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Beitragsreihe 2016 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Bovista - das Ich-Bewusstsein stärken


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H. Schäfer: Über welches Mittel möchten Sie heute mit mir sprechen?

Andreas Krüger: Bevor ich in die Problematik des Bovis einsteige, möchte ich für die, die keine Pilzsucher sind, das Besondere am Bovis beschreiben. Wenn wir durch den Wald gehen, finden wir oft weiße Pilze, die aussehen wie kleine Golfbälle, und wenn man die anpickt, fallen sie ineinander zusammen. Die sind - wie der Berliner sagen würde - nichts wie heiße Luft. Das entspricht einer Problematik in der Szene, in der ich heilerisch tätig bin, nämlich dass Menschen mehr oder weniger eine Hülle sind und von einem "nichts" gefüllt werden, was beim kleinsten Anpicken entweicht.

Bovis für "nichts als heiße Luft"?

Ich bin ja nicht nur homöopathisch, sondern seit vielen Jahren auch schamanisch und hexisch unterwegs. Im Schamanismus gibt es die Grundkonzeption des Seelenverlustes. Wenn ein Mensch in seinem Leben oder auch in früheren Leben viel Schlimmes erlebt hat, dann sagen die Schamanen, dass bei jedem schweren Trauma ein Stück der Seele verloren geht und in diesem Trauma verharrt. Warum die sich abgespalten haben - das ist Philosophie. Meine Arbeit besteht darin, diese Seelenanteile zurückzuholen. Ich kenne von mir das Gefühl, mich in einer traumatischen Situation zu befinden, mich aufzulösen und aufzuhören zu existieren. In diesen Situationen entscheidet sich ein Teil der Seele - so sagen manche Weisen -, sich zu opfern, damit die Restseele auf ihrem vorbestimmten Weg weiterziehen kann, um irgendwann da hinzukommen, die Energie dieses Traumas in sich zu bannen. Es bleibt aber immer wieder ein Teil unserer Seele in dem Folterkeller, auf dem Schlachtfeld oder vor der Mail sitzen, wo gerade die Liebste ihre Liebe gekündigt hat. Wenn dieser Teil nicht das Opfer übernehmen würde, würde die Gesamtseele vergehen. Aber so übernimmt ein Teil das Opfer und die Gesamtseele zieht weiter. Das Problem ist nur, dass wir alle immer wieder Traumata erleben, bei denen es zu mehr oder weniger großen Seelenverlusten kommt. Dazu gehört eine normale europäische Geburt, die meist traumatisch verläuft. Wir konnten aus der Traumatherapie von Levine lernen, dass wenn es in mir eine Trauma-Narbe gibt, dann braucht es nur einen leichten Reiz im außen und mein Programm fährt hoch - so, als wenn ich mitten im Trauma wäre. Ich kenne das vom Verlust meiner Tochter mit Blaulicht und Krankenwagen - jahrelang bin ich kollabiert, wenn ich nur Martinshörner gehört habe. Das konnte ich mit Homöopathie, Seelenrückholung und Traumatherapie behandeln - aber die Narbe wird ewig bleiben, auch wenn ich sie desensibilisiert habe. Aber Narben, in denen noch Seelenverluste stecken, die können nach 30 Jahren Gefühle auf meinen Bildschirm hochpoppen lassen, als wenn das Trauma vorgestern gewesen wäre.

Und Ihre eigene Geburt?

Ich bin auch geburtstraumatisiert, wäre fast gestorben, Beckenendlage, abgerissenes Steißbein und brauchte viel Therapie und Homöopathie, um nicht irgendwie bei jeder Geschichte, die mich an dieses Geburtstrauma erinnerte, sofort in dem Geburtskanal meiner Mutter zu stecken und zu denken: sterben, sterben, sterben.

Führt jedes Trauma zu einem Seelenverlust?

Nicht jedes, aber viele Menschen haben durch traumatische Erlebnisse Seelenverluste und d.h., dass ihre Seele, mit der sie durch das Leben gehen, immer weniger wird. Im Schamanismus gibt es ja auch die Idee von Wesenheiten, die Systeme von Menschen ergreifen, um sich von diesen Menschen parasitär zu ernähren. Das können vampirische Liebhaber, Geschäftsleute, aber auch tatsächlich nicht körperliche Wesenheiten sein. Diese Wesenheiten, die sich von unserem Unglück ernähren, die haben eine ulkige Geschmacksausrichtung. Carlos Castaneda hat diese Wesenheiten als "Schlammschatten" beschrieben: Die lieben Auren, die nach Jammer und Selbstvorwurf schmecken. Wenn jemand also in diesen Zustand kommt, dann kommen diese Wesenheiten und fressen seine Aura weg. Und wenn er wieder ins Selbstmitleid geht, wird sofort der Rest seiner Aura aufgefressen. Um das zu verhindern, gibt es eine schöne Übung aus dem EFT, wo man sich den Punkt unterhalb der linken Schulter zwischen Schultergelenk und Brust reibt und mantrisch wiederholt: "Auch wenn ich meine alten Traumen nicht loslassen will und an meinen alten Lieben festhalte, schätze ich mich, schaue ich wohlwollend auf mich und nehme mich zu 100 Prozent an." Dadurch kommen keine Schlammschatten mehr an.

