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Ausgabe Januar 2016
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2016. 01: Carpoprotus. Die „andere Aloe“

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Vielleicht ist Carpoprotus einigen als Mittagsblume bekannt. Sie ist auch eine Aizoeceae, eine Pflanze aus der Familie der Mittagsblumengewächse. Gesehen haben sie bestimmt schon viele von Ihnen, eine bodendeckende, kaktusartige Pflanze mit wunderschönen großen pinkfarbenen Blüten. Beim letzten Urlaub in Italien, Spanien, gerne auf Inseln oder aber auch Variationen davon in Amerika, Australien und Südafrika.
Sie wird ca. 15 cm hoch, kann auch gelb oder weiß blühen und mit einem Blütendurchmesser von 10 cm ist sie auffällig. Sie bildet kleine, feigenartige Früchte, die sogar essbar sind und zu Marmelade oder Ähnlichem verarbeitet werden. Mit ihrem 3-kantigen Stängel ist sie gut zu erkennen. Sie braucht gewisse Feuchtigkeit und bevorzugt daher Küsten oder Bergregionen. In Europa findet man sie vor allem auf Mallorca. Dort wird sie sogar „Mallorca-Plage“ genannt, da sie die einheimische Flora verdrängt.
„Pferdefeige“ oder „Hexenfinger“ wird die Pflanze auch genannt, der Name Carpoprotus setzt sich aus Karpos= Frucht und prota=essbar zusammen.
Die medizinische und traditionelle Anwendung ist altbekannt. Äußerlich wird sie zur Wundheilung gebraucht, ähnlich wie das Gel aus der Aloe vera. Es wirkt kühlend, adstringierend und antibakteriell. Der Extrakt der Pflanze wird auch im Hals und Mundbereich eingesetzt. Dort soll er entzündungshemmend wirken. Innerlich, als Tee getrunken, wird die Sorte Carpoprotus edulis verwendet. Besonders in Italien erhältlich und ein beliebtes Mittel zur Regulierung der Verdauung. Es gilt als harntreibend und soll die Zellen vor Veränderung schützen. In Deutschland ist die Droge nicht offizinell. Es gibt aber eine Creme z.B. von Dr. Hauschka mit der Mittagsblume. Sie wird besonders bei trockener und empfindlicher Haut mit Neigung zur Neurodermitis empfohlen.
Ihre Inhaltsstoffe setzen sich hauptsächlich aus Schleim, Taninen, Zitronensäure, Apfelsäure, Flavonoiden und Betancyanen (Farbstoffe) zusammen.

Anwendungstipp:
Bei Insektenstichen, juckender Hautreizung, sonnengeröteter Haut nehmen Sie einige Blätter der frischen Pflanze, zerquetschen sie und tragen sie auf die betroffenen Stellen auf.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin für Phytotherapie und Heilpraktikerin in eigener Praxis. corneliatitzmann@gmail.com


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