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Frühlingskräuter in der Stadt. Von Beatrix Wehle


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© Annett Seidler - Fotolia.com

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Wir sehen sie überall, unsere grünen Wegbegleiter. Am Grünstreifen zwischen dem Gehweg und der Straße sind Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich das ganze Jahr über häufige Vertreter. Rund um manchen Straßenlaternenmast versammeln sich gern Brennnesseln und sogar auf den Mittelinseln von Verkehrskreuzungen wächst der Breitwegerich. Oft werden sie nicht beachtet oder sogar als lästiges Unkraut vernichtet oder sie werden nicht erkannt und somit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht genutzt. Die Rede ist von den Wildkräutern, die besonders im Frühling die geballte Kraft an Lebensenergie in sich tragen, die wir das ganze Jahr über ernten und in verschiedensten Formen anwenden können.

Geerntet wird nur beste Qualität und da muss man in der Stadt sehr wählerisch sein. Wer einen eigenen Garten oder Schrebergarten besitzt, kann sich freuen, denn hier bietet sich die Möglichkeit, die eigenen Wildkräuter in einem geschützten Rahmen anzupflanzen. Wie gut tut es, sich am Morgen für den täglichen grünen Smoothie die Kräuter direkt aus dem Garten zu holen. Aber auch Balkon oder Terrasse sind ideal für Kräuter. Außerdem gibt es in einer Großstadt wie Berlin Grünflächen, abseits vom Straßenverkehr und Hundespazierweg, auf denen es Wildkräuter zu pflücken gibt. Wer all diese Möglichkeiten nicht hat, findet auf einigen Wochenmärkten in Berlin Wildkräuter aus dem Umland.

Raus aus dem Winterschlaf mit den ersten Frühlingskräutern

Draußen wechseln sich Regen, Sonne, Schnee und Sturm ab, ein typisches Frühlingswetter. Der Winter wird mit stürmischem Wetter vertrieben, der Frühling kommt und das erste Grün erscheint zuerst etwas zaghaft, doch je stärker die Sonnenstrahlen scheinen, desto mehr sprießt und wuchert es. Dies ist nicht nur schön anzusehen, sondern hilft unserem Körper den Stoffwechsel anzukurbeln, zu entschlacken und somit die Lebensgeister zu wecken.

Mit einer Frühlingskur die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben

Möglichkeiten für eine Frühjahrskur gibt es viele, es ist aber wichtig, dass sie in den Tagesablauf gut hineinpasst. Für eine allgemeine Gesundheitsvorsorge kann man einige Frühlingskräuter vermehrt in die tägliche Ernährung integrieren. Sei es, die frischen Blätter zu essen, als Salat zum Beispiel, oder sich daraus Tees zuzubereiten, ein leckeres Pesto herzustellen, eine Kräutersuppe zu kochen, sie in Quark einzurühren oder in den grünen Smoothie zu geben.

Was man bei einer solchen Kur auf jeden Fall beachten sollte, ist, viel stilles Wasser zu trinken, eine basische Ernährung, auf Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten so gut wie möglich zu verzichten, Bewegung an der frischen Luft, Zeit für sich und Dinge tun, die einem Spaß machen.

Drei geeignete Pflanzen für eine einfache Frühjahrskur sind:

" Löwenzahn (Taraxacum officinale) - wird als eines der größten Entgiftungskräuter beschrieben und tut Leber und Galle, den Nieren, der Lymphe und dem Darm gut
" Brennnessel (Urtica dioica) - zur Blutreinigung, aber auch stoffwechselanregende und harntreibende Eigenschaften sind bekannt, ein starkes Kräftigungsmittel
" Bärlauch (Allium ursinum) - der "Durchputzer" in der Frühlingskur, der "Bärenkräfte" gibt.

Als Ergänzung passt auch die Birke (Betula folium) wunderbar in jede Frühlingskur, sie steht für den Neuanfang. Die jungen Birkenblätter werden mit kochendem Wasser übergossen und als Tee getrunken.

Rezeptvorschlag: Grüner Frühlingssmoothie für den Morgen

" ca. ¼ einer Ananas (Enzyme und Vitalstoffe)
" eine halbe Grapefruit (Bitterstoffe)
" eine Kiwi (Vitamin C)
" 3 Blätter Bärlauch (Chlorophyll)
" Löwenzahnblätter (Bitterstoffe, Chlorophyll)
" Gundermannblätter (Gerbstoffe, Chlorophyll)
" 1 EL Hanfsamen (Omega-3-Fettsäuren)
" ½ TL Matcha Grünteepulver (gibt langandauernde Wachheit)
" 1 EL Leinöl (Omega-3-Fettsäuren)
" 2 Tropfen ätherisches Capriöl
" ca. 150 ml gefiltertes Wasser

Sind diese Kräuter nicht vorhanden, kann man Giersch, Brennnessel oder Spitzwegerich verwenden. Die Menge ergibt etwa 500 ml Smoothie. Für einen grünen Smoothie benötigt man einen Hochleistungsmixer mit mehr als 30.000 Umdrehungen pro Minute, um die Zellulosezellen der Pflanzen zu sprengen und uns somit die wertvollen Inhaltsstoffe zu gewinnen.

Die Autorin Beatrix Wehle ist Heilpraktikerin, Aromaexpertin und Wildkräuterpraktikerin, Seminarleiterin für Aromatic Indian Head Massage und Dozentin für Aromatherapie. Mehr Infos: www.beatrixwehle.com


Nächste Veranstaltung: Rosentag am 09.06.2017
web: http://www.beatrixwehle.com