckt, geht es uns gleich schon viel besser, denn Angst reduziert immer den Lebensgenuss. Seit 40 Jahren vermeide ich Fleisch und fühle mich leistungsfähig, energiegeladen und froh, dass ich an all dem Elend der Tier-Zuchthäuser, Tiertransporte und Schlachthöfe keinen Anteil mehr habe und den Hunger in der Welt zumindest nicht mehr über meine Ernährung fördere, sondern im Gegenteil der Klimakatastrophe vegan essend sogar entgegenwirke. Seit fast zwei Jahren lebe ich ganz ohne Tiereiweiß, d.h. auch Milch(produkte) und Eier bleiben außen vor, und das bringt noch mehr und schönere Geschenke mit sich: Es fällt viel leichter, sein Gewicht zu halten, weil Bewegung mehr Freude macht und der Grundumsatz bei veganer Kost automatisch steigt, die Körperausdünstungen werden angenehmer, das Stinken der Körper-ausscheidungen lässt nach und man verfügt über mehr und Energie, was sich leicht anfühlt und in gehobener Stimmung resultiert. Tiere, sogar wilde, verlieren die Angst vor einem, Schmetterlinge landen schon mal wie sonst nur auf Blumen. Und all das geschieht einfach so im Alltag. Sie brauchen nicht erst in die Karibik zu düsen, um mit Delphinen zu schwimmen, was zugegebenerweise viel Spaß macht, es reicht sich zum Meditieren in den heimischen Wald zu setzen und eigentlich wilde Tiere werden mit der Zeit kommen, wohl um an ihrem Schwingungsfeld teilzuhaben.

Beim Weglassen von Fleisch und Milch(produkten) geht es also wirklich nicht primär um Verzicht, sondern um Zuwachs und Gewinn(en) auf so vielen Ebenen. Es geht natürlich nicht darum, Allesesser herunterzumachen, sondern ihnen zu helfen, aufzusteigen hinsichtlich Lebensstimmung und -gefühl. Die Geschenke kommen der Reihe nach und beziehen sich auf Innen- wie Außenwelt. Ihr Aussehen wird enorm profitieren und Sie fühlen sich nicht nur jünger, sondern sehen auch jünger aus, die Gedanken werden klarer, was logisch ist, weil sich die Durchblutung bessert. Das Blut wird flüssiger, was sich seelisch in einem Empfinden von In-Fluss-Kommen zeigt. Nicht umsonst sprechen Glücksforscher vom Flow oder Fluss. Bewusste vegane Ernährung regt sehr dazu an, diesen Flow-Bereich auf körperlicher und seelischer Ebene zu erreichen und zu halten. Vor allem diese wundervolle Stimmung ist zu betonen, wenn der Organismus erst einmal all die Schlacken und Gifte ausgeschieden hat und weniger neue aufnimmt.

Wir haben also so viel zu gewinnen, packen wir es an! Und wir können nebenbei noch so vielen so viel schenken und ihr Dasein erleichtern, von den Tieren über die Menschen der Hungerländer bis zu Mutter Erde. Frieden beginnt immer innen oder er beginnt nicht. Die letztlich einfache Ernährungsumstellung kann Frieden schaffen und Glück fördern. Wir können dadurch Frieden finden in unseren Herzen und diesen auch nach außen wirken lassen, ganz im Sinne eines der bedeutendsten Heiligen, Franz von Assisi, der aus weitem Herzen sagen konnte: „Herr mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens.“



Ruediger Dahlke ist seit 1979 Arzt und Psychotherapeut, absolvierte die Zusatzausbildung zum Arzt für Naturheilweisen und bildete sich während des Studiums in Homöopathie weiter. Der Öffentlichkeit wurde er vor allem als Autor von Büchern zur ganzheitlichen Psychosomatik bekannt.

Durch seine Bestseller Peace Food wurde er zum Mitbegründer der veganen Welle. Weitere Informationen zu seiner Person und seinem Wirken unter www.dahlke.at.

Buchtipp:Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt.
Ruediger Dahlke, 336 Seiten, 19,90 Euro
Gräfe und Unzer Verlag


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