aktuelle Seite: ARTIKEL   
Ausgabe Januar 2016
Beitragsreihe 2016 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Silicea der Bergkristall


H. Schäfer: Das neue Jahr hat angefangen, aber wir befinden uns immer noch mitten im Winter. Welches Mittel passt zu dieser Zeit?
Andreas Krüger: Passend zur Winterzeit möchte ich heute über Silicea sprechen, also die Kieselsäure oder auch der Bergkristall. Ich spreche gerne über dieses Mittel, weil ich vielen Menschen damit helfen konnte, die unter dem Winter und der Kälte litten, denn Silicea ist ein Mittel für Menschen, die leicht frieren und deren Finger sich dann blau färben. Dank Silicea konnte ich manchen Menschen die Freude am Winter und am Schnee wiedergeben. Silicea ist das Mittel mit dem meisten Mangel an Lebenswärme und auch an Selbstbewusstsein. Es ist eins der frostigsten Mittel der materia medica. Noch einmal zum allgemeinen Verständnis: Materia medica ist die Arzneimittellehre, also die Sammlung aller großen Arzneimittel. Der Homöopath braucht zum einen die Materia medica, um Arzneimittel zu studieren und zum anderen, um zu lernen, wie sich seine Arzneimittel aufbauen. Und er braucht sie, um Heilmittel zu finden, wenn er mit den Patienten repertorisiert hat. Eine Materia medica zu schreiben wäre durchaus etwas für Silicea-Menschen, ganz im Gegensatz zu faulen Sulfurikern oder narzistischen Medhorrinikern. Andererseits könnte Silicea keine Interviews geben, weil Silicea Angst hätte, etwas Falsches zu sagen. Silicea setzt sich hin und schreibt Texte und wenn auch nur ein Wort nicht stimmt, wird der ganze Text neu geschrieben. Deswegen ist der Computer ein Segen für Silicea. Lustigerweise ist Silicea in der Computertechnologie als Halbleiter unentbehrlich.

Computer sind also ein Segen, weil man nicht mehr den ganzen Text neu schreiben muss, wenn sich ein Fehler eingeschlichen hat?
Genau, denn Silicea kann weder radieren noch Tipp-Ex benutzen, sondern muss alles neu schreiben. Der Computer erlaubt natürlich eine viel einfacherer Korrektur. Darüber hinaus ist Silicea das wichtigste Mittel für chronische Kopfschmerzen durch Computerarbeit, aber auch für chronische Kopfschmerzen durch Lernen, Studieren und Texte erfassen. Auch wenn man durch Bildschirmarbeit Kopf- oder Augenschmerzen bekommt, hilft Silicea. Es ist sowieso ein großes Mittel für Augenkrankheiten und damit kommen wir auch zur Hellsichtigkeit. Die große Heilerin Hildegard von Bingen hat Silicea-Wasser bei Augenkrankheiten empfohlen. Sie sagte, dass man entweder die Bergkristall-Scheiben in die Sonne legen und wenn sie warm geworden sind, auf die Augen legen soll oder man legt Bergkristalle in Wasser und bereibt dann die Augen damit oder man kann es auch trinken. Als Nebenwirkung kann eine gewisse Entspannung eintreten, man ist nicht mehr so perfektionistisch und eventuell kann sich „die Angst zu versagen“ lösen – denn Silicea liest, bevor sie küsst, 87 Bravo-Ausgaben und informiert sich: Wie küsse ich richtig? Nebenbei hat Silicea das wichtige Symptom „Knacken beim Knutschen“. Silicea ist so verkrampft und gehemmt, dass es ganz oft beim Knutschen knackt. Zusammen mit Rhus toxicodendron ist es das ideale Mittel, vor allem bei Muskelkater durch Knutschen – egal ob in der Backe oder in der Zunge.
(Gelächter meinerseits…)
Sie lachen, aber ich bin mal Kussmeister an der Albert-Einstein-Schule geworden, wo eine Kuss-Meisterschaft veranstaltet wurde, bei der ich eine Stunde und drei Minuten küsste – danach hatte ich tatsächlich eine Woche lang Muskelkater in meiner Zunge. Damals kannte ich allerdings noch nicht Rhus tox und die Homöopathie, denn da war ich erst 17.

