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Ausgabe Juni 2017
Beitragsreihe 2017 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Muttermilch


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H. Schäfer: Herr Krüger, um was geht es heute?
Andreas Krüger: Wir wollen heute über die Muttermilch sprechen, weil die Muttermilch eines der Basismittel in der Therapie eines Menschen ist. In meiner homöopathischen Praxis verordnet ich normalerweise Mittel nach den Gesetzmäßigkeiten der Homöopathie - also man sucht individuelle, charakteristische oder absonderliche Symptome wie es Hahnemann in seinem Organon nach §175 beschreibt - aber manchmal helfen diese Mittel nicht. Und wenn dann auch das zweite Mittel, das man nach diesen Anweisungen ausgesucht hat, wieder nicht hilft, kann man entweder verzweifeln oder davon ausgehen - wobei mir die Testungen helfen - dass der Patient z.B. ein Mittel auf dem Milchweg braucht. Das heißt, dass es bei ihm nicht darum geht, homöopathische Mittel nach den Gesetzen der Ähnlichkeit zu finden, sondern dass er ein Mittel braucht - und da sind die Milche im Grunde die großen Heilmittel per se - wodurch er etwas bekommt, was ihm fehlt.

Ich dachte immer, Homöopathie funktioniert eben nach diesem Ähnlichkeitsprinzip.
Natürlich ist das die Grundidee, Homöopathie zu verordnen: Ich nehme einen Stoff, z.B. die Zwiebel und dadurch kriege ich Augenbrennen und Schnupfen und wenn jemand zu mir kommt, der keine Zwiebel gegessen, aber Augenbrennen und Heuschnupfen hat, dann gebe ich ihm allium cepa, die Zwiebel, in einer C30 und es verschwindet. Heile eine Erkrankung mit einem Stoff, der, wenn du ihn prüfst und einem Gesunden gibst, genau diese Symptome auslöst. Wenn wir den Milchweg testen, ist die Vorgehensweise anders. Hier wird nicht nach den Gesetzen der Ähnlichkeit verordnet, sondern man guckt, was diesem Menschen fehlt.

Kann man das auch selber anwenden, ohne zu einem Homöopathen zu gehen?
Ja, es ist für jeden anwendbar, weil es um Kausalbedürfnisse geht - da muss man kein großer Homöopath sein. Manchmal wirken keine Therapien, wenn die Grundbedürfnisse nicht abgeklärt sind. Ich möchte gerne eine Studie vorstellen. Viele kennen das Buch "Die Suche nach dem verlorenen Glück". Als ich jung war, war das unsere Bibel und unsere Hoffnung. In diesem Buch schreibt die Ethnologin Jean Liedloff über einen Stamm in Südamerika, der in paradiesischen Zuständen in Frieden lebte und sich liebevoll um die Kinder kümmerte - so, wie wir damals leben wollten und ich heute noch leben will. In unserer Welt funktioniert das nicht so einfach. Vor kurzem habe ich von einer Studie gehört, die mir noch einmal mehr erklärt hat, wie wichtig das Mittel lac humanum aufgrund unserer Berührungs- und Stillkultur ist. Diese Studie kommt von einer Ethnologin aus Neu-Guinea. Dort gibt es eine Küste, an der noch menschenfressende Stämme leben.

Richtige Kannibalen?
Richtige Kannibalen. Aber er gibt auch einen Stamm ganz im Süden, der total friedlich ist und matriarchal, polyamorisch und vegan lebt. Und dann gibt es fünf weitere Stämme Richtung Norden der Küste und jeder Stamm wird immer brutaler, kannibalistischer und aggressiver. Der südlichste Stamm lebt nur von Früchten und Wurzeln. Sie stillen ihre Kinder über einen langen Zeitraum und leben ein zärtliches Miteinander. Der nördlichste Kannibalenstamm hat Sexualpraktiken, die keine Zärtlichkeit kennen und wenn Kinder geboren werden, bringt man sie außerhalb des Dorfes in Kindergruben unter, wo sich den ganzen Tag keiner um sie kümmert. Viele sterben und nur die härtesten überleben. Die Mütter kommen nur ein- bis zweimal am Tag zu diesen Gruben, lassen die Babys ganz schnell trinken und dann stellen sie sie wieder ab. Dieser Stamm im äußersten Norden ist der radikalste Menschenjägerstamm. Das Irre ist, dass sie ganz lange Wanderungen machen, um die Veganer zu jagen, weil die am besten schmecken.

Wenn wir das zusammenfassen, heißt das, dass sich unsere Kinder zu aggressiven "Kannibalen" entwickeln, wenn wir sie lieblos zeugen und nur minimalistisch stillen.
Und wenn wir sie mit Zärtlichkeit zeugen, sie lieben, streicheln und stillen, entwickeln sie sich zu veganen Hippies.

