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Die Gesetzmäßigkeit des Wunders: Jesus wandelt auf dem See ...

Auszug aus dem Buch "Die Wiederkunft Christi: Die Auferstehung des Christus im eigenen Inneren"
von Paramahansa Yogananda


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© Gino Santa Maria - Fotolia.com

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"Die Verbindung zwischen Bewusstsein und Körper endet mit dem Tod: Der Körper zersetzt sich, weil sich Geist und Bewusstsein daraus zurückziehen. Aber solange das Bewusstsein dem Körper innewohnt, bemüht es sich intensiv, die Atome, Zellen und Organe zusammenzuhalten - selbst dann, wenn Krankheit und Alter ihre Wirkung zeigen. Wird die körperliche Masse aus tanzenden Elektronen - aus Licht und Energie - vom menschlichen Geist verdichtet und insgesamt als schöpferisches Sinneswerkzeug der Maya angesehen, erweckt diese Masse den Eindruck eines festen Gebildes. Würden Wissenschaftler jedoch die von Einstein beschriebenen physikalischen Prozesse anwenden, könnten sie den Körper wieder in seine ihm zugrunde liegende Energie umwandeln. Im Gegensatz zu Jesus mangelt es ihnen aber an der Fähigkeit, es durch die Kraft ihres Geistes zu vollbringen. Ein Meister, der versteht, dass der Geist den Körper kontrolliert, und der vollkommene Herrschaft über seinen Geist besitzt, ist imstande, die Atome des Körpers teilweise oder vollkommen aufzulösen - er kann dessen spezifisches Gewicht verändern oder den Körper vollkommen entmaterialisieren - und dann die gewohnte Struktur der körperlichen Beschaffenheit willentlich wiederherstellen.

Die überbewusste Erkenntnis, dass der Körper aus beseelter Energie entsteht, dass er ein Traumbild aus Geist-Substanz ist, führt augenblicklich zur Befreiung von der Täuschung, die ihm ein bestimmtes spezifisches Gewicht zuschreibt, denn ohne Massendichte gibt es kein Gewicht. Solange man aber an der Überzeugung festhält, dass der Körper etwas Festes sei, geht er mit Sicherheit unter, wenn man versucht, auf einer Wassermasse zu wandeln, da sie eine geringere Dichte aufweist und den Körper deshalb nicht tragen kann. Ein kleiner, an ein schweres Eisenstück gebundener Korken versinkt, wenn er in einen Topf mit Wasser geworfen wird, aber ohne das Eisenstück würde der Korken schwimmen. In ähnlicher Weise wird der Körper vom Gewicht des materiellen Bewusstseins herabgezogen. Wenn man die von der Maya hervorgerufenen Illusionen, die der Materie Dauerhaftigkeit zuschreiben, mithilfe der Meditation vom Körper trennt, kann man den Körper willentlich auf dem Wasser tanzen, durch feste Substanzen hindurchgehen und in der Luft schweben oder fliegen lassen.

