aktuelle Seite: ARTIKEL   

Die Heldinnenreise von Annette Assmy


art93071
© lassedesignen - Fotolia.com

Vergrößern hier klicken.
Wir kennen fast alle die Heldenreise von Joseph Campbell sowie die Geschichten über den Helden, der sich ins Abenteuer stürzt, Dämonen oder Feinde bezwingt, kurz vor dem Tod steht, es aber irrwitziger Weise doch noch schafft, alle bösen Mächte zu bezwingen und nachher am Ende den Sieg davonträgt. Er kehrt als Held nach Hause zurück und bekommt eine Belohnung; meist eine wunderschöne Maid als Frau. Solche Geschichten, Legenden, Sagen und Filme kennen wir in- und auswendig. Im Laufe meiner Reise als Heldin habe ich jedoch erfahren, dass für mich als Frau die Reise an manchen Stationen ganz woanders hinging. Wo sind die Abenteuer geblieben und wo ist die Belohnung? Wo stecke ich eigentlich auf meiner Heldinnenreise fest? Ist die Belohnung, Mutter von zwei Kindern zu sein, zwei Berufe zu haben und den Haushalt zu managen? Wenn ich zurück nach Hause komme, steht da kein ganzes Dorf und klatscht in die Hände und ruft "Unsere Heldin ist zurück gekehrt! Schaut doch, wie großartig sie alles meistert". Das musste ich mir dann meistens selber sagen. Und doch brannte in mir das Verlangen und die Sehnsucht, mehr zu erfahren, ein Abenteuer zu erleben und die Magie der Heldenreise zu spüren. Also beschloss ich, mich selbst auf die Suche zu begeben. Ich streifte mir meinen schönsten Umhang um, zog den Anker ein, startete das Schiff und fuhr hinaus in das Unbekannte. Ich begab mich auf meine eigene Heldinnenreise: in mein Inneres! Ich begegnete Monstern, Abgründen, Schwellenhüter und vielen Helfern. Am Ende wurde ich belohnt. Ich entdeckte meine innere Heldin in mir, die Frau, die kraftvoll, sanft, anmutig, zerbrechlich, mutig, freudvoll durch die Welt schreitet und ihre Wahrheit lebt. Ich bin und werde immer auf der Reise sein. Es braucht Mut, sich bewusst auf diese Reise zu begeben, denn wir werden uns dabei selbst begegnen. Wir werden uns winden, unsere Masken zu erkennen, die Muster zu verstehen, den Schmerz zu spüren, doch am Ende erkennen wir, wer wir wirklich sind. Wir können die weibliche Seite in uns umarmen und alles, was in uns nicht geehrt wurde, durch Zeremonien wieder an den ihm gebührenden Platz der Harmonie bringen. Wir errichten einen Altar für das göttlich Weibliche in uns und ehren unseren weiblichen Körper, den Tempel des Göttlichen.

Ich habe festgestellt, dass die Archetypen, Schwellenhüter und Herausforderungen für Frauen an manchen Stellen unseres Lebens anders sind als für Männer. Wir Frauen kämpfen mit anderen Dämonen in uns oder auch im Außen und wir haben eine andere Geschichte, ob sie kollektiv, gesellschaftlich oder sozial ist. Unsere Reise ist im Groben davon geprägt, unsere ganz eigenen Ressourcen, unsere tief vergrabene Weiblichkeit wiederzuentdecken. Wir als Heldinnen sind auf der Suche nach neuen weiblichen Vorbildern, um uns an ihnen zu orientieren, uns zu ermutigen und uns inspirieren zu lassen. Einige davon sind die Göttinnen aus alten Kulturen, Legenden und Zeiten. Sie tragen in sich die weibliche Kraft eines Neubeginns. Diese Göttinnen sind Weisheitsträgerinnen, Priesterinnen und Archetypen, die meistens in Vergessenheit geraten sind und jetzt wieder ans Licht geholt werden. Archetypen sind universelle Prinzipien, die sich durch uns manifestieren. Meistens wollen sie uns oder der Gesellschaft etwas Wichtiges mitteilen. Wenn wir jedoch ihre Botschaften nicht hören, verschwindet der Archetyp in den Schatten des Unterbewusstseins, von wo aus er Chaos in unserem Leben verursachen kann. Archetypenarbeit ist ein wertvolles Werkzeug, um auf eine mystische Ebene zu gelangen, fern ab vom Analytischen und Erklärbaren. Wir lernen der eigenen göttlichen Weisheit, die in uns wohnt, wieder zu vertrauen. Indem wir diese Göttinnen in uns verkörpern, sie ehren und ihre Weisheit integrieren, begreifen wir uns selbst als spirituelle und magische Wesen. Durch Zeremonien treten wir in die Zeitlosigkeit ein. Archetypen sind zeitlos. Sie existieren ewig und somit auch in uns; so wie unsere Seele. Dieses Wissen erlernen wir durch Erfahrung, indem wir einen Aspekt der Aphrodite, der Kali oder der Freya in uns erwecken und leben. Es ist unser ursprüngliches, weibliches Wissen, was wir Stück für Stück in uns wieder zusammensetzen.
Das ist unsere Heldinnenreise! Eine Fahrt ins Unbekannte, zu neuen Ufern, in die Magie unseres Seins, begleitet von den Göttinnen zum Platz der unsichtbaren und wortlosen Kraft.

Der Filmemacherin Annette Assmy ist es ein Herzensanliegen, die seelennährende Inka-Tradition in die westliche Welt zu bringen. Sie bietet Archetypen-Workshops für Frauen an sowie den "Rite of the Womb", einen Ritus zur Heilung des Mutterleibes. In ihrer Einzelarbeit begleitet sie Menschen darin, herauszufinden, wo sie auf ihrer Helden/innenreise feststecken, ihre Ressourcen wiederzuentdecken, Themen zu heilen und das Potenzial, was in jedem Menschen schlummert, wiederzuerwecken. Weitere Infos: www.chaskawisdom.com