Kommen wir zurück zu unseren Breitengraden.
Es gibt ein Phänomen in meiner Praxis, dass Menschen - wie meine Tochter sagt - völlig verpeilt sind. Die haben keine Idee, was sie in ihrem Leben machen wollen: Das 15. Studium gerade abgebrochen und eine gute Partnerschaft noch nicht erlebt. Manchmal wissen sie noch nicht einmal, ob sie hetero oder homo sind oder doch lieber den Kanarienvogel lieben. Ihnen fehlt jegliche Vision zum Leben. Wenn wir von dem Buddhawort ausgehen: "Der Geist entscheidet: Du wirst, was du denkst" - also wir schaffen uns durch unser Denken unsere Realität - oder wenn wir das alte Indianerwort nehmen: "Der Mensch wird zum Mensch dadurch, dass er eine Vision hat", dann sind diese Menschen natürlich hoffnungslos verloren. Wer nicht zielgerichtet denkt und wer keine Vision hat, wie soll sein Leben aussehen? Der ist - Tochterzitat - dauerverpeilt. Um diese Dauerverpeilung auszuhalten, fangen manche an, die fehlende Vision und den fehlenden Willensimpuls durch Drogenkonsum zu kompensieren. Peilung heißt ja, dass ich eine Richtung habe.

Hinter Verpeilung steckt also völlige Perspektivlosigkeit. Was hat das mit Muttermilch zu tun?
Bei diesen Menschen finde ich zu 90% heraus, dass sie überhaupt nicht oder nur sehr kurz gestillt wurden. Bei manchen ist auch die Mutter bei der Geburt gestorben oder wurde nach der Geburt schwer krank und konnte deshalb nicht stillen. Viele waren als Kinder chronisch erkältet und haben schwere Immunstörungen. Es ist gut zu wissen, dass die Vormilch, die die ersten zwei bis drei Tage kommt, alle immunologischen Informationen enthält. Wenn das verlorengeht, gibt es keine Abwehrprogramme. Nicht umsonst kennen wir die Redewendung: "Das hat man mit der Muttermilch eingesogen." Aber wenn jemand diese Muttermilch nicht als Basis bekommen hat, dann kann ich meinen Patienten geben, was ich will und es hilft nichts. Und wenn man ihnen später homöopathische Muttermilch gibt, dann ist das wie ein Zugangscode zu ihrer Festplatte, um die überhaupt mit Ideen und Visionen neu bespielen zu können. Als mir das klar wurde, dachte ich, dass man Muttermilch in die Schulspeisung untermischen könnte. Wenn man an normale Staatsschulen denkt, können meiner Meinung nach 90% der Schüler dieses Mittel brauchen.

Ihr Rat?
Gebt Menschen mit verpeilten Ansätzen Muttermilch C10, weiblich oder männlich, je nachdem ob Frau oder Mann, erhältlich in der Ratsapotheke, Tel. 0727-2930940, über 4 Wochen täglich 2x2 Kügelchen und dann kann man andere homöopathische Mittel dazugeben. Wichtig ist, dass die Grundinformation "Ich bin auf dieser Welt" durch das Stillen gegeben wird.

Jahrelang wurde ja in der Werbung verbreitet, dass Milchpulver viel besser ist als Muttermilch.
Furchtbar. Das war ein Verbrechen an der Menschheit. Halb Afrika wollten sie erzählen, nicht mehr zu stillen und auf Pulver umzusteigen. Afrika ist ja auch nicht das Land mit den besten Perspektiven und sie sind nicht wirklich fokussiert auf das, was sie wollen. Afrika wurde mit dieser Ersatznahrung vor 20 Jahren überschwemmt. Es gibt zu diesem Thema ein sehr interessantes Buch von T. Colin Campbell "China Study", die von den furchtbaren Nebenwirkungen künstlicher Eiweißernährung handeln, die im fernen Osten eine gewisse Zeit lang über die WHO gemacht wurden, weil man dachte, dass sie damit gesünder werden. Aber diejenigen, die nicht dieses künstliche Eiweißzeug genommen haben, waren unter dem Strich gesünder und hatten keine so hohe Krebsrate.

Noch ein Schlusswort?
Thema Sucht. Aus der C4 Homöopathie wissen wir, dass Sucht oft den Faktor des Fehlens dieser Grundsicherheit in sich trägt. Deswegen geben C4 Homöopathen immer Muttermilch zusammen mit dem Suchtstoff. Also Muttermilch C10 plus Bier C10 oder plus Zigaretten C10 oder Schokolade C10 oder Zucker C10 oder Wodka C10. Wenn wir uns das alles angucken, erkennt man, was Muttermilch für ein bedeutendes Mittel ist und was man damit sozial-gesellschaftlich-politisch bewirken könnte. Dann habe ich fast Angst, wenn viele Menschen dieses Interview lesen und die Idee umsetzten, dass Homöopathie verboten wird, weil das wirklich eine Gefahr für unser kapitalistisches System ist. Ich kann nur alle auffordern: Gebt euren nicht gestillten Kindern prophylaktisch homöopathische Muttermilch, gebt euren Schüler, die nicht wissen, was sie wollen, prophylaktisch Muttermilch und allen Süchtigen, egal wonach, homöopathische Muttermilch plus Suchtstoff. Mögen alle Menschen Freiheit erlangen.

Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst. Mehr über ihn unter: andreaskruegerberlin.de

Buchtipp:
Heiler und Heiler werden
Andreas Krüger / Haidrun Schäfer
Klappenbroschur, 144 Seiten
ISBN 978-3-922389-99-6, EUR 14,80
edition herzschlag im Simon+Leutner Verlag


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