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Innere Stille. Von Neem Kristina Mayer


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© Zsolnai Gergely - Fotolia.com

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Vom Wandel der Stille
Vor über 35 Jahren hatte das Wort Stille für mich eine andere Bedeutung als heute. Ich meditierte mit eiserner Disziplin nach einer bestimmten Tradition. Im Studentenwohnheim wohnend nahm ich nicht etwa Teil am bunten Küchengeschehen der Bewohner. Nein. Es klebte ein Zettel an meiner Tür: "Bitte nicht stören!" Es hatte still zu sein, nur das war heilig. Die raue Welt da draußen zählte nicht.
Irgendwann hatte ich beschlossen, doch am Leben teilzunehmen. Über viele Jahre gab es da immer noch ein Innen und Außen. Das Außen schien immer wieder der Grund zu sein, für das Wegfallen der so sehr gewünschten Stille. Dieser Zustand veränderte sich drastisch, als mein Selbst viele Jahre später erkannte, dass es das Außen gar nicht gibt. Da war auf einmal nur noch das eine große Herz, nicht mein persönliches Herz, das Herz des Lebens. Von dieser inneren Seite schauend, sah alles anders aus. Obwohl ich noch alle menschlichen Sinne hatte, veränderte sich meine Wahrnehmung. Es konnte nichts mehr projiziert werden, es fand alles in mir selbst statt. Ich begann mehr Verantwortung zu übernehmen und akzeptierte von da an, dass alles, was mich im sogenannten Außen stört, etwas ist, was mich in mir selbst stört.

Eigentlich gibt es nun nicht mehr viel, was ich darüber schreiben könnte. Denn das Leben selbst - in all seinen Facetten bunt schillernd und verschieden - ist zur Einheit geworden. Vom Point of View (dem Punkt des Schauens) meiner sinnlichen Wahrnehmung gibt es sicher Unterschiede. Wie laut und leise, Vorlieben und Abneigungen.
Vom Punkt des Schauens aus meiner inneren Natur heraus relativiert sich das vollständig. Laut ist nicht immer laut und leise ist nicht immer leise. So ist Stille auch nicht immer Stille. Sie hat verschiedene Qualitäten. Es gibt die leise Stille und die laute Stille, die zufriedene Stille und die aggressive Stille. Und die Stille für die ich niemals Worte haben werde.


Wahrnehmung aus dem Herzen
So muss es in meinem Leben nicht mehr immer still sein, was die akustische Stille anbelangt. Stille ist unabhängig von meiner Wahrnehmung, wenn ich das, was ich wirklich bin, durchscheinen lasse. Dann taucht die sinnliche Wahrnehmung in mir aus der Stille auf. Selbst meine Waschmaschine, die Alltagsgeräusche oder der Verkehr werden dann zu Musik.Es wird nichts mehr ausgeschlossen oder als Stille oder Nicht-Stille definiert.
Dies zeigt sich allerdings nur, wenn Befreiung im Herzen wirklich geschieht. Über Herz und Leben aus dem Herzen wird so vieles geschrieben, was mit dem, was hier gemeint ist, überhaupt nichts zu tun hat. Ich meine - wie schon erwähnt - nicht das persönliche Herz und auch nicht das Herzchakra. Es gibt eine viel tiefere Dimension in unserem Herzen. Ganz hinten vor der Wirbelsäule. Der göttliche Funke unserer wahren Natur.
Fällst du dort hinein, dann ist das Gnade. Es kann nicht angestrebt werden, man kann die Reifung und Bereitschaft dort hineinzufallen jedoch fördern.
Fällst du dort hinein, dann verschwindet deine Identifikation mit einem persönlichen Ich. Was zur Folge haben kann, dass deine sinnliche Wahrnehmung von der Stille deines wahren Seins, deiner wahren Natur gespeist wird.

Embodiment oder Verkörperung des inneren Falls in die Stille
Das geschieht jedoch in den wenigsten Fällen automatisch. Wenn es durch Gnade in deinem Leben wirklich passieren sollte, dass du in diese Stille fällst, was das gleiche ist wie die Leere, dann stellt sich dir die Herausforderung, es auch zu leben. Da mit dem Eintauchen in die unendliche Stille das Loslassen der Identifikation mit einem persönlichen Selbst einhergeht, kann es passieren, dass der Verstand erschrickt und sich wieder in den Vordergrund drängt. Und weg ist sie... die Verkörperung der Stille im Sein. Persönliche Themen, wie etwa der Mangel an Stille, werden dann wieder nach außen projiziert. Und schon ist es wieder laut.

Wird die innere Stille mit jeder Faser gelebt, dann wird das Leben ein Fest. Dann taucht aus der Stille die Fülle auf. Du erlebst dann das ganze Leben in seiner Prallheit auf der Grundlage deiner inneren Stille. Und da alles in dir selbst geschieht, könnte es niemals anders sein, wie es gerade ist. Es ist einfach immer perfekt.

Neem (Kristina Mayer) gibt Einzelsessions und Gruppen zur Reifung des Bewusstseins, begleitet in Prozessen des Erkennens unserer wahren Natur, sowie bei der Transformation persönlicher Lebensthemen. Weitere Informationen: www.neemkristina.com


Offener Abend zum Kennenlernen am Freitag, 15.12.2017 sowie 12.1.2018 um 19.30 Uhr, bitte 20 Minuten vorher da sein.
Ort: Meditationsraum im Amma-Treff, Wundtstraße 13, Berlin Charlottenburg. Herzlich willkommen! Empfohlener Beitrag: 20,- €.
Info: 033204-181124, 0157 84828177, info@neemkristina.com

web: http://www.neemkristina.com