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Ausgabe Januar 2015
Die Verwirklichung der Sonnentrommel - Wertigkeit durch Entschleunigung. Von Thomas Grube


Mein multimediales Musikprojekt „tOM Sonnentrommler - Die Geburt der Sonnentrommel“ entstand in der Kernzeit von sieben Jahren und entwickelt sich seit vielen Jahren täglich weiter. Da die Entstehung des CD-Hauptwerkes bereits in Film, eBook und Multimedia-Ausstellungen umfangreich dokumentiert ist, werde ich hier gar nicht erst versuchen, eine „Kurzform dieser Dokumentation“ zu entwerfen. Projektdetails wie: Bau der Trommel, Bau diverser Tonstudiogeräte, Grundstimmung der Musik auf chronobiologische Evolutionsfrequenzen, wissenschaftliche wie ethnologische Recherchen – von Schamanismus bis Nahtodesforschung, multimediale Umsetzung in Ausstellungen, Entschleunigungsprojekten etc. – bis hinein in aktuelle Klangforschungsarbeiten mit verschiedensten Universitäten: All dies mögen geneigte Leserinnen und Leser in den Tiefen des eBooks nachschlagen, welches sowohl als Extra auf der CD enthalten ist, als auch auf Sonnentrommler.de beständig erweitert wird. Die „Dokumentation des Weges in Ton, Bild und Wort” ist das eigentliche Werk: Nicht das fertige Endprodukt “Digipak mit CD (Musik + eBook) und DVD” war mir wichtig – sondern das Wie des Weges seiner Erschaffung. Daher heißt die CD auch “Die Geburt der Sonnentrommel“, denn die fertig geborene Trommel ist nur ganz am Ende der CD kurz zu hören: Bis dahin hören Sie die “Idee der Trommel”, da diese erst während des Projektverlaufes gebaut wurde. Lassen Sie mich die Grundphilosophie der tOM Sonnentrommler-Projekte am Beispiel dieser Trommel umreißen:
Eigentlich besteht die akustische Vision von “Die Geburt der Sonnentrommel“” aus den ersten drei Trommelschlägen und dem “innerlich gehörten Klang” der Trommel. Als ich mit der “materiellen” Musikproduktion begann, startete ich zunächst mit einer beliebigen Trommel: In der Folge begab ich mich mit der Kombination verschiedener Trommelaufnahmen auf die Suche nach dem zuvor innerlich gehörten Klang – und nach einer entsprechend klingenden Trommel “im Außen”. So wie mich die Trommel ins Projekt führte, so führt sie auch die ZuhörerInnen als „Reisende“ durch Musik, Film und Buch. Dachte ich anfangs noch über den Kauf einer Trommel “von der Stange” nach, so führten Fragen wie “Wer weiß unter welchen Bedingungen das Instrument gebaut wurde?” schnell zum Grundgedanken “nur wertige gute Energie” ins Projekt einzuflechten. Ich baute das Instrument schließlich selbst und konnte so auf jedes kleinste Detail seiner Entstehung achten. Beispielsweise besteht der Korpus der Trommel aus dem Stumpf eines Apfelbaumes aus dem Garten meines Musikstudios und die Spannhölzer aus acht verschiedenen Holzarten, die ich vom Zentrum des Studios aus in den acht Himmelsrichtungen „erwanderte“.
Diesen Wertigkeitsgedanken setzte ich in allen Aspekten des Projektes um: Ob es um die innere Haltung der Projektbeteiligten, um die Herkunft aller Arten von Projektmaterie oder insbesondere um die Grundstimmung und Aufnahmetechnik der Musik ging: Alles entstand mit ständiger Achtsamkeit auf innere Wertigkeit, Authentizität und “echten Inhalt”.
Sicher. Mir wurde bald die Gefahr des “bewertenden Dualitätsdenkens” dieser Vorgehensweise bewusst und ich setze mich bis in die aktuellen Arbeiten am Folgeprojekt „Weltwasserwelt“ mit diesem Aspekt auseinander. Aber so auch eine Bewertung in „Richtig und Falsch“ auf einer absoluten Ebene vielleicht sinnlos ist, so entscheide ich in meinem alltäglichen Leben durchaus, ob ich Fleisch aus tierquälender, leidvoller Haltung essen will oder nicht. Womit wir beim Wesentlichen wären:
Ich erlebe es in meiner Tätigkeit als Musiker und Coach immer wieder, dass – z.B. in meiner Arbeit mit Chartsplatzierten und sogenannten “Stars” – vieles immer schneller, oberflächlicher und wertfreier wird. So etwas kann man natürlich nie verallgemeinern – aber es geht immer öfter nicht mehr um einen langfristigen soliden KünstlerInnenaufbau, sondern um das schnelle Geld. Sicherlich keine Randerscheinung in unserer Gesellschaft. Ich versuche mit meiner täglichen Arbeit bewusst einen Gegenpol zu setzen: Ob es um die Wertigkeit meiner eigenen künstlerischen Arbeiten oder um die Ausbildung der von mir betreuten Künstlerinnen und Künstler geht: Ich erreiche mehr Wertigkeit durch Entschleunigung. Dabei geht es aber nie darum, Geschwindigkeit grundsätzlich zu verdammen. Es geht nicht um Aufrufe zum sinnlosem Totchillen – sondern darum, dass ein „beSONNEnes Weniger“ oft zu einem „qualitativen Mehr“ führt.
Begriffe wie „Entschleunigung“ oder „Burn Out“ sind mittlerweile in aller Munde. Als ich in den 1990er Jahren mit meinen Sonnentrommler-Projekten startete und darin auch den Begriff der „Entschleunigung“ zu nutzen begann, war dies noch nicht so: Bis vor einigen Jahren fand man unter Eingabe des Begriffes „Entschleunigung“ in Suchmaschinen nur einige wenige vereinzelte Einträge – vorrangig den des Romanes, in dem dieser Begriff 1979 erstmalig auftauchte: Jürgen vom Scheidt prägte den Begriff „Entschleunigung“ in seinem Buch „Singles – Alleinsein als Chance“.
Derzeit spucken die Suchmaschinen sechsstellige Einträge zum Begriff „Entschleunigung“ aus. „Entschleunigung“ ist zweifelsohne ein Modewort geworden und es springen – wie dies mit Moden nun mal so ist – viele auf den Entschleunigungszug auf, deren Beweggründe möglicherweise rein monetär – oder zumindest oberflächlich und nicht sehr tiefgreifend sind. Nicht desto trotz zeigen die faktisch zunehmenden „Burn Out´s“ aller Berufszweige, dass „Entschleunigung“ definitiv ein notwendiges Thema ist. Sicherlich ist die „Gier nach mehr“ ein Aspekt neben vielen weiteren, der die derzeitige Situation hat entstehen lassen – und eine Kernwurzel übereilter, oberflächlicher Arbeiten, Handlungen und Produkte. Sicherlich kann man aber nicht verkürzt gedacht der “immer schneller werdenden Gesellschaft“ die Schuld in die beschleunigten Sportschuhe schieben, denn jede(r) Einzelne von uns ist ja die Gesellschaft. Wir erinnern uns: Wir stehen nicht im Stau – wir sind der Stau. Aber ist dann der moderne Mensch von heute – auch wenn er sich vermeintlich dazu in der Lage fühlt, „das Tempo mit zu gehen“ – nicht auch selbst dafür verantwortlich, immer wieder in seine (chronobiologische) Mitte zurück zu finden? Ich wähle da, zumindest für mich, den Weg mit mehr “In-Halt”. Das Wort „Inhalt“ stammt von der mittelhochdeutschen Wortwurzel „innehalt“/„innehalten“ – und auch wenn „Muße“ niemals den „Zweck“ zum Ziel haben sollte: Muße und Entschleunigung führen “wie nebenbei zu einem qualitativen, inhaltsvolleren Mehr“. Um abschließend die „Fantastischen Vier“ zu zitieren: „Du bist nicht Opfer, sondern Schöpfer deiner Welt – also schlag ich vor, du machst sie, wie sie dir gefällt“. In diesem Sinne: Probieren Sie´s doch auch mal. Meines Erachtens liegt – frei nach dem Buchtitel des oben genannten „Erfinders des Entschleunigungs-Begriffes“ – in eben diesem „All-Ein-Sein als Chance“ das Wohl unser aller „Jetzt-Momente“.


Der Autor Thomas Grube ist freischaffender Musiker, Produzent und Coach. Seit über 25 Jahren steht er hinter vielen nationalen und internationalen Stars und BerufsmusikerInnen. In seinen Ausbildungen legt „DERGRUBE“ neben der rein handwerklichen Wissensvermittlung insbesondere auf die „innere, menschliche Entwicklung“ der von ihm betreuten Künstler-Innen großen Wert. Als „tOM Sonnentrommler“ verschafft er den “echten“ Sternen Gehör, indem er in seinen Kompositionen die von dem Musikwissenschaftler Hans Cousto ermittelten oktavanalogen Tonfrequenzen der Sonne, der Erde und des Mondes mit höchster Präzision anwendet. Mehr Informationen unter www.tOM-Sonnentrommler.de und auf www.DERGRUBE.de

DVD-Tipp: Thomas Grube, Die Geburt der Sonnentrommel, Digipak mit CD (Musik + eBook) und DVD, erschienen bei www.planetware-records.de. – wird vertrieben von shop.planetware.de/CD/DVD-Die-Geburt-der-Sonnentrommel und über www.silenzio.de


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