Die Kriya-Yoga-Meditationstechniken des Pranayama, der Herrschaft über die Lebenskraft, die den Atem in sublime biotronische Energie umwandelt, führen zu der positiven Erkenntnis, dass der Körper aus rein kosmischer Energie besteht. Übt ein Fortgeschrittener den Kriya, wird der Körper mit Sauerstoff aufgeladen, und die körperlichen Atome werden zunehmend ätherischer, bis der Körper so leicht wird wie eine Feder. Der Mensch hat keine Vorstellung davon, wie viel Kraft in seinen Körper fließt, wenn er das Geheimnis des Atems enträtselt hat. Das Üben des Kriya bewirkt, dass ein geregelter, kontinuierlicher Zufluss von Sauerstoff in den Körper erfolgt. Dessen Atome werden durch den Prozess des Pranayama in Lebenskraft umgewandelt, welche die feinen Ströme in der Wirbelsäule verstärkt; diese Energieströme wiederum erwecken die astralen zerebrospinalen Zentren und vergeistigen den ganzen Körper. Nach Jahren erfolgreichen Übens wird der Körper eines fortgeschrittenen Kriya-Yogis so vergeistigt, dass dieser während ekstatischer Bewusstseinszustände kaum noch fühlt, ob sein Körper den Boden berührt. Die ihn durchflutende Lebenskraft wird so machtvoll, dass der ganze Körper seine täuschende Festigkeit verliert und tatsächlich schwebt. Dies kann ich aus eigener Erfahrung bezeugen. Aber ein Anfänger auf dem geistigen Weg sollte nicht erwarten, schon morgen gewichtslos umherzuspringen! Der heutige Mensch ist es gewohnt, schnelle Ergebnisse zu erzielen. Seine Industrie und Technologie stellen neue Produkte so rasch her, dass er meint, auch für den spirituellen Fortschritt müsse es ein präzises, bequemes Programm geben. Die Erwartung eines sofortigen spirituellen Erfolges ist vielleicht mehr als nur ein bisschen kühn, wenn man bedenkt, wie viele Leben ein Mensch bereits damit zugebracht hat, ein unspirituelles Wesen zu werden. Im Verhältnis dazu ist selbst ein lebenslanges geistiges Üben nicht zu viel verlangt. Dennoch stellen die Wissenschaft des Kriya-Yoga und die Kunst der Meditation keine Plackerei dar, weil man die Ergebnisse einer allmählichen Veränderung gleich von Anfang an spürt.

All dies wurde von den großen indischen Yogis dargelegt. Jesus Christus war mit Sicherheit ein Meister dieser Yoga-Wissenschaft, dank derer er die Schwingungsdichte seines Körpers in schwereloses Licht verwandeln konnte. Die meisten Menschen leben nicht die Wahrheit der Bibel; sie geben sich mit einem bloßen theologischen Glauben zufrieden oder mit ihren eigenen philosophischen Träumereien, die zu nichts führen. Wer dem wissenschaftlichen spirituellen Weg folgt, erzielt konkrete Ergebnisse, und diese bewahrheiten sich durch den eigenen Wandel vom weltlichen zum göttlichen Bewusstsein."

Ein Auszug aus Diskurs 42, "Jesus vollbringt das Wunder der Speisung der Fünftausend und wandelt auf dem See von Galiläa", aus Die Wiederkunft Christi, Band II, von Paramahansa Yogananda (Self-Realization Fellowship, Los Angeles, Kalifornien. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck mit Erlaubnis.) In den 75 Diskursen des dreibändigen Werkes erlebt der Leser eine beeindruckende Reise durch die vier Evangelien, die ihn mit der tieferen Bedeutung der Lehren Christi vertraut macht. Dazu gehören Themen wie die Taufe, der Heilige Geist, die Vergebung der Sünden, Himmel und Hölle, Auferstehung, Meditation und Reinkarnation sowie die Erforschung der Jahre Jesu in Indien. Diese Bände sind das Ergebnis von mehr als 30 Jahren Lehrtätigkeit Yoganandas im Westen und - zusammen mit seiner von der Kritik gefeierten Auslegung der Bhagavad-Gita, Gott spricht mit Arjuna - Meilensteine seiner Mission, die grundlegende Übereinstimmung zwischen den wahren Religionen darzulegen.

Paramahansa Yogananda, am besten bekannt durch seine Autobiographie eines Yogi (weiterhin ein Bestseller seit der Erstveröffentlichung im Jahre 1946), hat Millionen von Menschen eingeführt in die indische Spiritualität und die heilige Tradition der Yoga-Meditation.

Self-Realization Fellowship (SRF) ist eine gemeinnützige Organisation, die von Paramahansa Yogananda gegründet wurde, der weithin als Vater des Yoga im Westen betrachtet wird.