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Ausgabe Februar 2016
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2016. 02: Die Bohne - Eiweiß gegen den Hunger

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Die Bohne ist wohl eine richtig “politische“Pflanze zur Zeit. Bei den ganzen Diskussionen über die richtige Ernährung - vegetarisch, vegan, ökologisch, biologisch - kommt man an der Bohne nicht vorbei. Seit Jahrhunderten liefert der Verzehr von verschiedenen Bohnen und Linsen das Eiweiss für die Menschen in Südamerika, Asien und Afrika. Da der Fleischkonsum teils aus der Not, teils aus religiösen Gründen dort sehr niedrig ist, hilft die Bohne bei der Versorgung mit der nötigen Energie, den Mineralien und beim Sattmachen.
PHASEOLUS nennt man die Gattung. In Europa wird die ursprünglich aus Südamerika stammende Art vulgaris oder nanus seit dem 16. Jahrhundert angebaut. Buschbohne, Zwergbohne, Strauchbohne wird sie genannt. Der Samen enthält vorwiegend Eiweiße, roten Farbstoff, Gerbstoff und Phytosterine. Genutzt werden auch die Blüten im Tee gegen Nierenleiden und Gicht, die Schalen, sie sind heute der offizinelle Heilplanzenanteil, und natürlich die Frucht selbst. Die Schalen (cortex fructus phaseoli) werden traditionell bei Diabetes eingesetzt und sollen den Blutzuckerspiegel senken. Bei Rheuma und Gicht sowie Wasseransammlungen unterstützt ein Tee aus den Schalen die Ausleitung. Es wird auch eine Signatur zur Niere gesehen, da die Frucht eine Nierenform hat. Es gibt sogar die Variation Kidneybeans (Nierenbohnen). Durch die Ausleitung wird die Herzleistung günstig beeinflusst und Hautleiden sollen besser zu behandeln sein.
Der Bohne muss immer gekocht oder vergoren werden. Als Nahrungsmittel werden ihr bestimmte Gewürze zur besseren Verträglichkeit zugegeben. In Asien werden vor allem die Sojabohnen vergoren, um sie genießbar zu machen. Dabei entstehen dann Produkte wie Tofu, Tempeh, Miso und Sojasoße. Eine Handvoll gekochter Bohnen enthält die täglich benötigte Eiweißmenge für einen normal arbeitenden Erwachsenen. Die Bohnen wärmen im Winter und lassen uns die Hitze des Sommers besser ertragen.

Anwendungstipp
Statt eines Rezeptes mal eine alte Fallgeschichte aus den 20iger Jahren. Aus dem Lehrbuch der biologischen Heilmittel von Gerhard Madaus: „Eine Frau litt seit Jahren an Ödemen infolge von Nieren- und Leberstauungen. Eines Tages trank sie zufällig einige Tassen vom Abkochwasser grüner Stangenbohnen. Einige Stunden darauf setzte eine erhöhte Diurese (Harnflut) ein und die Frau fühlte sich sehr gut. Daraufhin trank sie täglich Bohnenwasser, auch aus den Hülsen, und die Ödeme gingen zurück und verschwanden bis zur völligen Genesung. Der Hausarzt, der sie bisher vergeblich behandelt hatte, setzte das Bohnenwasser auch bei anderen Patienten ein. Voller Erfolg!“


Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin für Phytotherapie und Heilpraktikerin in eigener Praxis, facebook: Naturheilpraxis Cornelia Titzmann


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