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Die Bedeutung der kindlichen Atemkraft. Von Dagmar Neff


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Zweierlei Aspekte der Atemenergetik sind von zentraler Bedeutung für die Entwicklung vom Kindsein zum Erwachsenen. Dabei handelt es sich um Prägungen, die das Kind bereits während der Schwangerschaft und im Moment seiner Geburt erhält. Zum einen geht es um die Thematik des Mutteratems, zum anderen um die Prägung des Atemzentrums aufgrund der vorherrschenden Lichtverhältnisse, denen es begegnet, wenn es aus dem Mutterleib heraus die Welt betritt.

Über die Nabelschnur versorgt die Mutter ihr Ungeborenes mit allen lebenswichtigen Nährstoffen und "leiht" ihm auch ihren Atem, sodass es vom Zeitpunkt der Empfängnis bis hin zur Geburt im mütterlichen Atemrhythmus mitschwingt. Über den Atem gibt die Mutter jede eigene körperliche und gesundheitliche Befindlichkeit an das Ungeborene weiter. Entscheidend wirken sich dabei sowohl ihre seelisch geistige Befindlichkeit wie auch die körperliche Konstitution aus. Wie sie die Zeit der Schwangerschaft erlebt und ob das Kind willkommen ist oder nicht. Der so gefärbte Mutteratem mit all den menschlichen Qualitäten, Fähigkeiten, Freuden, Ängsten, Verhaltensweisen aber auch Untugenden wirkt prägend auf das ungeborene Bewusstsein ein. Sind die Gefühle der Mutter positiv, weiten diese den Brust- und Flankenatem des Kindes. Hingegen verursachen beängstigende, schmerzvolle und deprimierende Zustände der Mutter dort eine Hemmung.

Beim Verlassen des Mutterleibes fließt im Kind noch der Mutteratem. Zugleich ist es seine Aufgabe, den eigenen Atem zu entdecken und in seinen eigenen Rhythmus zu finden. Von diesem Gelingen, wie es nach und nach die eigene Atemkraft entfaltet und dadurch ein eigenes Bewusstsein entwickelt, hängt sein zukünftiges Erdenleben ab. Indem das Kind sich in natürlichen Schritten immer mehr vom mütterlichen Leihatem löst, mit dem das persönliche Bewusstsein der Mutter verbunden ist, kann es seine eigene Atemkraft (Lebenskraft) ausbilden und stabilisieren. Verbleibt es jedoch zulange im Mutteratem, um diese Heimat nicht zu verlieren und sich nicht als ein von der Mutter getrenntes Wesen zu erfahren, kommt es dadurch nur unvollständig in den eigenen Atem. Eine anhaltende Bindung an den Mutteratem verhindert deshalb die Entwicklung eines "eigen"sinnigen Bewusstseins.

Unterschiedliche Ursachen können Hindernisse im Loslösungsprozess darstellen und das Kind in seiner Atemkraft hemmen, wie beispielsweise ein ungelöster Konflikt zwischen Mutter und Kind oder ein getrübtes Vater-Mutter-Kind-Verhältnis, eine schwierige Schwangerschaft usw. In solchen Fällen hilft es, wenn Kinder ab dem sechsten Lebensjahr rhythmische Atemübungen unter der Anleitung eines Erwachsenen durchführen. Damit stärken sie die Kraft ihres Eigenatems und können sich leichter vom Mutteratem lösen, um an Eigenständigkeit, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu gewinnen sowie ein intaktes Immunsystem aufzubauen.
Sonne und Mond bringen aufgrund ihrer gegensätzlichen Wirkung zwei Arten von Lebensrhythmen hervor: Den sonnen- (solaren) und mondbetonten (lunaren) Atem. Geburtsmoment und erster Atemzug sind ausschlaggebend für eine lebenslang wirkende Grunddisposition beim Neugeborenen. Vorherrschende Lichtverhältnisse durch den Sonnen- und Mondphasenstand im Augenblick der Geburt regen das Atemzentrum im Gehirn des Kindes an, wenn es den dunklen Geburtskanal verlässt. Je nachdem ob der Sonnen- oder Mondeinfluss überwiegt, folgt es ab diesem Zeitpunkt dem solaren oder lunaren Atemprinzip und damit seinem individuellen Atemrhythmus, wobei der erste Atemzug Impulsgeber für die Regulierung seiner Atmung ist. Das Kind vollzieht deshalb entweder eine intensive Ein- und entspannte Ausatmung oder umgekehrt. Im Idealfall berechnen Eltern die Sonnen- und Mondanteile bei der Geburt und können sich damit über die Energetik des Kindes informieren. Denn die zwei gegensätzlichen Atemvorgänge verursachen unterschiedliche Verhaltensweisen und Bedürfnisse als Auswirkungen des kindlichen Atemprinzips auf Ernährung, Stoffwechsel, Körperhaltung, Händigkeit, Bewegungsrhythmus und Selbstausdruck. Mit der Berücksichtigung des Atemprinzips in der Entwicklung des Kindes geben wir ihm die Botschaft, dass es sich seinem individuellen Wesen entsprechend optimal entfalten darf.

Bei therapeutischen Maßnahmen erfordert sowohl die Thematik des Mutteratems als auch die Auswirkung des kindlichen Atemtyps besonderes Augenmerk. Einerseits gilt es, die Loslösung zu beachten, andererseits das Atemprinzip des Kindes zu überprüfen. Optimale Basis in einer ganzheitlichen Behandlung bildet immer die Anpassung des Therapiekonzepts an die dem Kind gemäße solare oder lunare Atmung, beispielsweise ist die Ursache von Asthma bei lunaren Kindern eine andere als bei solaren. Das lunare Kind verfügt über ein anderes Verdauungs- und Stoffwechselgeschehen als das solare. Eine Symptomatik sieht dadurch in beiden Fällen ganz unterschiedlich aus. Mithilfe der bewährten Kombination von Atem und Rhythmus lassen sich jedoch bereits viele Probleme ganz einfach lösen. Im Sinne einer ganzheitlichen Therapie kann dadurch die kindliche Lebensenergie freier fließen und der Erfolg stellt sich weitaus schneller ein, weil manches unnotwendig wird.


Dagmar Neff ist ganzheitliche energetische Therapeutin, Seminarleiterin, Autorin und lebt in Villach/Österreich.
Weitere Infos auf www.neff-naturheilwissen.at

Buchtipp:
JA zum Leben. Die Wurzeln der kindlichen Atemkraft
Von Anbeginn an birgt der Atem des Kindes seine Quelle für Gesundheit, Ausstrahlungskraft und Präsenz. Sowohl das seelische, körperliche als auch das geistige Wachstum hängen davon ab, ob wir die energetische Konstitution beim Kleinkind beachten. Dagmar Neff vermittelt in ihrem Werk ein Grundverständnis und den Zugang zum sensiblen Bereich der Lebenskräfte. Atem, Rhythmus und Naturgesetze sind Kernthemen, denn sie bilden den Schlüssel zu den schöpferischen Quellen des Kindes und damit zum Aufbau einer gut funktionierenden Immunkraft. Als Wegweiser für eine positive Entwicklung im Lebensalltag mit Kindern richtet sich das Buch insbesondere an Eltern, Therapeuten und Pädagogen. Detailliert und anschaulich beschriebene Übungen helfen gesunden und kranken Kindern, ihre Atemkraft zu stärken und sie zu stabilisieren. Empfehlungen für spezielle Bachblüten und bewährte homöopathische Mittel lassen sich als zusätzliche Unterstützung bei "Hindernissen" wirksam einsetzen.