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Rauhnächte - eine magische Zeit. Von Petra Hinze


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Rauchnächte, Rauhnächte, Glöckelnächte, Weihenächte oder die Zwölfe sind besondere Nächte in der Winterzeit. Meist werden sie in der Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar begangen. Regional gibt es aber auch Unterschiede, sodass der Zeitraum variieren kann. In diesen zwölf Nächten geht es viel um Brauchtum, Magie und Mystik. Es ist eine Zeit der wilden Jagd, der Geister und der Seelen. Auch der Aberglaube kommt nicht zu kurz. Doch was hat es mit den Zwölfen auf sich?

Naturzeichen
Die Winterzeit war schon immer eine magische Zeit. Die Nebelschwaden und die Nässe vom November werden von den klaren kalten Tagen des Dezembers abgelöst. Mit seinem Schnee der alles verhüllt … Mit den Winden, die der wilden Jagd zugeordnet wurden, angeführt vom wilden Jäger, dem Woden. Er braust mit seinem Gefolge durch die Lüfte und dringt in die Häuser, die nicht gut verschlossen sind, ein…. Tiere beginnen zu sprechen und fremden Tieren gegenüber ist Vorsicht geboten. Wer weiß, wer sie sind und was sie im Schilde haben. Oder ist es sogar eine Hexe?

Aberglaube?
Nicht nur. In unserem Kulturraum war die Zeit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des Lichtes. Der Sonnengott Baldur wurde wiedergeboren, Mitten im Winter, wo die Kälte und die stürmischen Winde erst aufkommen und die kalte Zeit erst so richtig begann. Es ist die Zeit der Hoffnung, die dunkelste Zeit im Jahr und gerade jetzt kehrt die Kraft und das Licht der Sonne auf die Erde zurück. Danken, erinnern, ehren, aber auch Vergangenes verabschieden, zurücklassen. Stille, Einkehr, besinnen.

Brauchtum
Rauh wegen der Ungemütlichkeit im Außen. Rauchnächte, weil viel geräuchert wurde. Der Rauchbrauch war sehr beliebt - Haus und Stall wurde ausgeräuchert. Die Energien des alten Jahres aufgelöst und bereinigt. Man wusste, welches Kraut sich besonders für bestimmte Zwecke eignete.

Diese Tage lagen außerhalb der Zeit und galten als mystische Zeit. Gesetze, die sonst bestanden, waren aufgehoben. Die Tore zur Anderswelt waren offen. So war auch Achtsamkeit geboten. Nicht nur gut gesinnte Geister, auch Gesindel war unterwegs. Geister zogen umher und nahmen so manche kranke und alte Seele mit. Wegkreuzungen wurden gemieden. Die Vorstellung von der Nacht war nicht so, wie wir sie heute kennen. Licht gab es nicht zu jeder Zeit, Nacht war, wenn es dunkel war.
Meine Großmutter sagte immer, zwischen den Jahren stehen die Räder still… Keine Kleidung sollten wir waschen. So manches Brauchtum ist bis heute überliefert und findet Anwendung.

Abschied & Orakel
Zwischen den Zwölfen befindet sich der Jahreswechsel. Mit den Fragen, was wird kommen, was möchte ich. Wie wird mein Schicksal sein? Die Schleier zur Anderswelt sind dünn. Magie und Orakelzeit haben Hochkonjunktur. Es gibt viele Überlieferungen. Die Zeichen der Natur wurden gedeutet. Begegnungen wurden Aufmerksamkeit geschenkt, was bedeuten sie? Scharfgarbenorakel, Bleigießen, später Kartenlegen. Hoffnungen und Wünsche, daher das Orakeln.

Märchen, Sagen, Geschichten….Was macht diese Zeit so besonders? Sie ist nicht fernab. Sie ist auch jetzt erleb- und erfahrbar. Mit den Liebsten zusammen sein. Ausruhen, danken, zurückschauen und besinnen. Was brauche und möchte ich? In die eigene Tiefe gehen und sich selbst spüren. Duft in den Räumen verströmen. Zeit für sich haben. Bewusst diese Nächte begehen bringt so manche Magie in den Alltag des Jahres. Und warum nicht einen Blick in die Zukunft wagen? Wer weiß, welcher Wink des Schicksals sich zeigt?

Petra Hinze ist Heilpraktikerin für Psychotherapie & Ritualleiterin.
Weitere Infos: www.petra-hinze.de


Termine: 20.12.2017 Wintersonnenwende; 2.-4.3.2018 Alchemilla Naturheiltage; Schamanischer Jahreskurs ab März 2018
Telefon: 0173 956 20 41

web: http://www.petra-hinze.de