Sie sagten vorhin, dass Silicea auch etwas mit den Augen zu tun hat.
Da kommen wir wieder auf Hildegard von Bingen zu sprechen. Sie hatte akustische und optische Hellsichtigkeiten, so dass ihr ein weißes Licht erschien und dieses Licht sagte ihr: „Ich bin Gott und werde dir mehrere Texte über die Entstehung der Welt und wie der Mensch leben soll diktieren, aber ich diktiere dir auch eine eigene Medizin.“ Trotzdem wehrte sie sich anfangs – und das ist typisch für Silicea – und sagte: „Ich bin doch nur ein dummes Weib. Gott hat sich doch nicht mich ausgesucht für diese große Aufgabe.“ Daraufhin bekam sie Migräne und die war so schlimm, dass sie dachte, sterben zu müssen. Darum bat sie Gott um Hilfe, dass ihre Migräne weggeht und Gott sagte: „Stehe auf und schreibe nieder, was ich dir gesagt habe.“ Das hat sie getan und die Migräne verschwand.

Haben Sie selber Erfahrungen mit Hellsichtigkeit gemacht?
Ich hatte als sehr junger Mensch drei oder vier Jahre eine starke Hellsichtigkeit, was Tote anging. Ich wachte nachts auf und das Wohnzimmer, in dem ich schlief, war voller Toter. Die machten nichts Böses, die standen einfach nur da und schauten auf mich und wollten Kontakt mit mir.
Heute arbeite ich viel mit Toten im Schamanismus. Ich habe wahrscheinlich schon 1000 Tote, die auf Lebenden hockten, in den Himmel transportiert. Ich habe Tote, die vampiristisch Auren auffraßen, entfernt. Ich hole ganz viele Tote in meine Aufstellungen, damit die mich als kraftvolle Ahnen unterstützen. Ich entlaste Menschen, die mit Toten zu tun haben und denen in ihr Unglück folgen. Meine Aufstellungen bestehen im Grunde zu 90% aus Toten. Heute kann ich damit arbeiten, aber als Kind hatte ich einfach nur Angst davor. Meine Eltern waren mit der Situation überfordert und sind mit mir zum Kinderarzt gegangen, der mir ein Medikament verschrieb, was damals wohl jede dritte Hausfrau bekam: Adumbram, eine Art leichtes Valium. Es hat immerhin so weit gereicht, dass ich keine Toten mehr sah. Aber ab dem Moment an hatte ich Migräne und das 25 Jahre lang – 25 Jahre Migräne durch Unterdrückung von Hellsichtigkeit. Als die Migräne geheilt wurde, bekam ich meine Hellsichtigkeit zurück, mit der ich mittlerweile seit 35 Jahren in der Praxis arbeite. Gerade im Schamanismus arbeiten wir ja viel über Hell-Sinne und über Wahrnehmungen, die übernatürlich sind. Und wir kommunizieren im Schamanismus viel mit Verstorbenen, denn wir haben in unserem Kompetenzteam Verstorbene, die uns in unserer Arbeit unterstützen.

An dieser Stelle: Dank an diese andere Welt.
Ich kann mich an meine Ausbildungszeit erinnern, in der wir alle indische Hemden und Parkas trugen und nach Patchulie bis zum Abwinken stanken. Es gab aber ein Mädchen, die – typisch für Silicea – einen Faltenrock mit weißer Bluse und einer Perlenkette trug. Sie hatte es in unserer Klasse sehr schwer. Zum einen, weil sie so fein war und darüber hinaus schrieb sie immer Einsen: Sie war also perfekt, hatte aber nie einen Freund, weil sie so schüchtern war. Ich verliebte mich in sie und irgendwann haben wir uns tatsächlich geküsst. Aber beim Küssen knackte so der Kiefer, dass ich dachte, ich brech dem Mädchen den Nacken. Danach habe ich jahrelang nur noch übervorsichtig geküsst.

Darf ich zusammenfassen: Schüchternheit und Kopfschmerzen KÖNNEN auf mediale Fähigkeiten schließen, was wiederum durch Silicea ans Licht gebracht werden kann?
Viele Menschen, die zur SHS kommen, haben diese chronische Schüchternheit und außerdem Kopfschmerzen. Dank meiner Hellsicht erkenne ich, dass viele eigentlich medial begabt sind. Wenn ich ihnen Silicea gebe, wird diese Hellsichtigkeit entfacht und gleichzeitig verschwinden die Kopfschmerzen. Und da wir in dieser Zeit mediale Menschen brauchen – Rudolf Steiner hat einmal gesagt, dass es die große Aufgabe unseres Menschengeschlechts ist, unsere Medialität zu entwickeln – ist Silicea ein ideales Mittel, um Schüchternheit zu überwinden und sich zu unserer spirituellen Kraft zu bekennen.

Möge das neue Jahr neue Impulse in diese Richtung geben. Ich danke Ihnen.


Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst. Sein neuestes Buch „Heiler und heiler werden – Gespräche über die Heilkunst“ erschien im Verlag Simon + Leutner.


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.