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Ausgabe Juli 2013
Die Kräfte der Natur. Bernd Monecke im Gespräch mit Haidrun Schäfer

...über die Zusammenarbeit mit den elementaren Seelenkräften der Natur

H. Schäfer: Sie arbeiten seit fast 20 Jahren als Heilpraktiker mit den Methoden der Akupunktur, mit Reiki und Qi-Gong. Es gibt ja viele Qi-Gong-Traditionen. Welche unterrichten Sie?
Ich unterrichte einen buddhistischen Qi-Gong-Stil mit schamanischen Elementen, das Chan-Mi-Qi-Gong. Hier geht es um die Balance von Himmels- und Erdenergien. Die Übungen kann man gut für einen tieferen Kontakt mit den Energien und Seelenkräften der Natur nutzen. Als ich einem indianischem Medizinmann eine solche Qi-Gong-Übung vor einer alten Buche zeigte, sah er vor seinem inneren Auge, dass hinter dieser Buche ein Symbol gewachsen war, das den Inhalt dieser Übung repräsentierte. Wir sind hinter den Baum gegangen und haben wirklich dieses Symbol entdeckt: In einem Kreis wuchs ein sanduhrförmiges Gewächs, das die Arbeit mit den Himmels- und Erdenergien symbolisierte. Das war für mich eine beeindruckende Bestätigung, dass die Natur sich durchaus wünscht, dass wir diese Arbeit machen und dass sie damit in Resonanz geht.

Seit einigen Jahren bieten Sie auch Seminare mit schamanischen Elementen in der Natur an. Was kann man sich darunter vorstellen?
Ich war schon als Kind immer gerne in der Natur – sie inspirierte und stärkte mich, ich hatte das Gefühl dort innerlich freier und klarer zu sein. Im Grunde habe ich meine halbe Kindheit auf einem Abenteuerspielplatz verbracht, auf dem ich mit den Elementen Feuer, Wasser, Holz und Erde spielen konnte. Das hat mich geprägt und bis heute begleitet. Jetzt biete ich Seminare an, die ich „Kraft der Natur“ nenne. Hier geht es mir darum zu vermitteln, wie man in der Natur Kraft schöpfen kann, wie man mit natürlichen Energien und Kräften in einen energetischen Austausch kommt und wie man sich den feinstofflichen Ebenen der Natur nahe bringen kann. Weil alles eine Seelenebene besitzt - jede Pflanze und jedes Tier - kann man über Pflanzen und Tiere mit der Seelenebene der Natur in Kontakt treten. Das kann unterstützen und heilen. Auf der anderen Seite profitiert auch die Natur davon, wenn wir mit ihr diesen Fluss von Geben und Nehmen wieder aktivieren.

Wer waren Ihre Lehrer in diesem Bereich?
Unter anderem Wolf-Dieter Storl, Marko Pogacnik und zwei Blackfoot-Medizinmänner, bei denen ich viel über Ritualarbeit gelernt habe. Von den Indianern habe ich z.B. die sogenannten Nature Walks gelernt, bei denen man mit bestimmten Fragen in die Natur geht, um Klarheit zu erlangen. Die Antworten, die man intuitiv erfasst, können von Pflanzen- und von Tierspirits kommen.

Was erwartet die Teilnehmer bei Ihren Seminaren?
Wir gehen ein bis zwei Tage lang an ausgewählte Kraftorte, an denen die Seelenpräsenz elementarer Wesen deutlich spürbar ist. Prinzipiell können alle diese Wesen spüren.
In diesem Jahr gibt es Kurse auf der Pfaueninsel, im Sanssouci-Park in Potsdam und in der Märkischen Schweiz. Dort besuchen wir zwei Baumarten, die jeweils bestimmte Qualitäten, die mit der Jin- und Yangpolarität zu tun haben, in uns aktivieren: die Kiefer und den Apfelbaum. Die Kiefer steht für die männliche Yang-Qualität, also für diese Feuerkraft, die Aktivität und Klarheit in uns anfacht. Der Apfelbaum wiederum repräsentiert weibliche Kräfte, und damit die Wasserkraft, Fülle und Fruchtbarkeit. An den Orten, wo diese Bäume stehen, verbinden wir uns mit Hilfe von Qi-Gong-Übungen, Meditationen oder Traumreisen mit der Seelenebene der Bäume. Über dieseVerbindung können wir Impulse oder Informationen zu Themen bekommen, um z.B. weibliche oder auch männliche Energien in uns zu stärken. Die Teilnehmer erfahren aber auch von Mythen und Märchen und es werden Rezepte und Heilwissen ausgetauscht. Diese Seminare bieten einen Erfahrungsraum an, in dem die Kraft, die Schönheit und Magie der Natur mit allen Sinnen erfahren wird. Unsere innere Natur wird tief berührt, so das sich unsere Seelenebene frei und tief entfalten kann.

