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Ausgabe September 2017
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2017. 09: Das Drama mit der Kokosnuss

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

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© Tim UR - Fotolia.com
Eigentlich gibt es das "Drama" nicht mit der Kokosnuss, sondern mit der irreführenden Werbung für Kokosnussöl. Die Nuss selber, Cocos nucifera, und vieles von der Pflanze ist eine wunderbare Nahrungsquelle und Heilpflanze. Die Palme wird seit über 3.000 Jahren kultiviert. Sie wächst in fast allen subtropischen und tropischen Regionen dieser Erde und kann dort angebaut werden. Der Samen enthält viele B-Vitamine, sowie auch der Saft des noch unreifen Kerns, das sogenannte Kokoswasser. In der Volksheilkunde wird der Verzehr gegen Demenzerkrankungen empfohlen, gut für Haut und Haare soll es sein. Es reguliert den Darm und senkt den Blutdruck. Dazu soll das Fruchtfleisch verzehrt werden. Es enthält Fette, Zucker und Proteine in ausgewogenem Verhältnis. In den Anbaugebieten liefert es den Menschen Baumaterial für Häuser, Schnüre, Isolation, Schatten u. v. m. Leider braucht die Pflanze auch sehr viel Wasser und trocknet so den Boden aus, sodass andere Pflanzen schlechte Bedingungen haben.
Nun zum Öl. Noch vor 20 Jahren galt gerade in der Naturheilkunde und Diätetik Kokosöl als minderwertig. Es besteht fast ausschließlich aus gesättigten Fettsäuren, kann schlecht verdaut und fast nichts anderes daraus resorbiert werden. Auch als Alternative zu tierischen Fetten ist es nicht geeignet. Immer wieder erfahren einzelne Pflanzenextrakte eine massiven Wunderbewerbung. Man denke an Acerola, Manuka, Echinacea, Aloe und mehr. Die können dann "alles" : Krebs heilen, schwerste Erkrankungen verhindern und sind super gesund… Bitte unbedingt Ursachen und Wirkungen genau beachten und nicht alles glauben. Das Öl ist natürlich nicht per se "schlecht", jedoch wirkt es keine Wunder.

Anwendungstipp:
Genießen ab und zu eine ganze Kokosnuss. Denken Sie daran: Es ist eine tropische Pflanze (zum Thema regional/saisonal/biologisch).
Verwenden Sie in der Küche gutes Speiseöl, z. B. kaltgepresstes Olivenöl, Distelöl oder Sonnenblumenöl.

Kurse und Infos: www.corneliatitzmann.de


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