aktuelle Seite: ARTIKEL   
Ausgabe Dezember 2016
Wenn der Kopf platzt. Was bei Migräneanfällen zu beachten und zu tun ist. Tipps von Beat Kilchenmann


Gehören Sie zu den ca. 10% der Bevölkerung, die unter Migräne leiden? Vielleicht haben Sie schon mehrere unterschiedliche Therapien ausprobiert und sind auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, ihre Beschwerden zu lindern. Ich möchte Ihnen nachfolgend einen kurzen Abriss über die Physiologie der Migräne mit anschließenden Therapiemöglichkeiten aus der Naturheilkunde, speziell der Osteopathie, aufzeigen.
Wie würden Sie den Unterschied von allgemeinen Kopfschmerzen und Migräne beschreiben?
Zu den „allgemeinen“ Kopfschmerzen zähle ich den Spannungskopfschmerz, der sich als dumpfer Schmerz über den ganzen Kopf verteilt. Ebenso sehe ich den vertebragenen Kopfschmerz, also von der Halswirbelsäule her kommend, der sich eher im Hinterkopfbereich zeigt.
Im Gegensatz dazu ist das Bild der Migräne einseitig, d.h., es ist nur eine Kopfhälfte betroffen. Physiologisch kann der Attacke eine sogenannte „Aura“ vorausgehen, in der beispielsweise Zickzack-Figuren oder andere Strukturen zusätzlich auf das Gesehene projiziert werden, manchmal kann man auch einen blinden Fleck sehen. Symptome wie Übelkeit und Erbrechen gehören meist zu einem klassischen Migräneanfall. Zuerst ziehen sich die Gefäße im Kopf zusammen und gehen anschließend in die Erweiterung, der halbseitige Kopfschmerz tritt auf. Falls es zu einem kleinen Ödem kommt, können die Schmerzen über Tage bestehen bleiben. Die Erstmaßnahmen im Notfall sind schmerzlindernde Medikamente. Falls die zu keiner Besserung führen, suchen Sie bitte einen Arzt auf, um andere Ursachen ausschließen zu können.
Die Naturheilkunde beinhaltet unterschiedlichste Methoden, wovon ich hier nur einige kurz erwähnen möchte. Zum Beispiel entlastet Heilfasten den Stoffwechsel und kann die Häufigkeit der Migräneattacken vermindern. Die Phytotherapie bietet bei Migräneattacken Tee mit Pestwurz oder Mutterkraut an. Vor allem bei Kindern hilft meist Pfefferminzöl, das auf Stirn und Nacken massiert wird. Homöopathisch kann man Migräne positiv beeinflussen. Ebenso könnte auch eine schamanische Aufarbeitung des energetischen Systems die Anfälle reduzieren.
Als Osteopath schaue ich mir natürlich die Statik Ihres Körpers an, gleiche die Fehlstellungen der Wirbelkörper aus, speziell den Übergang Brust- zu Halswirbelsäule und die Kopfgelenke. Interessant sind auch die feinsten osteopathischen Bewegungen der Schädelknochen bezüglich ihrer Symmetrie. Fasziale Züge in Richtung Zwerchfell und Organe des oberen Bauches sowie des kleinen Beckens, sprich der Ovarien und des Uterus, sollten ebenfalls während einer osteopathischen Behandlung untersucht und falls nötig, behandelt werden. Letztlich bin ich immer bestebt, meine Patienten in einem harmonischeren Zustand aus meiner Praxis gehen zu lassen, als sie gekommen sind, wodurch die Intervalle zwischen den Mirgäneanfällen größer werden sollen. So hat mir kürzlich eine meiner Patientinnen berichtet, dass sie nur noch ein Drittel so häufig ihre Attacken habe wie früher.
Wie Sie wahrscheinlich als Betroffene/r bereits wissen, helfen das Aufsuchen eines ruhigen, dunklen Raumes, ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus, reduzieren von Belastungen und Entspannungstechniken sowie eine naturbelassene Ernährung ihre Beschwerden.
Ich empfehle Ihnen, ein Migräne-Tagebuch zu führen, in dem Sie aufschreiben, was Sie in den Stunden vor der Migräneattacke gemacht haben. Vielleicht erkennen Sie dadurch Ihre Auslöser und können diese verändern!?


Beat Kilchenmann ist Heilpraktiker, Physiotherapeut für Osteopathie und Yogalehrer mit eigener Praxis. www.osteopathie-kilchenmann.de


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.