Was können Schamanen tun?

Zum einen können sie diese Seelenanteile wieder zurückholen und dann gibt es die Technik der Entsetzungsarbeit. Das eine ist Rückholung von Seelenverlusten und Komplementierung der Seele und das andere ist Wegschaffung von außerkörperlichen Anteilen. Und dann gibt es Übungen, die das System danach stabil halten: das eurythmische Halleluja, die Steh-Übung aus dem Qi-Gong und auch Mantren, die das unterstützen.
Ich war mit 3 ½ Jahren auf einer Isolierstation, als der Oberarzt zu meiner Mutter sagte: "Frau Krüger, kommen Sie lieber nicht, der regt sich immer so auf, wenn Sie wieder gehen." Aber was hat meine Seele gedacht, als ich meine Mutter 12 Stunden nicht sah? Es gab nur einen Grund, warum sie nicht kam: Sie ist tot. Ich musste 50 Jahre alt werden, viel Homöopathie nehmen und viele Seelenrückholungen und Psychotherapie machen, dass ich nicht dachte, wenn meine Frau mir nicht um 12 Uhr nachts einen Gute-Nacht-Kuss schickt, dass sie nicht gestorben ist.

Tschuldigung, aber das ist doch eine SMS-Krankheit.

Das stimmt. Das Problem ist durch das Smartphone noch mal bewusster geworden. Ich habe manchmal fast die Feuerwehr gerufen, weil ich nicht realisierte, dass sie gerade sauer oder der Akku leer war. Ich dachte sofort, dass sie tot ist.

Wie kommen wir wieder zum Bovis?

Zum einen geht es darum, die verloren gegangenen Seelenanteile zurückzuholen, zweitens all das zu entsetzen, was da nicht hingehört und drittens Menschen den Bovis zu geben: Bovista C10, 2x täglich 2 Kügelchen. Der Bovis scheint der verloren gegangen Seele, dem verlorenen gegangenen Ich Ärmchen entgegenzustrecken und das in diese körperliche Hülle, die ja mit Selbstvorwürfen, Dämonen und Vampiren gefüllt ist, wieder in diesen Leib zurückzuholen. Wenn mein Ich meinen Leib mit einer kompletten Seele ausfüllt, dann kann da nichts Fremdes mehr rein. Ich arbeite auch viel mit Alkoholikern, wo die Ich-Schwäche vorherrscht. Jeder Süchtige ist Ich-schwach. Man könnte sagen, dass jeder Süchtige irgendwann mal Bovista braucht, um wieder Kontakt mit seinem Ich zu kriegen und dann zu sagen: Ich will das nicht! In dem Repetitorium von Peter Gienow habe ich die Rubrik "Ich-Verlust" gefunden und es gibt nur ein Mittel: Bovista. Seitdem konnte ich es bei mir mit viel Erfolg anwenden. Inzwischen aber auch bei vielen Patienten, die durch Traumata oder Drogenmissbrauch zu Ichlosigkeit kamen. Ich habe ja viel mit unglücklichen Lieben zu tun - und natürlich hat Viktor Frankl recht, dass wir Selbsttranszendenz nur im Du finden - das hat schon Martin Buber gesagt: "Wir finden uns nur im Du" - aber wenn es mich als Ich gar nicht gibt, dann suche ich mein Ich ja im Du, was ich gar nicht habe. Und dann ist ja schon impliziert, dass ich das garantiert nicht finde. Also um mein Ich im Du zu finden, muss ich es ja erst einmal haben. In meiner Praxis sitzen so viele, die versuchen, in irgendwelchen Workshops ihr Ich loszulassen, aber ich sehe, dass die noch gar keins haben. Wie sollen die denn was loslassen, was sie noch nicht haben? Wir müssen doch erst einmal den Mars ins Leben holen und ihn zünden, bevor wir ihn transzendieren.

Fazit?

Bovista: Das wichtigste Mittel für Ichlosigkeit, das wichtigste Mittel zur Unterstützung der schamanischen Praxis der Seelenrückholung und ein tolles homöopathisches Mittel, um unsere Patienten frei, autonom und Ich-bewusst werden zu lassen.

Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst.

Buchtipp:
Heiler und Heiler werden
Andreas Krüger / Haidrun Schäfer
Klappenbroschur, 144 Seiten
ISBN 978-3-922389-99-6, EUR 14,80
edition herzschlag im Simon+Leutner Verlag


Weitere Informationen: Samuel-Hahnemann-Schule, Golditzstr. 34-36, 12099 Berlin, Tel.: 323 30 50, buero@heilpraktiker-berlin.org, www.Samuel-Hahnemann-Schule.de
web: http://www.Samuel-Hahnemann-Schule.de