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Ausgabe Februar 2018
Vom Kommen und Gehen der Schmetterlinge im Bauch. Von Heike Brunner


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„Mit Dir geht es nicht und ohne Dich auch nicht!“ Dieser Satz spiegelt die unermessliche Seelenqual, die Liebe mit sich bringen kann. Dabei ist sie doch so etwas Schönes, es fühlt sich doch so wunderbar an, die Verbundenheit im Herzen zu spüren. Es pocht und schlägt gemeinsam schöner, wie zwei Pendeluhren, die nebeneinander hängen, die am liebsten im gleichen Takt schlagen. Die Sehnsucht nach Symbiose ist groß und dennoch ist die Kunst der wahren Liebe, seine Individualität zu behalten oder wiederzufinden.
So wie im Tarot, wo „Die Liebenden“ im Sonnenlicht taumeln und tanzen, um doch am Ende einzeln und allein durch einen schmalen Weg einer metaphorischen Mauer gehen zu müssen, um ganz sie selbst werden zu können. So gibt es auf unserem Lebensweg immer wieder Menschen, die wir mehr oder weniger lieben, mit denen wir uns mehr oder weniger verbinden und wieder trennen. Hier entsteht so manches Leid und mancher Schmerz, den getrennte Liebe mit sich bringt, und doch birgt jedes Loslassen auch die Chance für einen neuen Anfang, auf einer anderen Ebene.

Energetische Aspekte für Liebe und Kraft bei Trennung, Verlust und Abschied
Energetisch hilft es bei einer Trennung, sich zunächst Zeit für den Schmerz zu geben und daher braucht es manchmal bei endgültigen Trennungen im Leben wirklich Zeit, dies zu verarbeiten und annehmen zu können. Oftmals merken wir erst, wenn etwas fehlt, wie sehr wir es liebten. Traditionell wurde und wird als Zeichen der Trauer zwei Jahre schwarz getragen. Schwarz stützt unsere Wasserenergie nach der chinesischen Medizin, stärkt die Willenskraft und hilft gegen Ängste. In der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft werden Menschen, die nach zwei Monaten den Verlust eines geliebten Menschen noch betrauern, schnell missbilligend betrachtet und regelrecht gemieden. Folglich landet viel Trauer auf unseren Verdrängungsplätzen, um irgendwann, irgendwo unpassend hervorzuquellen. Aus der Seelenarbeit ist es aber bekannt, dass auch die verstorbenen einen Zeitraum von zwei Jahren benötigen, um sich ganz zu lösen. In Träumen treten sie dann mit Ihren Liebsten in Kontakt oder wie Helmut Schmidt, der ehemalige Bundeskanzler, über seine verstorbene Frau Loki sinngemäß in einem Interview sagte: Es fühle sich an, als sei sie einfach im Raum neben an.
Ruhe und Schlaf, Auszeiten, besonders am Wasser, die Gezeiten beobachten, das Kommen und Gehen als rhythmisch zu erleben, stärken das Wasserelement in uns, das wir brauchen, um wieder lieben oder das Leben lieben zu können. Denn das Wasser kontrolliert das Feuer, sprich die Nieren-Energie die Herz-Energie. Im-Fluss-Sein ist die Zaubermedizin.

