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Ausgabe Februar 2016
Unbewusste Bewertungen... Von Hartmut Müller

sind nicht immer leicht zu durchschauen - und: können sehr hinderlich sein - Hartmut Müller zur Praxis des Umbewertens.

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Viele Menschen fühlen sich fremdbestimmt. Sie haben das Gefühl, sie seien ausgeliefert, führten nicht ihr eigenes Leben und seien sehr vom Urteil anderer abhängig. Sie reagieren auf ihr Umfeld, ohne ihre eigenen Möglichkeiten, selbst zu gestalten oder auch nur wahrzunehmen.
Um aus den wachsenden Gefühlen von Sinnlosigkeit herauszukommen, seine gesunde Persönlichkeit so zu bilden, dass sich im Leben neue Perspektiven auftun, ist es unter vielem anderen notwendig, das eigene Wertsystem zu überprüfen und neue Entscheidungen treffen zu können.
Was hindert uns, die Wertehierarchie so zu ändern, dass Sicherheit und das Wohlgefallen in den Augen anderer (die wir selbst vielleicht nicht einmal mögen) in den Hintergrund geschoben werden und die Werte in den Vordergrund kommen, die Ihnen ermöglichen über alle bisherigen Grenzen sich selbst und Ihre wahren Möglichkeiten ins Leben zu bringen.


Gehorchen oder Gestalten?
Indem man sich den Vorstellungen anderer anpasst, schützt man sich vor den Urteilen und Vorwürfen und hofft den anderen zufrieden machen zu können. Man überlässt dem, dem man die Macht über sich zuschreibt, auch die Verantwortung über sich selbst.
(Für das Kind mag es es ein Erfolg sein, alles richtig zu machen und dafür Lob uns Anerkennung zu bekommen.) Der Erwachsene fühlt mehr und mehr, wie genau dieses Verhalten ihn hindert, sich selbst mit seinen eigenen Wesen einzubringen und Eigenes beizutragen. Nun läuft dieses Verhalten meist unbewusst und automatisch ab und muss erst entdeckt und dann in der Tiefe umgestellt werden. Außerdem birgt das Selbstgestalten, das Risiko, die Verantwortung dafür auf sich zu nehmen zu müssen. Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Aber nur im Gestalten erfahren Sie Ihren Wert aus Ihrem eigenen Handeln. Nur die Unabhängigkeit im Urteilen und Fühlen und die Wahrnehmung selbstgestalteter Ergebnisse kann Erfüllung geben. Denn nur das setzt die natürlichen Glückshormone frei, die Körper und Seele zufrieden machen.
Ihr klarer Wille und die Feststellung „Ich setze meine Werte selbst“ haben eine große Kraft. Sie können sich damit von den Urteilen anderer frei machen. Letztlich werden Sie selbst entscheiden können: Gehorchen oder Gestalten. Sich anpassen oder das Ruder selbst in die Hand nehmen.


Übung: Umschichtung meines Wertesystems
Beispiele für Sätze, Wie Sie Ihre Wertehierarchie umschichten können:
  • Es anderen recht zu machen, ist wichtiger, als das Eigene zu leben.
  • Das Eigene zu leben, ist wichtiger, als es jedem recht zu machen.
  • Die eigenen Impulse zu unterdrücken, ist besser, als sich schuldig zu machen.
  • Sein Gesicht zu wahren, ist sicherer, als Fehler einzugestehen.
  • Fehler einzugestehen, ist gesünder, als ständig mit einer Maske herumzulaufen.
  • Alleine für sich zu sein, ist sicherer, als sich auf andere einzulassen.
  • Sich auf andere einzulassen, ist lebendiger, als nur für sich zu bleiben.
  • Sich vor Verantwortungen zu drücken ist bequemer, als sich Kritik auszuliefern.
  • Verantwortung zu übernehmen und sich für andere wertvoll zu machen, entspricht mir mehr, als mich aus Angst vor Kritik zurückzuhalten.

Nachdem Sie Ihre eigenen Wertsysteme Kraftsätze formuliert haben, soll nun die Schicht in der Tiefe angesprochen werden, aus der die automatischen Reaktionen kommen, die Ihr bewusstes Handeln unterlaufen.
Stellen Sie sich einen Kapitän vor, der seine Mannschaft zum Appel zusammengerufen hat: „Leute, ab sofort gilt die neue Regel.“ Damit nun jeder aus der Mannschaft zuhört und Sie die neue Regel Ihrem Unbewussten einprägen können verstärken Sie Ihre Rede durch Klopfen eines Akupunkturpunktes. Am geeignetsten ist der „Wunderpunkt.“ Sie finden ihn, wenn Sie von der Mitte Ihres Schlüsselbeins zwei Finger breit nach unten auf das Herz zugehen. Dort ist ein größerer Bereich, dere schmerzt, wenn Sie darauf drücken. Es ist Wirkungsvoll, hier mit allen fünf Fingerspitzen gleichzeitik zu klopfen, oder unter sanftem Druck kreisförmig zu reiben.
Sie können durch leichte Kleidung hindurch klopfen, sollten den Druckschmerz dabei leicht spüren.
Jetzt sagen Sie Ihren neuen Wertesatz dreimal mit bewusstem Atem und Nachdruck. Das neue, als richtiger erkannte Verhalten wird Ihnen nun leichter fallen.




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