aktuelle Seite: ARTIKEL   

Unsere Liebe im Herzen entdecken. Von Jürgen Stephan


art93034
Foto: © ave_mario - Fotolia.com

Vergrößern hier klicken.
Das Herz ist für die meisten von uns untrennbar mit Liebe verbunden. Im Alltag steht das Herz als Symbol für jede Art von Liebe. Gleichzeitig vertraut ein unendliches Warenangebot auf seine Wirkung. Besinnen wir uns jenseits des banalen Gebrauchs auf den Grund für die Verbindung von Herz und Liebe, stoßen wir auf einen bedeutsamen Zusammenhang. Wenn uns etwas "am Herzen liegt", dann empfinden wir dort auch ein dazugehöriges Gefühl: Herzgefühle wie Vertrauen, Wertschätzung oder Liebe. Man kann dann sagen, wir sind gut mit unserem Herzen verbunden und verbinden uns gern mit dem, was uns wichtig ist, mit dem was wir lieben. Das entspricht auch dem, was seit Jahrtausenden weltweit in praktisch allen Religionen und Kulturen in vielfältigster Weise betont wird, wie etwa in dem Rat, auf sein Herz zu hören.

Die Macht der Liebe
Die Liebe ist unzweifelbar ein mächtiges Gefühl, wenn nicht sogar das mächtigste. Keinen lässt die Liebe kalt und die von ihr ausgelösten Gefühle beeinflussen unser Leben mit allen damit einhergehenden Hochs und Tiefs. Gerade weil Vertrauen schwinden kann, wir Ablehnung begegnen oder Enttäuschung erfahren, bräuchten wir eine unerschütterliche Instanz, die dem sicher begegnen kann. Die Frage ist, kann unser Herz dazu etwas beitragen und welche Art von Liebe vermag das zu leisten? Dazu möchte ich drei Dinge näher betrachten, die die Liebe mit uns macht.

Liebe im Herz erfüllt
Wenn wir aus vollem Herzen lieben, kann man auch sagen, wir sind "voller Liebe". Der Gefühlszustand erfüllt das Herz, wir sind dann voller Hoffnung, voller Leidenschaft oder voller Zärtlichkeit. Mit Liebe im Herzen fühlen wir uns aufgehoben, sie gibt uns Sicherheit. Wenn das Gefühl der Liebe da ist, ist Angst mit Sicherheit nicht da. Anders herum ist der Verlust von Liebe verbunden mit aufkommender Gefahr, es ist nicht nur bloß das Fehlen von einem positiven Gefühl. Ohne die Sicherheit der Liebe sind wir negativ erfüllt, beispielsweise mit Selbstzweifel oder Hoffnungslosigkeit.

Liebe im Herz bewegt
Von Liebe erfüllt zu sein, ist ein höchst motivierender Zustand - wir sind innerlich bewegt, wir wollen etwas, es zieht uns wohin, es treibt uns an. Es kommt eine innere Bewegung auf, wir streben zielsicher und ausdauernd an, wozu wir willens und fähig sind. Im Kopf entstehen Ideen, Pläne oder Ziele, wir sind voller Absichten und Tatendrang.

Liebe im Herz trägt
Wo Liebe ist, entstehen auch Beziehungen. Alles was wir lieb gewonnen haben bauen wir aus, gehen eine zunehmend tragfähigere Bindung dazu ein. Dabei wächst Verbundenheit, die mancher vielleicht bald als Abhängigkeit fürchten mag. Aber würden wir beispielsweise die Liebe zur Kunst als Kunstabhängigkeit sehen und deshalb davon ablassen? Die Abhängigkeit wird dann zum Problem, wenn das Getragen-werden in Frage gestellt wird, wenn es mit der Liebe nicht mehr klappt. Das Scheitern einer Beziehung kann einen Zusammenbruch zur Folge haben - der Boden unter den Füßen wird buchstäblich weggezogen.

Ein Zugang über das Herz
Soll das Herz von Liebe erfüllt, bewegt und getragen sein, dann wäre zu klären, was wir denn in unserem Herzen aufsuchen und mobilisieren können, um die Liebe zu stärken und zu sichern und damit Unsicherheiten, Ängsten und Zweifeln erfolgreich zu begegnen.

Der Psychologe Michael Munzel hat sich intensiv diesem Thema gewidmet. Aus der Körperpsychotherapie kommend, suchte er nach einer Methode, wie man einen Körperimpuls setzen könnte, um beruhigend zu wirken anstatt vorhandene, meist negative Gefühle, zu verstärken. Mit der Hand des Therapeuten auf dem Herzen der Klienten begann ein Prozess, der inzwischen zu einer eigenständigen Methode geführt hat - der Bindungsenergetik. Der einfühlsame Kontakt zum Herzen und die Wahrnehmung des Herzpulses führen nicht nur zur Beruhigung und beeinflussen die negativen Gefühle, mit denen der Klient kommt, sondern mit zunehmendem Kontakt zum eigenen Herzen tauchen auch andere Gefühle auf. Schöne Gefühle wie Harmonie, Frieden, Mut, Humor - alle möglichen "Voll-Zustände". Diese körperlich erfahrbare Wirkung ist möglich, weil über den Herzkontakt ein Zugang dazu ermöglicht wird, was diesen Menschen emotional ausfüllt. Die beständige Stärkung dieser Herzzustände, der vertrauensvolle Austausch von Klient und Therapeut über die eigenen Wahrnehmungen eröffnen neue innere Horizonte: So kann der Klient im Verlauf der Session vielleicht Hoffnung schöpfen, selbst wenn er zu Beginn noch mit Sinnlosigkeit erfüllt war. Was bewirkt hier den Wandel zu einem positiven Zustand, obwohl sich die äußeren Umstände nicht geändert haben?

Die Eigenliebe entdecken
Herzarbeit in dieser besonderen Form - so die Erkenntnis - ermöglicht einen Zugang zu den Eigenschaften der Persönlichkeit. Im genannten Beispiel handelt es sich um einen Menschen, der im Grunde hoffnungsvoll ist. Es ist geradezu eine Bedingung seiner selbst, voller Hoffnung zu sein. Nur zu verständlich, dass er diesen Zustand auch liebt, weil seine Welt ganz anders aussieht, wenn er von Hoffnung erfüllt ist - wenn er voller Eigen-liebe ist. Damit hat man auch etwas in der Hand, das mehr und mehr den Zuständen entgegengesetzt werden kann, die von Hoffnungslosigkeit geprägt sind. Diese einzigartige Anlage in jedem Menschen zu wecken und die besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten zu entfalten, ist das Anliegen der bindungsenergetischen Psychotherapie. Ohne die Liebe im Herzen wäre das nicht möglich.

Autor: Jürgen Stephan, Heilpraktiker für Psychotherapie und Bindungsenergetiker.
weitere Infos auf www.bindungsenergetik-berlin.de


Praxis für Bindungsenergetik, Fredericiastr. 7 in 14050 Berlin-Charlottenburg,