Was sind das für Übungen?
Ich nutze einerseits Traumreisen, um mit dem jeweiligen Baumspirit in Kontakt zu kommen. Aber auch der Nature Walk ist eine Möglichkeit, wenn es um ein bestimmtes Thema geht. Natürlich fließen auch Methoden des Qi Gong, des Tanzes, aber auch Meditationen, bewusstseinserweiternde Übungen, die Arbeit mit Tönen und Klängen und Elemente aus der Erdheilungsarbeit, z.B. Baumrituale ein. Eine Übung besteht darin, ca. 15 Minuten mit einem Baum vom Herzen aus in Kontakt zu gehen, ihn wie einen Freund wahrzunehmen, ihn zu berühren, zu riechen, zu hören oder auch zu schmecken. Anschließend kann man sich an den Baum anlehnen, um Energien wahrzunehmen und auszutauschen.

Welche Erfahrungen machen die Teilnehmer?
Sehr vielfältige. Die meisten regenerieren tief und kommen wieder ganz bei sich an. Viele entdecken neue Wahrnehmungsebenen der Feinstofflichkeit. Ein Teilnehmer konnte in eine so intensive Kommunikation mit einem bestimmten Baum treten, dass er sich nach der Erfahrung nach langer Zeit des Haderns von einer Beziehung trennen konnte, die ihm nicht mehr gut tat. Der Baum gab ihm hier einfach den entscheidenden Impuls. Jeder direkt spürbare Kontakt mit der Natur bringt immer ein Stück Heilung, Klarheit oder auch Handlungsimpulse mit auf dem Weg, wenn diese anstehen.

Wie kann man sich diese Baumrituale vorstellen?
Der erste Schritt besteht darin, mit dem Baum in Kontakt zu treten – ihn wahrzunehmen, zu fühlen dann über Mantren und Gesänge oder Trommeln Kontakt aufzunehmen. Außerdem bauen wir einen Altar für den Baum auf, um ihm unsere Wertschätzung entgegenzubringen. Wie sehr uns die Bäume dafür danken, kann man an vielen kleinen Begebenheiten ablesen. So wurden zum Beispiel Tage danach vierblättrige Kleeblätter am Ritualort gefunden. Direkt nachdem wir einmal ein sehr kraftvolles Ritual gemacht hatten, fing es an zu regnen und vor uns bildete sich ein dreifacher Regenbogen.

Was sind das für Wesenheiten, mit denen Sie in Kontakt treten?
Im Grunde kennen wir die Naturgeister aus Märchen und Kinderbüchern: Elfen, Gnome, Wichte oder Zwerge. Manche Menschen können sie genau so wahrnehmen, andere spüren sie auf anderen Wahrnehmungsebenen. Außerdem gibt es die Himmelskräfte der Engel und natürlich die Krafttiere. Viele haben oder finden hier ihre ganz persönlichen Begleiter aus der Ebene der Naturspirits, mit denen sie dann zusammenarbeiten können. Wichtig ist, dass ein Kontakt mit diesen Wesen für beide Seiten nährend ist. Heute ist es in ländlichen Gegenden noch selbstverständlich, Lebensmittel für die Naturwesen herauszustellen, damit sie sich Energie aus der Nahrung herausziehen können – nicht zu vergessen die Geste der Dankbarkeit, die damit bezeugt wird. In Island gibt es Naturwesenbeauftragte, die mit den Naturwesen Kontakt aufnehmen, wenn es z.B. im Straßenbau nicht weitergeht. Sie verhandeln mit den Naturwesen, finden Kompromisse oder schaffen einen Ausgleich.

Kann es sein, dass der neue Berliner Flughafen an einer falschen Stelle geplant ist?
Gute Frage. Dazu bräuchten wir einen Naturwesenbeauftragten – und das wäre sicher kostengünstiger als die Kosten des aktuellen Bauprojekts an diesem Ort.
Als Stadtbewohner finde ich es schwierig, diese elementaren Seelenkräfte wahrzunehmen.
Deswegen ist es so wichtig, ab und zu in die Natur, aber auch in die Stadtnatur zu gehen. Allein wenn wir in Freude die Natur bewundern, nähren wir sie und uns. Wenn wir bewusst mit den Naturwesen in Kontakt gehen, sind ganz andere Ebenen von gegenseitiger Unterstützung möglich. Meine Vision ist, dass Menschen lernen, stärker mit den Wesenheiten der Natur ganz praktisch zusammen zu arbeiten – ob im eigenen Garten oder im Hinterhof. Dazu kann man auch Übungen aus dem chinesischen Qi-Gong nutzen, um sich mit den Himmels- und den Erdenergien zu verbinden. Diese Übungen sind eine kraftvolle Unterstützung, um die speziellen Energien der Orte wahrzunehmen und zu stärken, an denen man sich gerade befindet. Gleichzeitig wird man zu einem Mittler, durch den die kosmischen- und Erdenergien hindurch fließen, die uns stärken. Das geschieht an solchen „besonderen“ Naturorten, wenn wir still halten und lauschen können. Zu so einem Mittler kann jeder Mensch werden. Meine Aufgabe sehe ich darin, Menschen zu unterstützen, diese Mittlerfähigkeit zu aktivieren, um mit ihrer inneren und äußeren Natur wieder in einen tiefen und heilenden Kontakt und Austausch zu gehen.

Vielen Dank und alles Gute.

Bernd Monecke ist Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt Chinesische Medizin, Akupunktur, Reiki und Shiatsu. Er unterrichtet Reiki-Qi-Gong und leitet Seminare zu Kraft der Natur. Weitere Infos zur Arbeit des Autors auf www.bambuspraxis.de


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