Die Trauer über eine Trennung spielt sich zunächst im Metallelement unseres Körpers ab. Lunge und Dickdarm sind hier die zugehörigen Organe und auch die Haut zählt zum Metallelement. Dort braucht es nun Hilfe, vor allem, wenn Lungen, Dickdarm oder Hauterkrankungen nach einer Trennung oder Verlust auftreten. Mit Atemübungen oder Atemmeditationen, wie beim Einatmen die Zukunft einatmen und beim Ausatmen die Vergangenheit loslassen, können wir uns stärken und in den Lebensfluss zurückatmen. Der Darm hat die Fähigkeit, Altes, Verbrauchtes loszulassen und den Körper zu entlasten. Auf einen täglichen Stuhlgang zu achten, hilft in Bewegung und nicht in der Trauer steckenzubleiben. Sanfte körperliche Bewegung, Zeit für Spaziergänge, am besten mit einem Taschentuch bewaffnet und täglich etwas Leinsamen angestoßen und eingeweicht einnehmen, eine Urpflanze mit vielen Mineralien und heilenden Schleimstoffen, liebt und heilt unseren Darm.
Das Metallelement produziert durch die Lungen auch unser sogenanntes „Wei Chi“, was übersetzt Abwehr-Energie bedeutet. Das Wei Chi umgibt uns und ist ähnlich der Aura. Die Energiehülle der Aura ist eine energetische Trenn- und Schutzschicht unseres Körpers zur Umwelt. Die Reinigung der Aura und Chakren sind energetische Maßnahmen, eine emotionale Trennung zu bekräftigen, eventuell überholte Verbindungen zu lösen und Frieden zu schaffen. Da seien zum einen die Energieverbindungen zum Herz- und unserem Sexual-Chakra zu nennen. Mit beiden knüpfen wir Liebes- und Sexualbeziehungen. Liebe und Sexualität müssen also nicht unweigerlich eins sein. Um sich von einer Liebesbezieh-ung mit Co-Abhängigkeiten zu lösen, sind energetische Arbeitstechniken sehr hilfreich, denn die Verbindung ist dort geschmiedet worden. Wir spüren die Entstehung der energetischen Bande durch die Schmetterlinge im Bauch: Hier knüpfen gerade unsere Chakren mit einer anderen Person ein energetisches Band, ähnlich einer Nabelschnur. Zwischen Eltern und Kindern existiert dieses Band ganz natürlich. Bei missbräuchlichen Beziehungen sind die Menschen durch diese energetischen Verbindungen miteinander verstrickt. Diese Verbindungen sind dunkel und mit Macht und Abhängigkeitsthemen gefüllt, nichts mehr von der Leichtigkeit, der einstigen Schmetterlingsflügel ist zu spüren. Sobald sich ein Partner versucht zu befreien, wird der andere energetisch dessen gewahr und kürzt, in der Regel, die Herzenergie-Verbindung, was Angst erzeugt.

Regelmäßige Visualisationsübungen, diese zu Ketten gearteten Verbindungen zu lösen und zu heilen, helfen, sich von diesen sogenannten Lieben zu trennen und wieder zu sich selbst zu kommen. Einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Liebesfähigkeit ohne Abhängigkeit ist übrigens: mit einer Liebe aus der Mitte heraus, einer Liebe, die in Selbstannahme verwurzelt ist, zu lieben. Zur Mitte, dem Erdelement, zählen unser Magen und die Milz. Sie liegen auch in der Mitte des Körpers und bilden eine Achse, um die sich alles dreht. Ist die Energie hier stark, können wir uns geschmeidig mitdrehen, ohne unser Zentrum zu verlieren. Wir nehmen uns Zeit, zu verdauen, und schnappen nicht gierig nach dem Nächsten. Süchte, Sehnsucht, Liebes- und Sexsucht sind letztlich, aus chinesischer medizinischer Sicht, ein Thema der fehlenden Mitte. Mit Tanz, mit Grounding, mit regelmäßiger Selbstfürsorge, im Bewusstsein darüber, ein Recht darauf zu haben, für sich selbst zu sorgen, stärken wir die Erdenergie. Es sind die mütterlichen Themen, die wir lernen müssen: uns Selbstliebe geben zu dürfen, damit wir nicht andere abhängig machen, die für uns Sorgen sollen, was dann mit Liebe verwechselt wird, denn Liebe ist bedingungslos.

Fragen aus den fünf Elementen, die zur Liebe passen und die wir uns stellen können, um Kraft zu schöpfen, wenn wir eine Liebe verloren haben:
Wasser: Welche einfachen Dinge geben mir Mut? Was bringt mich wieder ins Fließen? Was kann ich einem Flusslauf mitgeben und loslassen?
Metall: Wo, bei wem oder an welchen Orten kann ich meiner Trauer Raum geben? Wo kann ich ein Abschiedsritual machen?
Feuer: Welche Gespräche tun meinem Herzen gut? Was bringt mich zum liebevollen inneren Lächeln?
Erde: Welche Nahrung hilft mir, mich zu erfreuen und leicht zu verdauen? Wo und wie kann ich mich erden? Welche täglichen Rituale helfen mir dabei?
Holz: Welche körperliche Bewegung, Betätigung benötige ich, um wieder in mein Herz fühlen zu können?


Heike Brunner:
Heilpraktikerin und Journalistin, Naturheilpraxis Chisalon mit den Schwerpunkten TCM, Kinesiologie, Phytotherapie,
Weitere Infos unter: text@artandheal.com


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